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Genfer Autosalon: Autoshow mit Nutzwert, doch ohne Emotionen

Früher war mehr Glamour, die Automessen boten große, spannende und überraschende Auftritte. Mittlerweile gibt kaum mehr als Hausmannskost - gefährlich, wenn die Emotionen nicht mehr zählen.

Eine der Schönheiten der Messe: der neue Ferrari F8 Triturbo.

Eine der Schönheiten der Messe: der neue Ferrari F8 Triturbo.

dpa

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Der Genfer Salon er kämpft - und wie. Die Automesse am frühlingshaften Lac Leman hat mit Absagen einiger großer Hersteller zu kämpfen, doch die Verluste sind bisher nicht derart schlimm wie bei den anderen Veranstaltungen in Detroit, Paris oder Frankfurt. Doch mit Hyundai, Jaguar, Land Rover, Opel, Volvo, Tesla oder Ford verzichten in diesem Jahr einige der ganz großen Marken zum europäischen Frühlingsauftakt darauf, ihre Neuheiten in der Schweiz zu präsentieren. Schien es vor Jahren noch so, dass der Genfer Salon für die meisten Firmen mit europäischem Fokus gesetzt sei, so sieht es nunmehr etwas anders aus. Die Gänge sind breiter, die Marken unbekannter und wo bitte bleibt die Show? Der eine CEO beantwortet Twitter-Frage, der andere schaut in eine elektrisierte Glasflasche und der nächste kommt in einem elektrischen Van auf die Bühne - alles nett anzuschauen, aber gähnend langweilig. Wie viele Produkte.

Genfer Autosalon: Autoshow mit Nutzwert, doch ohne Emotionen
Eine der Schönheiten der Messe: der neue Ferrari F8 Triturbo.

Eine der Schönheiten der Messe: der neue Ferrari F8 Triturbo.

dpa

Dabei kann man dem Genfer Salon in diesem Jahr nicht vorwerfen, dass er nichts an Neuheiten zu bieten hätte. Kleinserienhersteller aus der vierten Reihe präsentieren imposante Hypersportwagen. Bugatti, Pininfarina, Piech und Co. lassen einen mitunter von Motorleistungen von über 1.500 PS träumen - zumeist elektrisch. Überhaupt gibt es bei der ersten europäischen Automesse des Jahres eine Vielzahl von Neuheiten mit Stecker. Audi rollt mit Q5, A6, A7 und A8 sein neues Portfolio an Plug-In-Hybriden aus und gibt mit dem schicken Q4 E-Tron Concept einen Ausblick auf einen elektrischen Mittelklasse-Crossover, der Anfang 2021 zu den Kunden rollt. Auf der gleichen Plattform steht der Skoda Vision iV, ein 4,67 Meter langer Elektro-Crossover, der nahezu zeitgleich in den Markt kommt und für die Tschechen ebenfalls das Elektrozeitalter einläutet. Der Antrieb ist mit dem des Audi Q4 E-Tron identisch: modularer Elektrobaukasten MEB, Allradantrieb und 225 kW / 306 PS, 450 km Reichweite. Ebenfalls auf dem VW-Elektrobaukasten unterwegs: der sehenswerte Seat El-Born, ein schickerer Zwilling vom VW ID. Neo - über 200 PS stark und über 400 km elektrischer Reichweite. In dieser Liga spielen ebenfalls Neulinge wie e-Niro und e-Soul von Kia.

Auch BMW macht seinem Hybridangebot mächtig Beine. Die Bayern haben ihr Portfolio an Plug-In-Hybriden ebenso gründlich überarbeitet wie den 7er und bieten nicht nur bei ihren Aushängeschildern X5 und 7er mehr Reichweite, sondern vielmehr sind diese Modelle nunmehr mit einem standesgemäßen Sechszylinder (394 PS) unterwegs, der den wenig überzeugenden Vierzylinder den kleineren Hybridmodellen wie BMW 3er oder X3 überlässt. Mercedes begrüßt neue Modelle und verabschiedet andere zeitgleich in den Ruhestand. Den Premieren von Mercedes CLA Shooting Brake oder dem überarbeiteten GLC steht die Good-Bye-Tour von AMG S 65 und SLC gegenüber. Beide bekommen keine Nachfolger - und schade ist es nun einmal um jeden, der Emotionen transportierte.

