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Reportage: Los Angeles Auto Show: Leben und Sterben in L.A.

Keine hübschen Hostessen, keine Shows und nicht mal Scheinwerfer: GM und Chrysler zelebrieren auf der Automesse in Los Angeles die große Depression. Lichtblicke dagegen bei Ford, den Europäern und Japanern.

Im März 1929 verwandelte ein Kurzschluss die Hallen der Los Angeles Auto Show in ein Flammenmeer. Die Besucher konnten sich retten - doch binnen Minuten brannten Autos im Wert von mehr als einer Millionen Dollar lichterloh. Getreu dem Motto "The show must go on" wurde die Automesse 24 Stunden später mit Ersatzfahrzeugen in einer anderen Halle fortgesetzt - und die Menschen konnten wieder von ihren nächsten Automobilen träumen. Ein paar Monate später allerdings kam der große Börsencrash. Aus der Traum.

Auch in diesem Jahr weiß niemand, wie lange die Show noch weitergeht.

Die "Big Three" (Chrysler, General Motors und Ford) fordern von der US-Regierung Milliardenhilfen, angeblich stehen drei Millionen Arbeitsplätze auf dem Spiel. In ganzseitigen Zeitungsanzeigen bittet GM die Amerikaner um Verständnis: Man habe die Produktion bereits von Pick-ups und SUV auf kleinere Autos verlagert und werde staatliche Hilfen zur Entwicklung neuer, effizienterer Modelle verwenden. "Wir brauchen zur Überbrückung der globalen Finanzkrise ein Darlehen, das den amerikanischen Steuerzahlern zurückgezahlt werden wird", lautet das Versprechen.

Harte Zeiten für gute Produkte

Doch noch herrscht Endzeitstimmung bei General Motors und Chrysler. Ihre Stände auf der L.A. Auto Show wirken wie Spitalzimmer von Todkranken, die man aus Furcht vor Depressionen besser eilig wieder verlässt. Bei Chrysler beleuchten nicht einmal Scheinwerfer die wild durcheinander geparkten Ladenhüter.

Bei GM wartet man an verlassenen Ständen vergeblich auf Informationen. Ein paar nervöse PR-Manager huschen zwischen den Autos herum und vermitteln Interviews mit Firmensprechern vor dem einzigen Fahrzeug, das noch die Blicke auf sich zieht: Das Elektroauto Chevrolet Volt soll dem Autoriesen aus der Krise helfen. Doch es kommt erst 2010.

Optimistischer zeigt man sich bei Ford. In der "Mustang Alley" feiert die Marke das jüngste Facelift seines Sport-Coupés, das sich recht gut verkauft - in den USA. Viel wichtiger jedoch ist die Neuauflage der Kompaktlimousine Fusion. "Gute Produkte bringen uns durch harte Zeiten", glaubt Ford-Chef Mark Fields.

Der Fusion erscheint 2009 sowohl mit Vierzylinder-Benziner und V6 als auch mit Hybridantrieb und soll sparsamer sein als die kompakten Marktführer Toyota Camry und Honda Accord. "Mit dem Hybrid kommen Sie 700 Meilen weit – Sie tanken nur einmal im Monat", verkündete ein Ford-Sprecher mit spürbarer Erleichterung.

Die patriotische Karte nach dem Motto "Buy American" spielt bislang noch niemand aus. Es wäre auch ziemlich scheinheilig: Denn in vielen US-Produkten steckt wenig Amerika drin. Der Saturn Astra etwa, ein Klon des Opel-Modells, besteht laut Herstellerinformationen nur zu 3% aus US-Teilen. Ein Drittel der Teile kommt aus Deutschland, der Motor aus Ungarn, das Getriebe aus Japan und gebaut wird der Wagen in Belgien.

Warum nicht mal weniger Zylinder?

Zu den wenigen echten Neuheiten, die in L.A. zu sehen sind, zählt die sehr dynamisch wirkende Stufenheckversion des Mazda3. Bei Lamborghini sorgt die 560 PS starke Spyder-Version des Gallardo für Aufsehen. Einen regelrechten Massenauflauf gab es bei Nissan, als der 370 Z enthüllt wurde. Der schnittige Zweisitzer hält bei den Japanern mit einem 332 PS starken 3,7-Liter V6 die Sportler-Fahne hoch. Ungleich undynamischer, aber irgendwie sympathisch wirkt die dritte Auflage des Nissan Cube, die diesmal auch nach Europa kommen soll.

Bei den alternativen Antrieben sind sowohl Hybride als auch E85-taugliche FlexFuel-Varianten populär – letztere vor allem bei großen PickUp und Geländewagen. Bei VW, Audi und BMW setzt man dagegen auf saubere Dieseltechnik. Mit Infotafeln und interaktiven Stationen auf Grundschul-Niveau rücken viele Hersteller die Vorteile effizienter V6-Aggregate gegenüber V8-Motoren ins Rampenlicht. In einem Land, in dem selbst ein VW Golf mit einem 2,5 Liter großen Benziner an den Start geht, traut man kleinen Hubräumen immer noch nicht so recht über den Weg.

Weil nicht einmal die Wirtschaftskrise die Sonne Kaliforniens verdunkeln kann, darf man sich auch in diesem Jahr über neue Cabrios freuen. Ford zeigt den offenen Facelift-Mustang, Lexus den IS 250C und Infiniti die elegante Klappdach-Version des G37 Coupés.

Den heißesten Sonnenanbeter – vom Gallardo Spyder einmal abgesehen – hat Porsche im Gepäck. Die neue Boxster-Generation ist trotz Mehrleistung (255 PS, Boxster S 310 PS) sparsamer geworden und bietet optional ein Doppelkupplungsgetriebe. Gegen die weltweite Absatzkrise sei man auch bei Porsche nicht immun, hieß es bei der Vorstellung des Boxster und seines Coupé-Bruders Cayman. "Doch ob Sie es glauben oder nicht", sagt ein Porsche-Sprecher: "Die Leute werden immer Autos lieben“.

Sebastian Viehmann, Los Angeles / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.