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Porsche 911 RS 2.7 Coupé: Der Million-Dollar-Elfer

Einen Porsche 911 der 1970er bewegen zu dürfen, ist an sich Erlebnis genug. Wenn es sich dann noch um einen der seltenen Porsche 911 RS 2.7 Coupé handelt, kennt das Glücksgefühl kaum ernsthafte Grenzen.

Nur 1.308 Modelle wurden gebaut

Nur 1.308 Modelle wurden gebaut

Der Traum ist gelb, fast schon zitronengelb. Das ist neben dem auffälligen Entenbürzel auf dem Heck auch schon das Einzige, was an dem 911er sofort ins Auge fällt. Details, wie der Carrera-Schriftzug auf der Flanke, die 15-Zoll-Felgen, die charakteristische Frontschürze und die ausgestellten hinteren Kotflügel verraten, dass es sich hier um eine automobile Preziose der ganz besonderen Art handelt - dem Porsche 911 RS 2.7 Coupé. Ursprünglich waren 500 Exemplare als Homologations-Serie für den Rennsport geplant. Letztendlich verließen 1.308 Modelle dieses Über-911ers der 1970er Jahre das Werk in Zuffenhausen; nur ein Bruchteil davon ist noch zu haben. Auf dem internationalen Markt gibt es drei- bis viermal so viele RS-Modelle - alles keine echten. Wer ein gut erhaltenes Exemplar sucht, sollte sich mit mindestens 750.000 Euro in der Tasche auf den Weg machen. Besser eine Million. Bloß nichts falsch machen.

Der Million-Dollar-Elfer
Nur 1.308 Modelle wurden gebaut

Nur 1.308 Modelle wurden gebaut

Zugegeben, diese Gedanken schwirren einem durch den Kopf, wenn man sich hinter das bratpfannengroße Lenkrad schwingt. Schließlich bewegt man nicht jeden Tag ein Auto im Wert eines Einfamilienhauses. Doch solche spaßbremsenden Überlegungen verschwinden, sobald man sich in die Sportsitze hineingleiten lässt. Augenblicklich nimmt einen die Porsche Welt gefangen: Auf den fünf Rundinstrumenten spielt sich das Zuffenhausener Universum ab, das war damals so und wird beim 911er auch immer so bleiben. Im Zentrum steht das Entscheidende: der Drehzahlmesser.

Mit einem Dreh am Zündschlüssel, links, versteht sich, erwachen die sechs Töpfe im Heck des Vehikels zum Leben. Heißer röchelnd, wild sprotzelnd, ungehemmt und frei hochjubelnd, sich selbst zelebrierend ohne irgendwelche Beschränkungen. Die waren damals - 1972 - noch weit weg. Mit jeder Bewegung des Gasfußes erwacht der Zeiger des Drehzahlmessers zum Leben, wild zuckend, wie eine giftige Kobra, die auf ihr Opfer zuschnellt. Erst jenseits der 7.000er-Marke, signalisiert ein schmaler roter Bereich das Ende des Umdrehungsfestivals. Intuitiv wandert der Griff zum Ganghebel. Knack, spürbar rastet der erste Gang ein. Die Sportgene des RS sind deutlich fühlbar, das gilt auch für die Kupplung, die es mit einem einen sehr exakten Druckpunkt dem Fahrer leicht macht. Schon nach wenigen Metern ist klar: Der Kult um dieses Auto, der in astronomischen Preisen kulminiert, ist berechtigt.

Auch nach vierzig Jahren fühlt sich dieser 911er porschiger an, als so manches aufgepumpte Vierzylinder-Vehikel unserer Tage. Unglaublich, wie präzise diese Rennmaschine mit Straßenzulassung mit dem coupierten Asphalt spielt. Die Stahlfedern vernichten jegliche kinetische Energie, die der Untergrund gegen die Karosserie wirft. Die Lenkung ist die Verlängerung des Handgelenks. Der Pilot gibt die Richtung vor, der 1.075 Kilogramm schwere Bolide folgt mit der Selbstverständlichkeit eines Sportlers, dessen Athletik nur dem einen Zweck dient, eine Strecke möglichst schnell zu überwinden. Egal, wie viele Kurven oder Hügel den Weg zum Ziel erschweren. Hinten sägt, kreischt der Boxermotor metallisch, dass einem das Blut in den Adern gefriert, und fordert den Fahrer mit jeder Umdrehung der Kurbelwelle: "Tritt mich, jage mich, hol alles aus mir raus!"

Wer sich nicht der Dominanz der 210-PS-Maschine unterwirft, stiehlt dem Porsche RS 2.7 seine Lebenslust. Die spielt sich nur im Hochdrehzahlbereich ab, unter 4.500 Touren geht nicht viel. Umso mehr im 2.800-U/min-Drehzahlband bis zum roten Bereich. Garniert wird der puristische Tanz der mechanischen Urgewalten mit dem exakt zu führenden Fünfgang-Getriebe. Die endorphine-lösende Erfolgsformel wiederholt sich hunderte Male. Anbremsen, auskuppeln, jubelndes Zwischengas, einkuppeln, Scheitel anvisieren, draufhalten und Feuer frei. Der knapp 45 Jahre alte 911er ist eine Granate, die heute noch viele Sportwagen alt aussehen lässt. Jetzt versteht man auch, warum die Seitenspiegel so winzig sind. Mit diesem Porsche kam eh kein Fahrzeug mit. Übrigens: Das Flehen des Fahrers nach einer Zeitmaschine, um ins Jahr 1973 zu reisen und sich einen dieser Wunderwerke für knapp 34.000 D-Mark zu holen, wurde nicht erhört. Doch ein Traum wurde wahr: einmal einen echten Porsche 911 RS 2.7 zu bewegen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.