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VW Camper: 30 Jahre California – wie der Hippie-Bus zum Wohlstandscamper wurde

Vor 30 Jahren zeigte VW den ersten California-Bus. Immer noch ist der California die Referenz unter den Campern. Nur die Preise sind alles andere als bodenständig.

Hier fühlt sich nicht nur ein California-Besitzer wohl: unterm Sternenhimmel von Kalifornien.

Hier fühlt sich nicht nur ein California-Besitzer wohl: unterm Sternenhimmel von Kalifornien.

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Zugegeben, den Hippie-Bus gab es schon zuvor, aber vor 30 Jahren nahm VW das Camper-Thema ernst und brachte den ersten "California" auf den Markt. Bis heute sind die Wagen Kult und extrem erfolgreich. Fast 160.000 Exemplare wurden seit dem verkauft.

Mit Oldtimerstatus

Damals baute der California auf dem T3 auf und kostete 39.900 DM. Heute dürfen diese ersten Exemplare sogar das Oldtimer-Kennzeichen tragen. Schon im August 1990 wird auf den T4 umgesattelt. Eine weitreichende Veränderung, denn der Motor wanderte von hinten nach vorn. Für den "Wohnraum" bedeutet dies einen durchgehenden flachen Boden. Das Podest über der Hinterachse, unter dem sich der Antrieb verbarg, verschwand. Bis zum Jahr 2003 verkauft VW 39.000 Exemplare des T4 California. Vom Nachfolgemodell auf Basis des T5 rollen sogar 55.000 Fahrzeuge bis 2015 zu ihren Besitzern. Das aktuelle Modell, der T6, konnte im vergangenen Jahr mit 15.155 Zulassungen den Jahresrekord der Modellreihe brechen.

Diesel-Knick

Ohne Diesel-Debakel wären es wohl noch mehr geworden. Ohnehin bleibt abzuwarten, wie sich der von Volkswagen verursachte Diesel-Skandal auf den Markt der Camper auswirken wird. Die teuren Fahrzeuge haben eine lange Lebensdauer und werden fast immer von einer Dieselmaschine angetrieben. Sollten in Zukunft sogar Selbstzünder der Schadstoffklasse 5 in Städten und Regionen ausgesperrt werden, wäre das ein herber Schlag für die Branche.

Innen groß - außen klein

Die Ursache des Erfolges liegt im patenten Konzept des Californias. Zuerst sind da die drehbaren Frontsitze zu nennen. Mit ihnen wurde es möglich, die Fahrersitze platzsparend ins Wohnkonzept zu integrieren. Zusammen mit der verschiebbaren Mittelsitzbank und dem Klapptisch entsteht so trotz des sehr begrenzten Raumes eine Sitzgruppe. Mit der Küchenzeile und einem richtigen Bett entsteht so ein Camper für alle Zwecke, ohne dass das Fahrzeug allzu mächtig wurde. Nur WC und Dusche bietet der California nicht. Doch anders als bei ausgewachsenen Wohnmobilen schätzen die Freunde des Californias die begrenzte Größe ihres Fahrzeugs. Der California kann im Alltag als normales Fahrzeug genutzt werden. Auch auf Reisen ist er für die Mobilität und nicht primär für das Stehen auf dem Campingplatz gebaut.

Feinschliff am Detail

Zur Feier des 30-Jährigen gibt es wieder eine Zweifarblackierung als Hommage an den T1. Und natürlich gibt es eine Menge Feinschliff. Der Faltenbalg des Daches besteht nun aus Synthetik statt aus Baumwolle. Dazu kommen Verbesserungen bei den Führungen der Rollos und der Schiebetüren sowie eine kleine Magnettaschenlampe im Sockel des Beifahrersitzes.

Die Küchenzeile hat nun noch mehr Ablagen, eine neue Handtuchstange und - am wichtigsten - einer nun drei- statt zweigeteilten Glasarbeitsfläche über Kühlschrank, Gaskocher und Spüle. Leider ist aber auch die mechanische Handbremse weiterhin an Bord geblieben. "Zwischen die beiden Vordersitze würde perfekt eine Kühltruhe passen, wenn da nicht diese Handbremse wäre. Das ist schon sehr ärgerlich", heißt es in California-Foren.

Preisexplosion

Kein Grund zur Freude macht auch die Preisentwicklung. Aus der Region von 39.900 DM ist der California längst enteilt. Mit starkem Motor und einigen Extras liegt die Top-Ausführung Ocean schnell bei 80.000 bis 90.000 Euro. Die Coast-Ausstattung kostet mindestens 52.003 Euro. Ein Hippie-Bus ist der California also schon lange nicht mehr.

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Kra mit Pressinform
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