HOME

Opel Zafira 2.0 CDTI: Die Lounge auf Rädern

Opel hat eines seiner besten Modelle neu aufgelegt: Der neue Zafira will mehr sein als ein praktisches Familienauto. Mit sportlichem Design und einem luxuriösen Innenleben greift er Konkurrenten wie VW Touran und Ford Galaxy an.

Das Gesicht des Zafiras wird vom Säbelzahn geprägt. Nach dem Ampera ist der Zafira das zweite Modell mit dem neuen Scheinwerfer-Design. Mit einer Gesamtlänge von 4,66 Metern steht der Zafira zwischen den Welten und soll sowohl dem VW Touran wie auch dem größeren VW Sharan oder Ford Galaxy Konkurrenz machen. Dabei setzt Opel auf die bekannten Stärken des Zafira. Bei der Variabilität hat der Familienvan mit dem Blitz-Logo noch einmal deutlich zulegen können. Mit fünf bis sieben Sitzplätzen allein ist es heute nicht mehr getan. Also bietet der Zafira, der in seiner dritten Generation den Namensannex "Tourer" trägt, in der zweiten Reihe eine gemütliche Sesselatmosphäre.

Viel Aufwand für die zweite Reihe

"Unsere Lounge-Sitze für die zweite Reihe hat kein anderer", erklärt Andreas Häfele, Produktverantwortlicher des Zafira. Leider sind die Entspannungssitze nur im Topmodell serienmäßig. Im Normalzustand haben auf der Zafira-Rücksitzbank ganz normal drei Personen Platz. Da die meisten Kunden zwei Kinder haben, kann der mittlere Sitz beim Lounge-Paket mit drei Handgriffen zur üppigen Mittelarmlehne werden. "Unsere Außensitze lassen sich 28 Zentimeter in der Länge verschieben", zeigt Häfele mit einem Griff unter die Sitzfläche, "die Sitze gleiten zudem fünf Zentimeter in Richtung Fahrzeugmitte und ermöglichen so eine größere Schulterfreiheit. Bequemer geht es nicht." In der zweiten Reihe macht Opel keiner etwas vor. Es fragt sich allerdings, für wen sich die Mühe lohnt. Als großgewachsener Tester ist man begeistert, für kleine Kinder ist die Schulterfreiheit auch bei der normalen Sitzbank mehr als ausreichend. Wenn die vier Einzelsitze im Alltagsbetrieb nicht reichen, kann die Mittelarmlehne kurzerhand wieder zum vollwertigen Sitz zurück gebaut werden. In Reihe drei gibt es zwei weitere Sitze, in denen selbst mittelgroße Erwachsene ihren Platz finden - die übliche Kletterpartie inbegriffen.

Sparsame Dieseltriebwerke

Das Ladevolumen des Familienvans liegt je nach Sitzkonfiguration zwischen 152 und 1860 Litern. Die maximale Zuladung beträgt 702 kg. Angenehm ist die ebene Ladefläche, die entsteht, wenn die Sitze zusammenklappen. Gespart haben die Opel-Ingenieure hingegen bei der Kofferraumklappe. Diese lässt sich nicht einmal gegen Aufpreis elektrisch bedienen. Bei der Serienausstattung gibt es in den günstigen Ausstattungslinien zahlreiche Lücken. Elektrische Fensterheber hinten oder eine Klimaautomatik gibt es ebenso wie sieben Sitzplätze erst bei den teuren Modellen Sport oder Innovation ab Werk. Dafür kann die Sicherheitsausstattung des Familien-Zafira überzeugen. ESP, zahlreiche Airbags und ABS gibt es serienmäßig. Auf Wunsch lässt sich der Opel mit Details wie Einparkautomatik, Abstandstempomat sowie Assistenten für Verkehrszeichenerkennung, Spurhalten und Totwinkel ausstatten.

Die Motorenpalette setzt sich aus drei Dieseln, drei Benzinern und einem Erdgasmodell zusammen und wird die meisten Kunden zufrieden stellen. Die Dieselvarianten mit 130 und 165 PS dürften sich der größten Beliebtheit erfreuen. Besonders der 165 PS starke Zweiliter-Diesel des Zafira 2.0 CDTI bietet seinem Fahrer gute Fahrleistungen bei geringem Verbrauch. So soll sich der 1,7 Tonnen schwere Fronttriebler mit 5,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern zufrieden geben. Start-Stopp-Automatik ist Serie. 0 auf 100 km/h schafft der Rüsselsheimer in 9,8 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 208 km/h. Ein Doppelkupplungs-Getriebe ist nicht im Programm; die optionale Getriebeautomatik erhöht den Reisekomfort; steigert den Verbrauch jedoch auf sechs Liter. Wer sparsamer unterwegs sein will, sollte sich für den 130-PS-Diesel entscheiden. Der schafft auch noch 193 km/h und verbraucht 4,5 Liter auf 100 Kilometern.

Fauxpas mit Muscle-Car: Angeber tritt aufs Gas - und verliert Hinterachse

Luxus nur bei den höheren Ausstattungsvarianten

Technisch ist der 4,66 Meter lange Zafira eng mit den Opel-Modellen Insignia und Astra verwandt. Vom Insignia stammen Teile der Vorderachse. Hinten muss es der Astra tun. Daher ist der Zafira auch nicht mit einem optionalen Allradantrieb zu bekommen. "Dafür ist die Nachfrage bei uns einfach zu klein", räumt Andreas Häfele ein, wohl wissend, dass die Konkurrenz mit Allrad im Alpenraum zahlreiche Kunden abgreifen kann. Das Fahrwerk ist neben der Variabilität eine der Stärken des Zafira. Der Federungskomfort ist gut und mit der 980 Euro teuren elektronischen Dämpfereinstellung kann der Fahrer zwischen drei unterschiedlichen Modi wählen. Die Lenkung ist präzise, könnte jedoch etwas mehr Rückmeldung von der Fahrbahn liefern.

Preislich geht es beim Opel Zafira 1.8 bei 22.950 Euro los. Dafür gibt es ein unattraktives Basistriebwerk mit 115 PS und manuelle Fünfgang-Schaltung. Für den gleichen Basispreis wird auch der alte Zafira weiter angeboten jedoch mit besserer Ausstattung. Die beiden unteren Ausstattungsvarianten Selection und Edition bieten beim neuen Zafira kaum mehr als automobile Hausmannskost. Die puristischen Modelle sind interessant, wenn es vor allem auf das Ladevolumen ankommt.

Wer beim Zafira aber die beschworene Lounge-Atmosphäre spüren will, sollte zumindest zum Zafira Sport oder besser gleich zum Zafira Innovation greifen. Als Benziner bietet sich der 140 PS starke Opel Zafira 1.4 Turbo Sport für 28.250 Euro an. Beim Diesel empfehlen sich die beiden stärkeren Versionen mit 130 und 165 PS, die als Innovation 31.150 bzw. 33.505 Euro kosten. Dann gibt es serienmäßig das kleine Navigationssystem, Komfortsitze, Xenonlicht, sieben Sitze sowie Regensensor und abblendbare Rückspiegel.

Stefan Grundhoff/Press-Inform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity