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Gipfeltreffen: Blitzschlag in Golfs Burg?

Golf gegen Astra, Wolfsburg gegen Rüsselsheim - das ewige Duell in der Kompaktklasse. Nach katastrophalen Jahren will Opel mit dem neuen Astra dem Platzhirsch wieder auf die Stoßstange rücken.

Golf gegen Astra, Wolfsburg gegen Rüsselsheim - das ewige Duell in der Kompaktklasse. Nach katastrophalen Jahren will Opel mit dem neuen Astra dem Platzhirsch wieder auf die Stoßstange rücken. Der Neue aus Rüsselsheim scheint technisch wie optisch bestens gerüstet, geht allerdings mit einem Makel an den Start: Der Astra kommt erst im März, während der Golf schon seit November fleißig Kunden sammelt. Wir haben die wichtigsten Eckdaten der Duellanten verglichen.

Kann Opel mit diesem Astra den Golf schlagen?

Karosserie

Wer sich für einen Golf entscheidet, weiß, was er bekommt. Das hat sich auch beim fünften Aufguss des Wolfsburgers nicht verändert. Die gedrungene Form mit der dicken C-Säule am Heck, der zu den Kotflügeln hin ansteigenden Motorhaube und den großen, leicht zusammengekniffenen Scheinwerfer-Augen ist die logische Weiterentwicklung des Vorgänger-Golfs. Experimente sind da fehl am Platz. Immerhin geht es darum, den Geschmack aller "Golfer" zu treffen. Sich es durch Design-Firlefanz mit einer Zielgruppe zu verscherzen, kann sich Volkswagen schlicht nicht leisten. Also sieht auch der neue Golf aus, wie ein Golf eben aussehen muss. Optisch vorlegen müssen andere.

Das weiß man auch bei Opel und hat beim neuen Astra gar nicht erst versucht, dem Golf mit einer ähnlich konservativen Linienführung in die Quere zu kommen. Am Debakel mit dem aktuellen Astra verdauen die Rüsselsheimer noch heute. Die dritte Generation des kompakten Rüsselsheimers zielt optisch eindeutig auf junge Käufer. Der neue Astra wirkt schon in der Basisversion sportlicher und längst nicht so pummelig wie der Golf. Auffällig ist der Kühlergrill mit breiter Querstrebe und großem Opel-Logo, das von zwei großen und aufwendig gestalteten Scheinwerfern eingerahmt ist. Die angedeutete Pfeilform von Motorhaube und Stoßfänger ist Ausdruck des neuen Rüsselsheimer Selbstbewusstseins. Am Heck dominiert eine breites Chromzierband, das die mandelförmigen Heckleuchten miteinander verbindet. Der Jugend wird der Look gefallen, keine Frage. Ob sich klassische Astra-Kunden mit dem ganz und gar ungemütlichen Blechkleid anfreunden können, werden die Verkaufszahlen zeigen.

Interieur

Ecken und Kanten finden sich auch im Inneren des Golf kaum. Dennoch wagt Volkswagen beim Interieur einen Neuanfang und kann prompt nicht komplett überzeugen. Zwar sind nun sämtliche Schalter und Bedienelemente ergonomisch vorbildlich angeordnet, Materialqualität und Verarbeitung können allerdings mit dem unerschütterlich wirkenden Innenraum des Golf IV nicht mithalten. Top: die Sitze.

Optisch hat der Innenraum des neuen Astra keine Probleme, am klinisch kühlen Golf-Interieur vorbeizuziehen. Auch hier erinnert ein deutlicher Knick im Armaturenbrett an die vorherrschende Pfeilform, das auf Wunsch farbige Multifunktionsdisplay ist blickgünstig ganz oben ins Armaturenbrett geschnitzt. Die Mittelkonsole erstrahlt im schicken Alu-Look. Kein Vergleich mehr zur zerstückelten Plastik-Wüste des Vorgängers. Eine erste Sitzprobe während der Frankfurter Automobilausstellung hat gezeigt, dass der Opel in Sachen Materialwahl und Verarbeitung locker mit dem Golf mithalten kann. Was bleibt ist auch hier die Frage, wie die traditionellen Astra-Käufer auf den futuristischen Innenraum reagieren werden.

Variabilität und Platzangebot

So richtig kompakt sind beide längst nicht mehr. Bei den Abmessungen schenken sich Golf und Astra jeweils nur wenige Millimeter, der Astra ist etwas länger (+45 Millimeter), der Golf etwas höher (25 Millimeter). Der VW kann mit der großzügigen Kopffreiheit auf den Vordersitzen punkten, während der Opel mit der weit ausgeschnittenen Fond-Tür den Passagieren auf der Rückbank das Einsteigen erleichtert. Für spektakuläre Sitzsysteme wie im Opel Zafira ist in dieser Klasse einfach kein Platz vorhanden. Sowohl Golf-, wie auch Astra-Kunden müssen sich mit umklappbaren Rücksitzen zufrieden geben.

