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Angst vor Stracke-Nachfolger: Opel dreht sich im Kreis

Nach dem Abgang von Vorstandschef Stracke sucht Opel wieder mal einen Sanierer, der alte Probleme anpackt. Der Neue könnte bald präsentiert werden. In den Werken herrscht Angst vor einem Kahlschlag.

Von Margret Hucko und Matthias Ruch

Der Mann auf dem Elektrokarren ballt die Faust. "Rainer, du musst Druck machen", ruft er dem Gewerkschaftsboss in Bochum von seinem Wägelchen aus zu. Dann winkt er Rainer Einenkel wie einen Kellner zu sich heran. "Sag mal, besteht noch eine Chance für uns?", fragt er mit gedämpfter Stimme. Seit Jahren fährt der 58-Jährige, dessen Name ungenannt bleiben soll, im Opel-Werk Bochum Autoteile vom Presswerk in den Rohbau. Wie lange er dort noch arbeiten kann, ist offen. Das Management verweigert ihm und seinen gut 3200 Kollegen eine Perspektive über das Jahr 2016 hinaus. Bochum taumelt wieder zwischen Hoffen und Bangen; seit letzter Woche stärker als zuvor.

Der unerwartete Abgang von Opel-Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke am Donnerstag schürt in der Belegschaft neue Ängste vor einem Kahlschlag: vor allem in Bochum, aber auch im Werk in Eisenach. Beschäftigte sorgen sich, die Konzernmutter General Motors (GM) könnte nun einen Nachfolger berufen, der härter durchgreifen wird als Stracke. Einen wie den Amerikaner Steve Girsky, der bereits den Aufsichtsrat von Opel führt und Strackes Amt nun kommissarisch übernommen hat. In einer E-Mail an die Mitarbeiter kündigte Girsky bereits am Wochenende an, man müsse das Geschäft künftig "anders machen als bisher und dabei schnell handeln". Bereits am Dienstag könnte der Aufsichtsrat von Opel zu einer Sondersitzung zusammenkommen und danach den neuen Mann präsentieren.

Stracke war erst seit April 2011 im Amt. Zuletzt rückte der Ingenieur von seinen Plänen ab, den Standort Bochum schon 2015 zu schließen. Doch sein zögerlicher Sanierungskurs stieß GM böse auf. Sein Rücktritt ist in Wahrheit eine Demontage durch GM-Chef Dan Akerson.

GMs schmerzvolles Europageschäft

Mit Strackes Abgang steht nun auch sein "Deutschland-Plan" zur Zukunft der hiesigen Werke zur Disposition, der eigentlich bis Oktober verabschiedet werden sollte. Der Frankfurter IG-Metall-Chef und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild forderte, an diesem Plan festzuhalten: "Die zwischen uns und dem Unternehmen vorgesehenen Gespräche müssen wie vereinbart geführt werden", sagte er. Auch die Politik ist alarmiert: Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) appellierte an Opel, den bisherigen Kurs fortzusetzen. "Wir werden als Politik darauf achten, dass die Opel-Standorte in ihren Interessen nicht gegeneinander ausgespielt werden", sagte er. Dies war zuletzt bereits in England passiert. Das Werk Ellesmere Port sicherte sich mit umfangreichen Zugeständnissen und Lohnverzicht einen Teil der Produktion des Opel Astra.

Als aussichtsreichste Kandidaten für die Nachfolge von Stracke werden in Unternehmenskreisen nun Strategiechef Thomas Sedran und Produktionschef Peter Thom gehandelt. Sicher scheint bereits heute: An heftigen Einschnitten wird der neue Opel-Chef nicht vorbeikommen. Denn in Detroit gilt das Europageschäft als "größter Schmerz" im Konzern. In den vergangenen zehn Jahren sammelte GM in Europa einen Verlust von insgesamt 14 Milliarden Dollar an.

Für die Investoren in den USA gibt es seit der Rückkehr GMs an die Börse im November 2010 nicht mehr viel zu lachen. Bis auf 39 Dollar war der Aktienkurs Anfang 2011 gestiegen, dann brach er um die Hälfte ein und liegt nun unter der 20-Dollar-Marke. Die US-Regierung, die ihre Anteile eigentlich längst hatte verkaufen wollen, kann zu diesem Kurs nicht aussteigen. Und die Krise in Europa gilt unter Investoren als größte Belastung für den Konzern.

Opel braucht eine Allzweckwaffe an der Spitze

Der Einbruch der Nachfrage in Europa ist zwar kein originäres Opel-Problem. Alarmierend ist hingegen, dass die GM-Tochter zuletzt doppelt so stark wie der Markt verlor. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden in den EU-Staaten 7,7 Prozent weniger Autos verkauft als noch im Jahr zuvor.

Während Marken wie Volkswagen wegbrechende Geschäfte in Europa aber durch steigende Verkäufe andernorts kompensieren, ist Opel auf wichtigen Wachstumsmärkten wie China, den USA oder der Asean-Region entweder gar nicht oder nur geringfügig vertreten. GM untersagte Opel bis dato eine Expansionsoffensive zum Schutz der Weltmarke Chevrolet.

Das größte Problem sehen Branchenexperten allerdings im angeschlagenen Markenimage. "Wie bekommt man die Marke wieder hoch?", fragt ein Opel-Kenner rhetorisch. Der neue Opel-Chef müsse deshalb eine Allzweckwaffe sein: ein Ass im Marketing, gut im Vertrieb und im Hinblick auf die Kooperation mit PSA jemand, der die Entwicklung kenne. Allerdings erscheint die taumelnde Marke für hoffnungsvolle Manager wenig attraktiv. Eine interne Lösung gilt daher als wahrscheinlich.

Produktionsvorstand Peter Thom kennt Bochums Betriebsratschef Rainer Einenkel jedenfalls schon von persönlichen Besuchen. Einen Tag vor Strackes Rücktritt hatte Einenkel ihm noch Vorschläge darüber unterbreitet, wie er das Werk über 2016 hinaus absichern könnte - beispielsweise mit Auslaufmodellen für Wachstumsmärkte in Osteuropa. Gegenüber dem Fahrer im Presswerk, der um seine Zukunft bangt, gab sich Einenkel daher weiter optimistisch: "Du bleibst bis 2020 hier."

FTD

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Margret Hucko und Matthias Ruch