Maserati MC 12 Enzolino


Gerade einmal 463 Stück des 350 Sachen schnellen Supersportwagens Enzo hat Ferrari in Kundenhände gegeben. Inzwischen gibt es wieder Hoffnung für all die Scheichs und Multimillionäre, deren Enzo-Anfrage unbeantwortet blieb.

Gerade einmal 463 Stück des 350 Sachen schnellen Supersportwagens Enzo hat Ferrari in Kundenhände gegeben. Zum Zug kamen ausschließlich altgediente Ferraristi, Freunde des Hauses mit übervollem Bankkonto und mehr als einem roten Renner in der Garage. Inzwischen gibt es wieder Hoffnung für all die Scheichs und Multimillionäre, deren Enzo-Anfrage unbeantwortet blieb. Maserati zeigt auf dem Genfer Automobilsalon den MC 12, einen Supersportwagen mit Enzo-Genen, der die GT-Rennserien rund um den Globus erobern soll.

Technische Daten

Motor

Zwölfzylinder V-Motor

Hubraum

5.998 ccm

Leistung

630 PS

Länge/Breite/Höhe

5.143/2.096/1.205 Millimeter

Leergewicht

1.335 Kilogramm

Getriebe

Sequenzielles Sechsgang-Schaltung

0-100 km/h

3,8 Sekunden

0-200 km/h

9,9 Sekunden

Höchstgeschw.

330 km/h

Erhältlich ab

Sommer 2004

Maserati soll wieder siegen lernen

Ferrari-Chef Luca di Montezemolo will Maserati wieder siegen sehen. Der oberste Ferraristi hat die Traditionsmarke über Jahre hochgepäppelt und mit Know-How aus Maranello wieder konkurrenzfähig gemacht. Nun soll der Dreizack auf die Rennstrecke zurückkehren. Ziel: zuschauerfreundliche GT-Rennserien.

Enzo-Abkömmling

Nach einer geeigneten Plattform mussten die Maserati-Entwickler nicht lange suchen. Ferraris Enzo entwickelte sich zum idealen Teilespender. Fahrwerk und Motor übernahm Maserati vom Super-Ferrari. Darüber stülpten die Sportwagenbauer aus Modena ein superflaches Chassis aus Verbundwerkstoffen und verkleideten es mit einer im Windkanal optimierten Außenhaut aus Kohlefasern.

Auf die ausgeklügelte Aerodynamik seines großen Ferrari-Bruders muss der über fünf Meter lange Maserati allerdings verzichten. Wo der Enzo noch dank hoher Formel-1-Nase ohne hässliche Anbauteile zurecht kommt, sorgt beim MC 12 ein ausladender Heckspoiler für den nötigen Anpressdruck.

630 Enzo-PS

Die geschmähten Enzo-Fahrer werden es verschmerzen können. Wohl auch, weil hinter den beiden Schalensitzen der gleiche Zwölfzylinder kreischt, der auch den Über-Ferrari auf 350 Sachen Spitze schiebt. Im Maserati reichen die 630 PS, die das Kraftwerk aus sechs Litern Hubraum schöpft, immerhin für Tempo 330. Den Sprint von null auf 100 bringt die Rennflunder in 3,8 Sekunden hinter sich, 200 Sachen liegen nach 9,9 Sekunden an.

Abnehmbares Dach

Dementsprechend hart im Nehmen sollten Fahrer und Beifahrer sein. Von einem zwölfstimmigen Sinfonieorchester im Heck beschallt, den Körper in lederbezogene Sportsitze geklemmt und vom brettharten Fahrwerk auf jede Unzulänglichkeit des Straßenbelags aufmerksam gemacht, dürfte wenig Zeit dafür bleiben, sich über Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder das herausnehmbare Dach zu freuen.

Im Alltags-Einsatz mächtig gefordert sein wird allerdings ein verhältnismäßig kleines Knöpfchen im Cockpit. Damit lässt sich die tiefe Maserati-Nase sicher über allzu fiese Schlaglöcher und Gullydeckel lupfen.

Jochen Knecht

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