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32. Golf GTI-Treffen am Wörthersee 2013: Krawall und Glaskugel

Beim 32. GTI-Treffen am Wörthersee inszeniert sich der VW-Konzern selbst. Doch wer genau hinschaut, entdeckt zwischen Tuning und Protz auch Studien, die Elemente kommender Modelle vorwegnehmen.

Unter zwei Auspuffrohren, mindestens zwei Zentimeter Tieferlegung und Radhäuser, die mindestens vier Zentimeter breiter sind, geht beim GTI-Treffen am Wörthersee nichts. Jedes Jahr pilgern über 100.000 Jünger des VW-Klassikers nach Reifnitz im österreichischen Bundesland Kärnten. Jahrelang genoss das Treffen Kultstatus und blühte mehr oder weniger beachtet von der Öffentlichkeit vor sich hin. Doch vor sieben Jahren änderte sich einiges. Angeblich schlenderten damals VW-Chef Martin Winterkorn und der Vorsitzende des Aufsichtsrates Ferdinand Piech über das Treffen. Piech, der am Wörthersee eine Villa hat, meinte nur kurz: "Gell Herr Winterkorn, im nächsten Jahr sind wir auch dabei."

Gesagt, getan. Im folgenden Jahr trat der Volkswagen mit einem eigenen Stand vertreten und funktioniert die Zusammenkunft zunehmend zur hauseigenen Messe um. Die echten Pimp-My-Ride-Freaks finden sich mittlerweile eine Woche vor dem eigentlichen an der Tankstelle Mischkulnig oder auf dem großen Parkplatz in Faak am See, um Ihre Preziosen zu zeigen.

Dem Volksauflauf an Christi Himmelfahrt tut das wenig. Noch immer ziehen Volksscharen in das beschauliche Örtchen, um sich und ihresgleichen zu feiern. Noch immer ziehen die Herren der Schöpfung blank, werden Frauen bemalt, Autos und vor allem die dazugehörigen Models bestaunt, Reifen auf dem Gummi-Platz in weißen Rauch verwandelt, gejohlt, wenn eine Dame ihre Reize präsentiert und kräftig dem Gerstensaft zugesprochen. VW heizt die Stimmung noch mit Gastauftritten von Musik-Stars an. Nach DJ Ötzi, den Fantastischen Vier und Peter Maffay waren dieses Jahr Scooter mit Frontmann HP Baxter dran. Doch die Regie haben nicht mehr die Zuschauer, deren Forderung nach dem Erstlings-Hit "hyper, hyper" nicht erhört wurden.

Wer etwa genauer hinter die Kulissen der Studien schaut, entdeckt Interessantes und Zukunftweisendes. Die Studie "Design Vision GTI" nimmt optische Elemente kommender GTIs vorweg und zeigt, wie ein Sportwagen aussehen könnte. Immerhin werkelt ein Drei-Liter-TSI-Motor mit 503 PS und einem maximalen Drehmoment von 560 Newtonmetern unter der Motorhaube. Spitzengeschwindigkeit 300 km/h. Ganz nebenbei zeigten die Wolfsburger noch ein Sondermodell "Scirocco Million" mit 18 Zoll-Felgen und R-Line Applikationen, das den einmillionsten Scirocco feiert. Ebenfalls sehenswert ist ein Über-Amarok mit 272 Diesel-PS. Die hochwertigere Mittelkonsole und die Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Chromeinsätzen hinter Klarglas der Pickup-Studie nimmt Elemente des anstehenden Facelifts vorweg.

Bei Audi haben die Glaskugel-Konzept-Autos am Wörthersee ebenfalls Tradition. Die Ingolstädter präsentierten 2008 eine A3-Studie mit Fünfzylinder-Motor, daraus wurde dann der RS3. 2009 war es ein tiefergelegter Q5 mit einem klangmodulierenden Auspuff. Das ergab dann den SQ5 und der Soundanlage ging auch beim A6 in Serie. Vor zwei Jahren warfen der A1 und der S1 ihre Schatten voraus und im vergangenen Jahr war es der RSQ3. Diesmal durften sich die GTI-Fans über einen A1 Veredelung, mit der Aufschrift "leider geil" auf dem Türschweller und golden eloxierten Applikationen im Interieur und die Studie "Audi TT ultra quattro concept" freuen.

Zunächst schaut die Studie aus, wie ein etwas verbesserter konventioneller Audi TT. Im Innenraum werden die Unterschiede schon deutlicher: Dem Fahrer blickt auf ein programmierbares digitales hochauflösendes Display und statt Außenspiegel sind wie beim Porsche Panamera Sport Turismo Concept Kameras angebracht, die das Bild auf Monitore nach innen übertragen.

Noch interessanter ist das Blechkleid. Durch eine Mischung aus Magnesium, Aluminium und einem Dach aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CFK) hat der Audi rund 300 Kilogramm abgespeckt. Die nächste Generation wird sicher nicht ganz so viel Gewicht verlieren, aber von einem Minus von etwa 200 Kilogramm geht man in Ingolstadt aus. Dass der 2.0-TFSI-Motor 310 PS schafft, dürfte dagegen kein großes Problem darstellen.

Seat und Skoda richten den Blick ebenfalls nach vorne. Die Spanier haben den "Seat Leon Cup Racer" mit 330 PS an den Wörthersee gebracht. Das brachiale Modell zeigt einen zukünftigen Tourenwagen und dürfte auch einiges vom neuen Serien-Seat-Leon Cupra offenbaren. Der "Skoda Rapid Sport" steht auf 19-Zoll-Alu-Felgen und eine aggressive Frontschürze mit großen Lufteinlässen. Angesichts dieser Modell- und Varianten-Vielfalt dürften Martin Winterkorn und Ferdinand Piech bei Ihrem traditionellen Rundgang zufrieden sein. Gut möglich, dass der Patriach dem VW-Chef "gell Herr Winterkorn, gut, dass wir da sind" zuflüsterte.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.