Einmal mehr sind es in Genf gerade die kleinen Flitzer die gefallen. Der coole Ami One, mit dem Citroen seinen 100. Geburtstag zelebriert, dürfte es auf dem Massenmarkt schwer haben, doch die Idee eines elektrischen Smart-Zwillings, der gerade einmal 450 Kilogramm wiegt, ist klasse. 45 km/h Höchstgeschwindigkeit dürften jedoch wenig alltagstauglich sein. Noch cooler ist das nur der Honda e-Prototype, ein elektrischer Flitzer im Stile eines Innocenti mit knackigen Abmessungen, scharfem Design und rund 300 km Reichweite. Ungewöhnlich, dass auch Volkswagen seine Fans träumen lässt. Mit dem elektrischen ID. Buggy dürfte sich kaum ein Serienmodell ankündigen, denn bereits die Strandbuggies der späten 60er und frühen 70er Jahre waren Kit-Cars auf Käfer-Plattform. Doch die Wolfsburger stoßen mit dem ID. Buggy die Tür für Start-Ups und Karosseriefirmen weit auf. Der Antrieb ist das Elektroskateboard von Volkswagen - der Aufbau eine reine Kreativleistung von externen Firmen. Das könnte ein Modell der Zukunft sein.

Nicht ganz so lässig, aber wichtiger denn je sind die neuen Kleinwagen Renault Clio und Peugeot 208, der zum Start im Herbst auch gleich als Elektroversion e-208 zu den Händlern kommt. Gefälliges Design und moderne Technik dürften es beiden Franzosen leicht machen, Liebhaberinnen zu finden. Auch weil echte Konkurrenz fehlte, denn aus Italien kommen schon lange keine Neuheiten mehr aus dem Kleinwagensegment. Der Fiat 500 beispielsweise ist zwölf Jahre alt und auch die Konkurrenz hat nicht viel zu bieten. Der neue Opel Corsa - technisch eng mit dem Peugeot 208 verwandt - kommt erst Ende des Jahres, der Ford Fiesta ist noch sehr frisch und der VW Polo muss noch zwei Jahre bis zum Nachfolger überbrücken. Noch mehr Zeit dürfte vergehen, ehe das Fiat Concept Centoventi Realität wird. Wem die elektrische Reichweite von 100 Kilometern nicht reicht, kann diese einfach dazu buchen.

Natürlich gibt es auf dem Genfer Salon auch die übliche Welle neuer SUV. Mercedes frischt seinen GLC auf, Skoda bringt mit dem Kamiq das SUV-Modell Nummer drei und Mazda enthüllt den schicken CX-30, der in Europa ebenso ankommen dürfte wie der 300 PS starke VW T-Roc R. Jeep gibt mit Renegade und Compass einen Ausblick auf die Plug-In-Hybridtechnik von morgen. Wem das nicht exklusiv genug ist, schaut bei Bentley und dem neuen Bentayga Speed (306 km/h Spitze), dem Mercedes AMG GLE 53 oder einem VW Touareg V8 TDI. Noch Zukunftsmusik: das Lagonda All-Terrain Concept aus dem Hause Aston Martin.

Und was wäre der Genfer Salon ohne seine Traumwagen, die alljährlich um die Aufmerksamkeit der millionenschweren Afficinados kämpfen? Ferrari F8 Tributo, Bugatti La Voiture Noire, McLaren Grand Tourer oder Lamborghini Aventador SVR Roadster / Huracan Evo Spyder sowie die Heerschar an Marken aus der dritten und vierten Reihe, die in Form von Sbarro, Koenigsegg, Hispano Suiza, Pagani oder Aurus mit seiner russischen Staatslimousine Senat den Genfer Autosalon erst zu dem machen, was er ist. Doch jetzt muss sich auch der Messeveranstalter Palexpo etwas einfallen lassen, denn bei der 90. Auflage im kommenden Jahr werden sich noch mehr Abgänge nicht kompensieren lassen. Und bereits in diesem Jahr war rund die Hälfte der Messeaussteller weitgehend unbekannt und hatte auf einer Automesse nichts zu suchen - schon gar nicht auf dem Genfer Salon

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.