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Spritsparer auf dem Genfer Automobilsalon Grünes Genf


Auf dem Genfer Automobilsalon stiehlt so manch ein Spritsparer den PS-Protzen die Schau.

Auf dem Volkswagen-Stand kommen die Hostessen und der eine oder andere Offizielle gar nicht mehr aus dem Lächeln heraus. Warum? Nach Jahren des Bangens ist er endlich da. Der VW XL1. Der mit einem 0,8 Liter großen und 35 kW / 48 PS leistenden Zweizylinder-Dieselmotor sowie einem 20 kW / 27 PS starken Elektroantrieb ausgestattete XL1 soll unter der magischen Verbrauchsgrenze von einem Liter auf 100 Kilometern bleiben. Die maximale rein elektrische Reichweite beträgt 50 Kilometer. Insgesamt sollen rund 550 Kilometer zu schaffen sein. Für den Sprint bis Tempo 100 benötigt er 12,7 Sekunden. Nach weniger als zwei Stunden ist der an jeder haushaltsüblichen Steckdose anschließbare VW wieder aufgeladen. Von einer absehbaren Serienproduktion ist jedoch noch nicht die Rede. 50 Exemplare machen die Anfang.

Da sieht es bei den Schweden aus dem Hause Volvo schon etwas zuversichtlicher aus. Mit dem neuen V60 Plug-in-Hybrid lassen sich bis zu 900 Kilometer am Stück fahren. Und auch im Volvo schlagen zwei Herzen. Ein Fünfzylinder-Turbodiesel mit 158 kW / 215 PS und ein 50 kW / 68 PS starker Hinterachs-Elektromotor. Der auf Wunsch über alle vier Räder angetriebene V60 lässt sich ebenfalls an der Steckdose innerhalb von 3,5 Stunden aufladen. Die elektrische Reichweite beträgt 50 Kilometer und der Spritverbrauch auf 100 Kilometern 1,8 Liter. Der Gepäckraum des Kombis hat zwar unter der Antriebsanpassung gelitten, es doch lassen sich aber immer noch 1.126 Liter Gepäck verstauen.

Aus dem fernen Südkorea zeigt Hyundai, dass das Thema Brennstoffzellenfahrzeuge keine Zukunftsmusik mehr ist. Denn die Produktion des ersten in Serie hergestellten Brennstoffzellenautos hat im Januar dieses Jahrs begonnen. Die Leistung des Elektromotors beträgt 100 kW / 136 PS und die Höchstgeschwindigkeit 160 Kilometer pro Stunde. Mit einem 5,64 Kilogramm-Vorrat an Wasserstoff ist der Hyundai ix35 FCEV in der Lage 594 Kilometer emissionsfrei zu fahren. Rund 1.000 Fahrzeuge werden bis 2015 vom Band gelaufen sein, ehe anschließend die Produktion auf 10.000 Einheiten gesteigert wird. Der Hyundai ix35 FCEV wird für die Fuhrparks öffentlicher Institutionen oder privaten Flottenbetreibern angeboten.

Für jeden zu haben, doch mit rund 40.000 Euro für einen kleinen, fahrenden Zwerg viel zu teuer, kommt der Belumbury ums Eck. Der Name des in Rom produzierten Kleinst-Elektrowagens ist übrigens ein Fantasiekonstrukt des Fahrzeugschöpfers Stefano Maccagnani. Das Besondere des kleinen Viersitzers ist jedoch nicht sein 11 kW / 15 PS starker Elektromotor, sondern die Tatsache, dass zumindest in Italien bereits 16-Jährige mit ihm fahren dürfen. Vorausgesetzt sie besitzen einen Motorradführerschein und fahren allein. Sobald sich mehr als nur der Fahrer im bis zu 180 Kilometer weit fahrenden Elektroauto befinden, muss der Fahrer mindestens 18 Jahre alt sein. Innerhalb von vier Stunden lässt sich der 3,19 Meter lange und 1,61 Meter breite Italiener wieder aufladen. Das angepeilte Verkaufsziel liegt bei 100 Exemplaren pro Jahr.

Noch weniger und leider nicht zu kaufen gibt es den Land Rover Defender mit Elektroantrieb. Denn die einzigen sieben Fahrzeuge werden ausschließlich zu Forschungszwecken hergestellt. Den Antrieb im Elektromodus übernimmt ein 70 kW / 90 PS leistender E-Motor, welcher unter anderem dafür sorgt, dass die bekannte Anfahrschwäche des Dieselmotors minimiert wird. Wird der Elektro-Landy auf geteerten Straßen bewegt, findet die rein elektrische Fahrt nach rund 80 Kilometern ihr Ende. Im Gelände soll die Reichweite hingegen einige Stunden betragen. Ebenfalls, jedoch nur fast ein Brite ist der neue Nissan Leaf. Der im britischen Sunderland gebaute Stromer ist für seine europäischen Kunden ein wenig modifiziert worden. Der Inverter, welcher den Strom des Akkus für den E-Motor nutzbar macht, befindet sich nun unter der Motorhaube. Das Resultat ist ein um 40 Liter gewachsener Kofferraum. Der 80 kW / 109 PS starke Elektromotor wurde nicht verändert. Zur Freude der Besitzer des immer noch knapp 35.000 Euro kostenden Leaf wurde die Reichweite von 175 auf 199 Kilometer gesteigert und die Innenausstattung aufgewertet.

Auf dem Peugeot-Stand des Genfer Automobilsalons erregt ein der Länge nach aufgeschnittener 2008 das Interesse der Besucher. Denn in dem kleinen Franzosen arbeitet nicht nur ein 1,2 Liter großer Dreizylinder-Benziner, sondern auch ein Druckluftantrieb. Letzterer besteht aus Druckspeichern und zwei Hydraulikeinheiten. Die Bremsenergie, welche normalerweise in Form von Wärme verloren geht, kann in den beiden Hydraulikbehältern gespeichert werden. Bei niedriger Last kann diese Energie den Verbrennungsmotor unterstützen und somit den Verbrauch um bis zu 30 Prozent senken. Bis Tempo 50 ist der Antrieb des 2008 im sogenannten Powersplit-Konzept möglich.

Aus Ingolstadt rollt mit dem Audi A3 g-tron ein 81 kW / 110 PS starker und 190 Kilometer pro Stunde schneller Spritsparer an. Der 1,4 Liter große TFSI-Motor wurde für den Erdgasbetrieb optimiert und beschleunigt den bis zu 1.200 Kilometer weit fahrenden Audi innerhalb von elf Sekunden auf Tempo 100. Der Verbrauch liegt bei weniger als 3,5 Kilogramm CNG auf 100 Kilometern, welcher zu einer rein Gas betriebenen Reichweite von 300 Kilometern führt. Ebenfalls über 1.000 Kilometer weit kommt der Toyota Auris Hybrid Touring Sports. Der neue Hybrid-Kombi mit bis zu 1.660 Litern Stauraum im Heck verfügt über eine Systemleistung von 100 kW / 136 PS. Der Spritverbrauch beträgt 3,8 Liter auf 100 Kilometern, was einem CO2-Ausstoß von 86 Gramm pro Kilometer entspricht. Doch nicht nur der Spritverbrauch wurde gesenkt, sondern auch die Ladekante. Ganze zehn Zentimeter tiefer als noch bei der Schrägheckvariante sorgen für ein angenehmeres Be- und Entladen des Japaners.

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