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Audi A6 40 TDI / 50 TDI Quattro: Herr aller Ringe

Der Audi A8 hat es vorgemacht, dann kam der A7 Sportback - jetzt folgt der kaum kleinere Sechser. Mit dem A6 wollen die Ingolstädter dem Hauptkonkurrenten 5er BMW die Oberklassekrone vom Kopf reißen.

Audi A6 50 TDI Quattro - mit 210 kW / 286 PS bestens unterwegs

Audi A6 50 TDI Quattro - mit 210 kW / 286 PS bestens unterwegs

In unseren Breiten führt die A6 Limousine kaum mehr als ein Schattendasein, denn der geneigte Audi-Kunden steigt bevorzugt in die schicke Kombiversion namens Avant ein. Bei der Neuauflage zeigt sich die Limousine jedoch insbesondere von außen schicker und eleganter denn je. Im Innenraum gibt es keine großen Überraschungen, denn hier bietet der neue A6 das, was zuvor A8 und A7 überaus erfolgreich einführten. Der Audi A6 hatte es zuletzt schwer, denn auch wenn er durchweg überzeugen konnte, war der 5er BMW sportlicher und die Mercedes E-Klasse komfortabler. So reichte es immer nur zu Platz zwei. Auch wenn die Dreiliter-V6 die Idealbesetzung für den Audi A6 sind, entscheiden sich die meisten Kunden in Europa bisher für den Einsteigerdiesel 2.0 TDI, der in der neuen Audi-Nomenklatur wenig einsichtig A6 40 TDI heißt und immerhin 150 kW / 204 PS und 400 Nm maximales Drehmoment liefert.

Herr aller Ringe
Audi A6 50 TDI Quattro - mit 210 kW / 286 PS bestens unterwegs

Audi A6 50 TDI Quattro - mit 210 kW / 286 PS bestens unterwegs

Gerade in Sachen Fahrdynamik konnte der neue Audi A6 im Vergleich zu seinem Vorgänger nennenswert nachlegen. Ein Grund ist die optional mitlenkende Hinterachse, die den fast fünf Meter langen Bayern agiler als zuvor macht. Das macht sich nicht nur bei schneller Fahrt, sondern gerade auch in der City positiv bemerkbar. Die bis Tempo 60 in Gegenrichtung lenkenden Hinterräder reduzieren den Wendekreis auf gerade einmal 11,1 Meter - das die A3-Format. Das Plus an Komfort, Stabilität und Wendigkeit hat jedoch seinen Preis. Zu den 2.000 Euro Aufpreis für die mitlenkende Hinterachse gesellen sich weitere 2.000 Euro für die dann obligatorische Luftfederung. Im Fahrbetrieb zeigt sich schnell, dass man auf die Kombination aus mitlenkender Hinterachse und variabler Luftfederung wenn möglich nicht verzichten sollte. Für die, die mehr als Geld achten, gibt es wahlweise Stahlfederfahrwerk oder Verstelldämpfer.

Auf keinen Fall sollte man jedoch einen Bogen um die serienmäßigen Quattro-Versionen (nur Option beim Basisdiesel A6 40 TDI) machen, denn wirklich dynamisch ist der Audi A6 nur mit dem empfehlenswerten Allradantrieb unterwegs, der nicht nur die Motorleistung perfekt auf den Boden bringt, sondern den 1,8 Tonnen schweren Viertürer agiler und fahrfreudiger denn je werden lässt. Bei den V6-Quattro-Modellen gibt es in Verbindung mit der Achtgangautomatik einen mechanischen Allradantrieb mit selbstsperrenden Mittendifferenzial. Die Kraftverteilung von normal 40:60 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse kann je nach Fahrsituation 70 Prozent nach vorne und 80 Prozent nach hinten transferiert werden. In Verbindung mit dem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe gibt es einen fahrdynamisch weniger anspruchsvollen Allradantrieb, der die Kraft nur dann an die Hinterachse bringt, wenn die Vorderachse in Grip verliert, was sich positiv auf den Verbrauch auswirkt. Klasse ist die direkte und leichtgängige Lenkung, die die Audi A6 Limousine eine Dimension kleiner erscheinen lässt, als er ist.