Fahrwerk und Sicherheit

In Sachen Vorderachse vertrauen Opel wie VW auf bewährte McPherson-Federbeine, die auch schon in den jeweiligen Vorgänger-Modellen zum Einsatz kamen.

Viel Arbeit haben sich die Entwickler mit den Hinterachsen gemacht. Opel übernimmt zwar die Torsionslenker-Achse des Vorgängers, peppt das System allerdings auf Wunsch mit einer "IDS plus" genannten elektronischen Dämpferregelung auf. Sensoren reagieren auf Änderungen der Fahrbahn und der Fahrweise und passen die Abstimmung der Dämpfer den geänderten Bedingungen an. Im Zusammenspiel mit ABS und einem weiter entwickelten Schleuderverhinderer ESP wird es sogar einen Sport-Modus geben, der per Knopfdruck auch das Ansprechverhalten des Gaspedals und die Feinfühligkeit der elektrohydraulischen Servolenkung verändert.

Motoren OpelAstraLeistungMotoren VW GolfLeistung
BenzinerBenziner1,4 Liter90 PS1,4 Liter75 PS
1,6 Liter105 PS1,4 Liter FSI90 PS
1,8 Liter125 PS1,6 Liter102 PS
2,0 Liter170 PS1,6 Liter FSI115 PS
2,0 Liter200 PS2,0 Liter FSI150 PS
DieselDiesel1,7 Liter80 PS2,0 Liter SDI75 PS
1,7 Liter100 PS1,9 Liter105 PS
1,9 Liter150 PS2,0 Liter

VW verzichtet auf elektronisches Tuning und hat dem Golf einen komplett überarbeitete Vierlenker-Hinterachse spendiert. Die Neukonstruktion hat sich bei ersten Testfahrten voll bewährt und muss in dieser Klasse als Meßlatte gelten. Für VW hat die Mehrlenkerachse einen weiteren Vorteil: Sie ist kompatibel mit VWs Allrad-Antrieb. Bislang gab es dafür im Konzern eine zweite Hinterachskonstruktion.

Kalt verformt sollten sich beide von der besten Seite zeigen. Weder VW noch Opel können es sich erlauben, dass das Vorzeige-Modell beim Euro-NCAP-Crashtest unter der Bestmarke von fünf Sternen abschneidet. Dafür sorgen sollen noch steifere Karosseriestrukturen, sechs Airbags, aktive Kopfstützen, Gurtstraffer und zurückweichende Pedale.

Motoren und Getriebe

Seine etwas frühere Geburt muss der Golf mit einem eingeschränkten Motorenprogramm bezahlen. Bislang sind nur jeweils zwei Benzin- und Diesel-Motoren im Programm. Im Frühjahr 2004 gehen dann weitere Triebwerke (ein Diesel, drei Benziner) an den Start. Drei der fünf Benzinmotoren arbeiten mit der modernen Benzin-Direkteinspritzer, die Diesel-Triebwerke schaffen alle die strenge Euro4-Abgasnorm.

Auch für den Astra hat Opel acht Motoren von 80 bis 200 PS im Angebot, davon drei moderne Common-Rail-Dieseltriebwerke, die die Euro4-Norm unterbieten. Auf Benzin-Direkteinspritzung müssen Opel-Kunden noch verzichten. Dafür sind sämtliche Motoren bereits ab März erhältlich.

Getriebe Opel AstraGetriebe VW Golf
5-Gang manuell5-Gang manuell
6-Gang manuell6-Gang manuell
5-Gang-Easytronic6-Gang-Automatik
4-Gang-Automatik

Ganz klar die Nase vorn hat VW bei den Getrieben. Fünfgang-Schaltgetriebe sind Pflicht, bei den größeren Motorisierungen gibt's sogar eine Sechsgang-Schaltung. Auf Wunsch hat Volkswagen auch noch eine Sechsgang-Automatik im Programm. Vorzeige-Produkt bleibt das Direktschaltgetriebe DSG, das dank einer Doppelkupplung Schaltvorgänge ohne Zugkraftunterbrechung ermöglicht.

Fünf-, bzw. Sechsgang-Schaltungen hat Opel auch im Angebot, zusätzlich gibt es mit dem Easytronic-System ein herkömmliches, automatisiertes Schaltgetriebe und eine nicht mehr ganz zeitgemäße Viergang-Automatik.

Preis

Der Golf ist in Trend, Comfort- und Sportline unterteilt. Für den Basis-Golf mit 75 PS, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, ESP, elektrischen Fensterhebern vorn, fünf Kopfstützen und geteilt klappbarer Rücksitzlehnen sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung muss man 15.220 Euro an Volkswagen überweisen. Der Astra ist gleich in fünf Ausstattungslinien unterteilt. Neben dem Basismodell "Astra" folgen folgen Enjoy, Elegance, Sport und Cosmo. Über den Grundpreis schweigen sich die Rüsselheimer noch aus. Es ist jedoch davon auszugehen, dass man für den Einstiegs-Opel wenig mehr als 14.870 Euro bereithalten sollte. Soviel kostet bislang der günstigste Astra.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.