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Saab 9-3 SportCombi 2.0 T: Skandinavisch klar

Wer sich nach einem Mittelklassekombi umschaut, denkt schnell an 3er Touring, T-Modell, Avant - oder den Volvo V50. Erst mit Verspätung trat Saab mit dem 9-3 SportCombi dem hart umkämpften Kombi-Club bei. Hat er eine Chance?

Die bei Saab traditionelle Seitenansicht mit dem abgesetzen dritten Seitenfenster wurde durch ein auffälliges Heckstyling mit tief heruntergezogenen weißen Mattglas-Rücklichtern ergänzt. Schon Limousine und Cabriolet aus der 9-3-Reihe können sich ja sehen lassen. Doch der SportCombi ist die optisch wohl eindrucksvollste Version. Auch wegen der kleinen aber feinen Details. Eine quer unter der gewölbten Heckscheibe laufende Zierleiste aus gebürstetem Aluminium etwa vermittelt einen edlen Touch. Insgesamt: Ein dezenter und typischer skandinavischer Look.

Übersichtlich, bequem und ordentlich Platz

Die Euphorie über das Design verfliegt jedoch schnell angesichts des Innenraums - zwar sind die Bedienelemente des Lederlenkrads und die Schaltkulisse der Mittelkonsole in gebürstete Aluminiumflächen eingefasst. Der Rest des Armaturenbrettes unterscheidet sich jedoch nur marginal vom bisherigen Saab-Standard. Zugegeben: Alles ist am richtigen Platz, gut zu bedienen und übersichtlich angeordnet - doch das Design hätte modernisiert und vor allem die Haptik verbessert werden können.

Das Platzangebot auf den vorderen Sitzen ist wie von der Limousine gewohnt gut, die Sitze bequem mit ausreichendem Seitenhalt. Hinten wird es deutlicher enger, jedoch ist für zwei Personen ordentlich Platz - Familien mit mehr als zwei Kindern schauen sowieso in andere Fahrzeugsegmente.

Trotz der kompakten Proportionen des 9-3 SportCombi ist der Kofferraum ordentlich: 419 Liter Stauraum sind typisch Mittelklasse und lassen sich durch umklappen der Rücksitzlehnen (60:40) bis auf 1.273 Liter erweitern. Das ist nicht gigantisch - aber immerhin. Der Beifahrersitz lässt sich für eine Durchladelänge von fast drei Metern ebenfalls umklappen. Nützlich: In den Kofferraumboden ist ein Griff integriert, mit dem der mittlere Teil schräg nach oben bewegt werden kann und einen darunter angeordneten zweiten Stauraum frei gibt. Gut: Die niedrige Ladekante und die weit öffnende Heckklappe.

Sportlich straff, aber reisetauglich

Das neu entwickelte ESP-Plus greift nicht zu früh ein und gestattet ein sportliches Handling mit exzellenter Stabilität, nebenbei bietet es eine Berganfahrhilfe. Weniger schön dagegen ist das heftige Zerren des Antriebes an der Lenkung - die 210 PS des 2-Liter-Turbomotors überlasten bei voller Beschleunigung den Frontantrieb deutlich. Allzu schnell wünscht man sich Heck- oder Allradantrieb.

Für den neuen SportCombi wurde die bekannte Fahrwerksdynamik der Limousine übernommen und vermittelt den richtigen Kompromiss zwischen sportlich straff und reisetauglichem Komfort, dabei bleibt der Saab 9-3 SportCombi in allen Situationen dank der präzisen Lenkung kalkulierbar und leicht untersteuernd.

Die Akustik des Vierzylinder-Turbos mit variabler Turbinengeometrie und Ladelüftkühler aus dem Konzernregal passt gut: Motor und Auspuff erzeugen einen sportlichen Sound mit aggressiven Touch an der oberen Drehzahlgrenze. Zusammen mit dem knackigen Sechsganggetriebe und dem guten Fahrwerk macht der SportCombi seinem Namen alle Ehre und animiert zu betont sportlichem Fahren.

Ein sehr durstiger Kombi

Das hat jedoch seinen Preis: Nach flotteren Landstraßen- oder Autobahnpassagen steht die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers schnell auf über 14 Liter. Insgesamt lag der Testverbrauch jedoch bei zu durstigen 11,5 Litern pro 100 Kilometer.

Die Sicherheitsausstattung ist wie von Saab gewohnt ausgezeichnet: Rundherum adaptive Airbags, aktive Kopfstützen vorn, Gurtstraffer, ISOFIX-Kindersitzbefestigungen, ABS, ESP Plus, Kurvenbremskontrolle, Traktionskontrolle sind ebenso serienmäßig wie elektrische Außenspiegel und Nebelscheinwerfer.

Noch mehr Ausstattung

Die Grundausstattung des Saab 9-3 2.0T SportCombi in der Basisversion "Vector" ab 34.000 Euro ist bereits ordentlich ausgestattet und verfügt über LED-Rückleuchten, Bordcomputer, Gepäcknetze, Mittelarmlehne hinten, elektrische Fensterheber, CD-Spieler und Klimaanlage. Elektrisch anklappbare Außenspiegel, Regensensor, Tempomat, Parking-Assistent und Glas-Hubschiebedach sind Bestandteil des Comfort-Paketes für 1.100 Euro Aufpreis.

Noch mehr Ausstattung bieten das Premium-Paket unter anderem mit elektrisch verstellbarem Fahrer- und Beifahrersitz inklusiv Memory-Funktion für 1.400 Euro sowie das Business-Paket mit Infotainment und Telefonfunktionen für weitere 2.970 Euro.

Pressinform / PRESSINFORM
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.