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Bentley Continental GT V8 Coupé: Perfect Match

Der Bentley Continental ist als Zwölfzylinder das derzeit wohl beste Luxuscoupé der Welt. Doch wie schlägt sich der imageträchtige Brite mit dem kleineren, aber alles andere als schwachen Achtzylinder?

Bentley Continental GT V8 Coupé

Bentley Continental GT V8 Coupé

Ganz offen: kaum schlechter als mit dem Dutzendzylinder des Bentley Continental W12. Design, Ausstattung, Allradantrieb, jede Menge Leistung und Nobelambiente gibt es auch bei der V8-Version des Continental. Dazu ist der Klang, den das doppelt aufgeladene V8-Triebwerk an Innenraum und Umgebung abgibt, schlicht betörend. Satt wummern die acht Brennkammern und lassen selbst das grandiose Soundsystem des britischen Viersitzers mit seinen opulenten 2.200 Watt in den Hintergrund treten. Das Geräuschniveau im Innern setzt Maßstäbe für ein Coupé; nicht zuletzt Dank eines cW-Wertes von 0,29.

Perfect Match
Bentley Continental GT V8 Coupé

Bentley Continental GT V8 Coupé

Statt der 635 PS des W12 ist unter der konturierten Haube des Achtzylinders ein kaum weniger ansehnliches Antriebsmodul verbaut. Der rund 200.000 Euro teure Vierliter-V8 leistet 404 kW / 550 PS und ab knapp 2.000 Touren ein maximales Drehmoment von üppigen 770 Nm. Aus dem Stand spurtet der knapp 2,2 Tonnen schwere Konkurrent von BMW 8er, Mercedes S-Klasse und Aston Martin DB11 nicht zuletzt Dank Allradantrieb in 4,0 Sekunden auf Tempo 100 und ist mit 318 km/h Höchstgeschwindigkeit kaum langsamer als sein Bruder mit dem Zwölfzylinder. Jedoch ist der Realverbrauch des Continental V8 mit rund 12 Litern nennenswert geringer als beim Topmodell, der sich schnell über die 15-Liter-Marke wendet. Wem auch immer von den Bentley-Kunden, die durchschnittlich fünf bis acht Autos in der eigenen Garage haben, der Verbrauch des Achtzylinders gerade in der Innenstadt zu hoch sein sollte: es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, wann neben dem Bentayga PHEV auch die anderen Bentley-Modelle mit einem Hybridmodul ausgerüstet werden.

Grandios ist das komfortable und auf Knopfdruck allemal straffe Luftfederfahrwerk, das sich entsprechend den Fahrmodi ebenso variabel anpasst, wie die Kraftfluss zwischen den beiden Achsen. Entsprechende Wankbewegungen werden nicht komplett herausgefiltert, aber gerade in den Modi Sport und Bentley angenehm reduziert. Je flotter man unterwegs ist, fallen jedoch die knapp 2,2 Tonnen Leergewicht des Continental V8 auf, das den Allradler zum Kurvenrand drückt. Zudem dürfte die Lenkung gerade im Sportmodus noch direkter sein und mehr Rückmeldung von der Fahrbahn geben. Das achtstufige Doppelkupplungsgetriebe arbeitet gut, jedoch gerade im Komfortbereich nicht auf dem Niveau einer entsprechenden Achtgangautomatik, wie sie zum Beispiel im direkten Konkurrenten dem BMW M 850i Cabrio verbaut ist. Technisch ist der Bentley Continental dabei mit dem Porsche Panamera verwandt, was ihm jedoch nicht anzusehen ist. Von ihm stammen jedoch Übernahmeteile wie V8-Turbo, Achtgang-Doppelkupplung, Plattform oder Allradantrieb.

Typisch Bentley zeigt sich der Innenraum als eine perfekte Inszenierung aus Luxus und Moderne. Die Instrumente hinter dem Lenkrad sind animiert, während der Fahrer den 12,3 Zoll großen Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts per Schalterdruck in eine Dekorfläche oder analoge Uhren verwandeln kann. In der Realität werden die meisten Kunden auf den Bildschirm jedoch kaum verzichten wollen; liefert er doch die wichtigsten Informationen rund um Navigation, Bedienung, Klang oder Unterhaltung. Die Sitzposition auf den angenehm konturierten und mit Leder von süddeutschen Kühen bespannten Sitzen ist perfekt, wobei die Sitzkühlung ebenso wie die Massagefunktion eine Vitaminspritze vertragen könnte. Das Platzangebot im Fond ist jedoch angesichts der überschaubaren Gesamtlänge von 4,85 Metern überschaubar und so sehen die beiden Fondsessel des 2+2+-Sitzers besser aus, als sie sich für Erwachsene nutzen lassen. Der Laderaum, obligatorisch elektrisch zu öffnen oder schließen, fasst 385 Liter.

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