Wer besonders kraftvoll und sportlich unterwegs sein möchte, entscheidet sich für den A6 55 TFSI mit der 250 kW / 340 PS starken Kombination aus aufgeladenem Dreiliter-V6 und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die beste Symbiose aus geringem Verbrauch und entsprechendem Durchzug bietet der A6 50 TDI Quattro, dessen Dreiliter-V6-Diesel 210 kW / 286 PS und 600 Nm leistet. Wer sich mit weniger zufrieden geben will oder als Dienstwagenfahrer muss, der entscheidet sich bevorzugt für den kleinen V6-Diesel, der mit seinen 231 PS immer noch besser unterwegs ist als das Einstiegsmodell des Audi A6 40 TDI, der mit zwei Litern Hubraum, vier Zylindern und 150 kW / 204 PS auskommen muss. Während der neue Audi A6 im Juni in den Handel kommt, folgt der wahlweise mit Front- oder Allradantrieb erhältliche Basisdiesel A6 40 TDI erst im Herbst. Gute Entscheidung: die Handschaltung wurde bei allen Motorvarianten des Oberklasse-Audi gestrichen.

Während eine A6-Version mit Plug-In-Hybrid ebenso wie beim kleinen Audi A4 bis auf weiteres im Programm fehlt, sind alle Modelle mit einem Mild-Hybrid-System ausgestattet. In den V6-Modellen arbeitet ein aufwendiges 48-Volt-Bordnetz mit Startergenerator, wobei der kleinere Vierzylinder mit einem einfachen 12-Volt-Netz auskommen muss. Die intelligente Motorelektronik sorgt nicht nur für eine weichere Start- und Stoppfunktion des Triebwerks, sondern zwischen 34 und 160 km/h auch für einen bis zu 40sekündigen Zero-Emission-Mode, der bis zu 40 Sekunden andauert. So gibt Audi den Normverbrauch des kraftvoll beschleunigende A6 50 TDI Quattro mit 5,5 Litern Diesel an während die 204 PS starke Basisversion deutlich unter fünf Litern trinken dürfte. 0 auf Tempo 100 spurtet der Top-Allradler in 5,5 Sekunden und wird bei 250 km/h elektronisch eingebremst.

Aus dem Audi A7 und dem Topmodell A8 bekannt ist das moderne Bediensystem mit zwei Touchscreens für Navigation und Klimatisierung sowie den Wegfall eines Dreh-Drück-Stellers auf der Mittelkonsole. Verarbeitung sowie Übersichtlichkeit sind exzellent und wer es sich einmal in die optionalen Komfortsitze mit Klimatisierung und Massagefunktion bequem gemacht hat, möchte gar nicht mehr aussteigen. Ahhhhhh…wie entspannend. Ebenso üppig wie bei der Coupévariante des A7 ist auch das A6-Platzangebot, wobei es für die Fondpassagiere sogar noch ein Plug an Kopffreiheit gibt. Das Ladevolumen von 530 Litern liegt 10 Liter unter dem der Mercedes E-Klasse und hat die gleiche Größe wie der 5er BMW. Der Basispreis für den Audi A6 in der empfehlenswerten Motorvariante des 50 TDI Quattro liegt bei 58.050 Euro, was einen Preisunterschied von 7.500 Euro im Vergleich zum identischen Audi A7 Sportback bedeutet. Immerhin gibt es hierfür serienmäßig Navigationssystem, LED-Scheinwerfer und ein Basispaket an Fahrerassistenzmodulen. Es ist jedoch kein Problem, einen bestens ausgestatteten Audi A6 50 TDI an die 80.000-Euro-Marke zu drücken und selbst das Basismodell dürfte mindestens 45.000 Euro kosten. Auch da hat er längst zu 5er BMW und Mercedes E-Klasse aufgeschlossen. Wie auch sonst.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.