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LA Auto Show 2006: Die gestohlene Show

Models und Sternchen zuhauf bei der Los Angeles Autoshow, die am Freitag eröffnet wird. Die wahren Stars der Los Angeles Autoshow jedoch kommen aus Deutschland.

Von Helmut Werb/L.A.

Bisher stand die L.A. Autoshow immer im Schatten der grossen Schwester, der grossen Detroiter Autoshow. Weder die Presse noch die Autoindustrie nahm die Ausstellung in Los Angeles wirklich ernst. Während im winterlich/matschigen Detroit im Januar alle Register gezogen und - mit für die Heimatstadt der ehemals drei grossen Autohersteller – untypischem Glanz und Glitter die wichtigsten Modelle des Jahresanfangs vorgestellt wurden, blieben Los Angeles anständige Besucherzahlen und höchstens mal ein Auftritt eines Stars aus der dritten Reihe im Elektromobil. Das hat sich geändert.

Party mit den Hilton-Girls

Die Veranstalter in Kaliforniens sonnigem Süden zogen ihre Autoshow ein paar Wochen vor im Veranstaltungskalender, und siehe da, auf einmal passiert was. Um es aber kurz zu machen, die Deutschen haben den Amis (und auch zum grossen Teil den Japanern) die eigene Show gestohlen. Während die Amerikaner ziemlich überraschenderweise Grün entdeckten, spielten Volkswagen, BMW, vor allem aber Audi "Hollywood" und garantierten so einen Massenauflauf bei den Pressetagen. Thomas Gottschalk sah sich bei der Volkswagen-Party in einem wahrhaften Hollywood-Studio zur Vorstellung des Tiguan (des "Baby T’regs", wie ein spöttischer Reporter vermerkte) umringt von Christian Slater, dem HipHopper Ludacris und den Party-Girls Paris und Nicky Hilton.

GM betet für die Umwelt

General Motors Boss Rick Wagoner bot bei der Vorstellung des Buick Enclaves, einem weiteren SUV, Supergolfer Tiger Woods dagegen und versprach in der Auftaktrede den andächtig lauschenden Journalisten die Bekehrung zum umweltfreundlichen Glauben, indem er Brennstoffzellen und Hybride ankündigte, die man an der Steckdose aufladen könne.

Kracher aus Ingolstadt

Den grössten Hit aber landeten die Ingolstädter mit der Premiere des Audi TT Roadsters und des Supersportwagens R8. DaimlerChrysler hatte als Besonderheit den einige neü Chryslers aufzubieten, darunter das sehenswerte Sebring Cabrio und den wenig bemerkten Maybach 62S, begleitet von der nicht ganz sooo gelungenen Maybach Studie Exelero, die vom Standpersonal wie die leibhaftige Qüen bewacht wurde, obwohl sich keiner um das Dickschiff kümmerte. BMW sorgte mit der US-Premiere des X5 für gehöriges Aufsehen – und vor allem mit dem Wasserstoff-blonden 7er. Obwohl sie nicht allzu viel Neüs bieten konnten (ausser dem 911 Targa 4/4RS) – am höhlenartigen Stand von Porsche drängten sich die Oktan-süchtigen, als gäbe es einen Gratis-Cayenne zu ergattern.

Renner zwischen Schönheiten

Lamborghinis Murcielago LP 460 stand in sattem Schwarz, der schwedische 400km/h-Renner Königsegg zwischen knapp bekleideten Models. Die schönste Neuvorstellung war zweifellos das Aston Martin Vantage Cabrio, gefolgt von Mazdas Nagare Concept Car, die aufregendste eine gelungene Studie kam von – ausgerechnet! – Hyundai, denen mit dem Hellion eine sehr coole Zukunftsversion gelang. Hondas StepBus und das Concept Car Remix fielen ebenso auf, wie die doch trefflich genannte Acura Studie Advanced Sedan Concept, die dem Exelero in Sachen "Schönheit" den Rang abzulaufen drohte. In Sachen Trends war neben dem Drang zur Umweltschonung noch zu vermerken, dass es als "After Market Extra" nun nicht mehr nur gewaltige Felgen gibt: neüstes BlingBling-Accessoire sind die furchterregende "customized grills", chromglitzende Kühlergrills, neü Zähnchen fürs Auto sozusagen. Genau das richtige also für den Stau auf den chrinisch verstopften L.A. Freeways.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.