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Subaru B9 Tribeca: Japans New Yorker

Endlich bringt Subaru einen repräsentativen SUV auf den Markt. Der Tribeca sieht aus wie kein anderer, bringt seinen eigenen Luxus-Look mit und lädt zum komfortablen Reisen ein. Aber auch seine Preise tummeln sich im Top-Segment.

Von Gernot Kramper

Der SUV-Boom mag im Kern irrational begründet sein, aber an den Verrücktheiten der Welt lässt sich immer noch das leichteste Geld verdienen. Ausgerechnet der größte Hersteller von Allrad-Pkws - Auto-Winzling Subaru - hat es jahrelang verschmäht, mit einem eigenen SUV den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Nun kommt der B9 Tribeca - ein ausgewachsener SUV im Premium-Segment. Stattlich, selbstbewusst und ganz eigenständig – so nimmt der B9 Platz zwischen X5 und Touareg, will gar Q7 und M-Klasse auf die Pelle rücken. Und wirklich können fünf Personen großzügiges Ambiente auf zwei Sitzreihen erwarten, dazu gibt es optional eine dritte, komplett im Laderaumboden zu versenkende Zweiplatzreihe. Den Amerikanern gefällt es. Dort wurde der Tribeca mehr als 20.000 Mal verkauft. Allerdings auch zu ganz anderen Einstiegspreisen, als der deutsche Kunde zahlen soll. Mit dem Namen "Tribeca" gibt sich Subaru auch Mühe dem US-Bürger zu gefallen. TriBeCa meint das "Triangle Below Canal Street" eines der angesagten Szeneviertel von NY.

Hochwertig und komfortabel

Hipp geht es auch im Inneren des Repräsentanz-SUV zu. Positiv überrascht der Innenraum, hier sieht man ein eigenständiges Design, dass sich nicht in Kuriositäten verliert, wie man sie von früheren Modellen der Marke kennt. Der Doppelschwung der Frontpartie, hebt Fahrer und Beifahrer gleichsam auf. Die Instrumente sind funktional und gut abzulesen. Hier wirkt der Subaru extrem hochwertig und bleibt dabei eigenständig. Die Sitze sind stramm und fest, bieten aber wenig Seitenhalt. Die Anmutung wirkt qualitativ hochwertig, so wie man es von Subaru gewöhnt ist. 2,75 Meter Radstand machen eben opulente Platzverhältnisse möglich. Die Rückbank lässt sich verschieben, dann reist es sich erst Recht mit großem Komfort. Bei Subaru ist man so ehrlich, die optionale dritte Reihe als Notsitz zu bezeichen, geeignet für Kinder oder Kurzstrecken. Diese Einschränkung gilt für die meisten SUVs – wer dauerhaft sieben Personen transportieren will, benötigt immer ein noch größeres Fahrzeug, Gepäck geht sonst ohnehin kaum noch an Bord.

Für den Connaisseur

Das Äußere des Tribeca polarisiert die Geschmäcker, und das ist gewollt. Subaru-Geschäftsführer Jens Becker sagte auf der Präsentation in Frankfurt: "Das Design geht bewußt weg vom Mainstream." Wer einen Wagen wie jeden anderen haben möchte, wird kaum zum Subaru greifen. Die Fahrleistungen des Edel-Suvs erreichen leider nicht das Niveau der Marke. Hier zeigt sich der Tribeca als waschechter Amerikaner. Die Federung wurde für europäische Verhältnisse angenehm gestrafft, die Lenkung bleibt dennoch weich und vermittelt nicht den gewünschten Bodenkontakt. Die Straßenlage lässt den vernünftigen Fahrer auf kurviger Strecke häufiger den Fuß vom Gas nehmen. Die starke Seitenneigung lässt einen zurückzucken. Dabei kann man sich auf den Allradantrieb blindlings verlassen. Im Normalbetrieb wird die Kraft im optimalen Verhältnis 45:55 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt.

Die Grenzen des Fahrwerks

Auf der Autobahn ähnelt der große Subaru den koreanischen SUVs oder waschechten Geländewagen, die ohne Niveauregulierung, auf deutschen Rennstrecken ihre Grenzen kennen lernen. Das Niveau der Stammhirsche von Mercedes, BMW und Audi erreicht der Tribeca bei weitem nicht. Der aus Legacy und Outback in angenehmer Erinnerung geblieben Sechszylinder wirkt trotz seiner 245 PS von dem 1,9 Tonner überfordert. Die hohe Drehfreudigkeit des Boxers vermittelt nicht den bulligen Krafteindruck, den die Karosse verlangt. Die Automatik wirkt ebenfalls nicht immer souverän und verleitet zum manuellen Schalten, damit der Boxer nicht wie ein getretener Hund jault.

Diesel-Premiere

Besser ist, es auf den angekündigten Diesel – den einzigen der Welt in Boxer-Bauweise - zu warten. Über ihn wurde schon länger gemunkelt, nun bestägte Jens Becker, "der Boxer-Diesel und ist bereits in der Erbrobung." Zum Gesamtbild passt, dass bei 195 km/h Höchstgeschwindigkeit der Motor zugemacht wird. Damit dieselt einem leider jeder Touran davon. Beim Verbrauch kann der Boxer natürlich keine Bestmarken erreichen. Subaru spricht von Durchschnittsverbrauch von 12,3 Liter Super auf 100 Kilometern, mehr ist aber leicht machbar. Interessant wird der Gasantrieb, den Subaru im Frühjahr anbieten will, durch die Steuerfreiheit fährt es sich mit ihm sehr preiswert.

Edles Reisemobil

Wer einen Subaru möchte und Wert auf Fahrdynamik und Bodenfreiheit legt, sollte sich den Outback noch einmal genau ansehen. Für entspanntes Reisen mit Tempo 160 ist der Tribeca ideal. Bodenfreiheit und der klassische Allradantrieb von Subaru reichen für leichtes Gelände und glatte Straßen immer aus Der Subaru B9 Tribeca 3.0R Comfort ist komplett ausgestattet, kostet aber auch 47.500 Euro. 53 Preise hat die kleine Marke in den letzten fünf Jahren allein in Deutschland abgeräumt. Qualität und Kundenzufriedenheit sind die Kerntugenden der Marke. Pech für Schnäppchenjäger: Exotenrabatt gab es Subaru noch nie, den besonderen Flair ließ sich diese Marke schon immer bezahlen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.