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Dschungelcamp 2014: Das verrückte Hotel Marolt

Vergessen Sie das Sacher. Das Hotel Marolt am Klopeiner See ist dank Larissa und Hausbursche Engelbert derzeit die berühmteste Herberge Österreichs. Dabei kommt es in Hotelbewertungen nicht gut weg.

Von Jens Maier

Das Hotel Marolt im Sommer: Vor allem die Lage direkt am See überzeugt die Gäste.

Das Hotel Marolt im Sommer: Vor allem die Lage direkt am See überzeugt die Gäste.

Wegen Winterruhe geschlossen. Trotz Saisonpause erlebt das Familienhotel Marolt am Klopeiner See in einen nie dagewesenen Besucheransturm. Das Vier-Sterne-Haus rangiert unter den häufigsten Google-Suchbegriffen deutschlandweit - und übertrifft damit sogar so berühmte Hotels wie das Sacher in Wien. Zu verdanken ist das der Tochter des Eigentümers. Und dem Hausburschen Engelbert.

Es ist Samstagabend um kurz vor 23 Uhr. Dschungelcamp-Kandidatin erzählt ihren Mitbewohnern Anekdoten aus ihrem Leben. Und vom Hotel ihrer Eltern. Die besitzen ein 140-Zimmer-Haus am - wie es in der Werbung des örtlichen Tourismusverbands heißt - "wärmsten See" Österreichs, dem im Sommer bis zu 30 Grad warmen Klopeiner See. Der liegt zirka 35 Kilometer vom berühmten Wörthersee entfernt. In den Wintermonaten geht es in der 4300-Einwohner-Gemeinde St. Kanzian normalerweise eher ruhig zu. Doch in diesem Jahr ist nichts normal.

Engelbert ist "die ganze Zeit besoffen"

Vor laufenden Kameras berichtet Larissa freimütig von den "verrückten Angestellten". Da ist zum einen Hausbursche Engelbert. "Der ist die ganze Zeit besoffen, er hat meinen Vater angespuckt und mit dem Besen geschlagen", sagt Larissa. Engelbert saufe in einer Tour, schlafe auf der Wiese und käme dann direkt zur Arbeit. Doch Engelbert ist nicht der einzig schräge Hotel-Angestellte: "Unser Pauli, das ist unser Abwäscher, der sieht aus wie ein Troll. Das ist kein Witz. Das ist der netteste Typ auf Erden, aber er muss ab und zu in den Knast.“

Auch über ihre Eltern verrät Larissa pikante Details. Ihr Vater, Hotelier und FPÖ-Politiker Heinz Anton Marolt, sehe aus wie Elvis Presley, ihre Mutter wie Marilyn Monroe. "Sie bringen sich fast um, aber sie sind immer noch zusammen", sagt Larissa, um wenig später im zu bitten: "Könnt's meine Eltern anrufen und fragen, ob noch alle leben?“ Mit derartigen Anekdoten liefert Larissa derzeit die wohl beste Werbung für das Hotel ihrer Eltern ever. Ever, ever!

Hotel schneidet nur mittelmäßig ab

Noch während der Sendung am Samstagabend brachen die Server des Hotel Marolt unter der Last der Suchanfragen zusammen. "Auch am Sonntagabend hatten wir noch mehr als 87.000 Zugriffe", sagt Heinz Anton Marolt zu stern.de. Statt sich über die Indiskretionen seiner Tochter aufzuregen, freut sich der Hotelier über die kostenlose PR. "Larissa macht einen guten Job", sagt er. Die Buchungsanfragen für die Zimmer (ab 50 Euro pro Person) schnellen in die Höhe. Dabei ist das Hotel erst wieder ab Ostern geöffnet.

Larissa und der wohl berühmteste Angestellte des Hotels, Hausbursche Engelbert (mit Vogelspinne)

Larissa und der wohl berühmteste Angestellte des Hotels, Hausbursche Engelbert (mit Vogelspinne)

Urlaub im verrückten Hotel Marolt. In Hotelbewertungsportalen schneidet das Haus allerdings nur mittelmäßig ab. "Zimmer nur teilweise renoviert, mit Ikea eingerichtet oder veraltete Einrichtung, an sich nett", schreibt eine Besucherin auf Holidaycheck.de, die im vergangenen Sommer zu Gast war. Vor allem das Restaurant kommt bei ihr schlecht weg: "Essen vermeiden." Lob findet hingegen die Lage direkt an der Seepromenade. Auf Tripadvisor.de bekommt das Vier-Sterne-Haus sogar nur eine Weiterempfehlungsrate von 34 Prozent.

Den Larissa-Fans dürfte die Bewertung ohnehin egal sein. Sie wollen nach St. Kanzian kommen, um Familie Marolt, Abwäscher Pauli und Hausbursche Engelbert kennenzulernen. Doch wer den schnauzbärtigen Engelbert und seine Vogelspinne sehen will, sollte noch warten. Im Winter arbeitet er nicht im Hotel Marolt. Auch wenn er dank Larissa jetzt berühmt ist.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo