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Konzernchef Stracke stellt sich Belegschaft: Zukunft der Opelaner in Bochum hängt am "Zafira"

Die Sorge der Bochumer Opel-Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz wächst. Jetzt fordert der Betriebsrat eine Zusage von Opel-Chef Stracke, dass das Model "Zafira" weiterhin im Ruhrgebiet gefertigt wird.

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke wird an diesem Montag zu einer Belegschaftsversammlung im Werk Bochum erwartet. Der Betriebsrat fordert eine Zusage, dass der "Zafira" für die gesamte Laufzeit des Modells im Bochumer Werk bleibt. Hintergrund der Forderung sind immer größer werdende Sorgen in der Belegschaft. Weil der "Astra" von 2015 an nur noch im Ausland gefertigt werden soll, werden weitere Verlagerungen befürchtet. Derzeit läuft eine Modellvariante des "Astra" im Stammwerk Rüsselsheim vom Band.

Opel betonte bereits im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Belegschaftsversammlung, dass man zu allen bisherigen Zusagen wie dem Standortsicherungs-Vertrag stehe. Demnach sind bis Ende 2014 keine Werksschließungen und keine betriebsbedingten Kündigungen möglich. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA gibt es allerdings noch keine Entscheidung darüber, wie die Zukunft des Werks in Bochum nach 2014 aussehen wird. In dem Werk arbeiten 3200 Frauen und Männer.

An der Belegschaftsversammlung in Bochum wollen nach früheren Angaben als Gäste auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (beide SPD) teilnehmen.

"Opel steht zu allen seinen Zusagen"

Der "Astra", das mit Abstand wichtigste Fahrzeug von Opel, soll von 2015 an nur noch im britischen Ellesmere Port und in Gliwice (Polen) gefertigt werden. Sollte Bochum im Gegenzug die Produktion des Familienautos "Zafira" an das Stammwerk in Rüsselsheim verlieren, könnte dies nach Befürchtungen von Arbeitnehmervertretern das Aus für das Ruhrgebiets-Werk bedeuten. In Rüsselsheim gibt es nach früheren Angaben Gespräche über eine zukünftige Auslastung. Der "Astra"-Fünftürer wird seit dem August des vergangenen Jahres im "Insignia"-Werk Rüsselsheim gefertigt.

"Opel steht zu allen seinen Zusagen, wie zum Standortsicherungs- Vertrag, der bis Ende 2014 keine Werksschließungen und keine betriebsbedingten Kündigungen zulässt", betonte ein Sprecher von Opel am Wochenende. Und das obwohl sich die Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert hätten. Er verwies auf einen seit Jahren schrumpfenden Automarkt in Westeuropa und eine daraus resultierten Preiskampf.

Der Betriebsrat des Eisenacher Werks sieht die Umbaupläne von Opel gelassen. "Es gibt einen Vertrag, der die Produktion des Kleinwagens "Corsa" auch nach dem Modellwechsel im Thüringer Werk sichert", sagte der Eisenacher Betriebsratsvorsitzende am Samstag. Zum Modellwechsel in zwei Jahren würde die Produktion im spanischen Saragossa zwar aufgestockt, das Thüringer Werk werde jedoch noch 28 Prozent aller "Corsa" produzieren.

jar/DPA / DPA

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