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Chevrolet Malibu Eco: Massenmarkt

Während Opel aus den Negativ-Schlagzeilen in Europa nicht herauskommt, hat sich General Motors längst berappelt. Besonders die Kernmarke Chevrolet zeigt sich auf dem Heimatmarkt zeitgemäßer denn je. Bestes Beispiel ist der neue Malibu.

Malibu, die sonnenverwöhnte 13.000-Einwohner-Gemeinde nördlich von Los Angeles, kennt auch in Europa jeder. Hier wohnen die Schönen und Reichen, genießen ihre prächtigen Villen, das kühle Wasser des Pazifiks und die Tatsache, dass Probleme am Ortseingangsschild des Pacific Coast Highway zumeist abgegeben werden können. Der Name der Mittelklasselimousine aus dem Hause Chevrolet könnte daher seit 35 Jahren kaum besser gewählt sein. Nicht, dass die wohl betuchten Bürger von Malibu statt Range Rover, 7er BMW oder Porsche 911 ein schnödes Mittelklassemodell von Chevrolet bewegen würden, doch auch in den USA gilt der Leitspruch "Nomen est Omen".

Im Vergleich zu vergangenen Malibu-Generationen ist das aktuelle Modell in seiner achten Auflage besser denn je. Ein Grund hierfür ist der zunehmende Blick der Amerikaner nach Europa. Man wollte dem farblos gewordenen Chevrolet Malibu, der aus dem Schatten von Toyota Camry, Hyundai Sonata und Co kaum noch herauskam, wieder mehr Konturschärfe geben. Wer dem 4,86 Meter langen Malibu auf das allemal sehenswerte Blechkleid schaut, sieht daher Elemente, die man auch bei Opel Insignia oder gar dem Chevrolet Camaro vorfindet - kein schlechter Ansatz. Im Innern sieht das kaum anders aus. Während die Instrumente einen tiefen Schluck Camaro in sich tragen, zeigen Mittelkonsole und Bedienelemente nennenswerte Opel-Züge. Die Sitze könnten mehr Verstellmöglichkeiten und ein Plus an Seitenhalt bieten, doch ein beledertes Armaturenbrett, das griffige Steuer und ansprechende Schalter lassen einen von deutschen Premiumfahrzeugen träumen - zumindest kurz. Der Laderaum ist durch das hier verbaute Akkupaket eingeschränkt. Doch 405 Liter dürften für die meisten Kunden schon deshalb reichen, weil sich der linke Teil der Rückbank nach vorne umklappen lässt. Rechts sitzt das Akkumodul.

Der Antrieb zeigt Licht und Schatten. Hier schwimmt der Amerikaner ebenso wie seine Kundschaft, die in dieser Liga nur selten bereit ist, viel Geld auszugeben, in einer trägen, wenig konturstarken Masse. Während die Hybriden in Europa nicht auf die Beine kommen, gehören Mittelklasseversionen bei den US-Volumenmodellen längst zum guten Ton. Selbstbewusst trägt der in Kansas City produzierte Chevrolet Malibu Eco das Hybrid-Signet gar nicht im Namen. Doch der Antrieb ist hybrid. Denn während die Hauptarbeit beim amerikanischen Fronttriebler ein 2,4 Liter großer Vierzylinder-Saugmotor erledigt, springt ihm ein Elektromodul immer wieder engagiert zur Seite, um den Verbrauch zu senken oder die Dynamik zu erhöhen.

Der Vierzylinder mit variablem Ventiltrieb und Direkteinspritzung wirkt nicht nur bei starken Leistungsabforderungen etwas blutleer und beleidigt die Insassen mit einem Motorsound, der keiner ist. Das 2,4 Liter große Triebwerk leistet 134 kW / 182 PS und ein maximales Drehmoment von 233 Nm, die bei 4.900 U/min zur Verfügung stehen. Der Elektromotor steuert weitere 15 kW / 20 PS und 150 Nm bei. Das reicht für Tempo 200. Der Normverbrauch liegt bei 8,2 Litern und soll sich auf der Landstraße oder bei geruhsamer Highway-Fahrt gar auf 6,4 Liter reduzieren. In der Realität kam der Amerikaner mit knapp neun Litern Normalkraftstoff auf 100 Kilometern aus. Für diese Klasse, die 1,6 Tonnen Leergewicht und angesichts dessen, dass der Motor trotz Direkteinspritzung kein absolutes Hightech-Triebwerk ist, ein solider Wert. Mit dem 60 Liter großen Tank sind mehr als 700 Kilometer drin. Besonders träge und wenig überzeugend präsentiert sich die sechsstufige Getriebeautomatik, die den Vierzylinder mehr lähmt als das Beste aus ihm herausholt. Immerhin funktioniert die Abstimmung mit der Start-Stopp-Automatik problemlos. Der Fahrkomfort des 1,6 Tonnen schweren Chevrolet Malibu Eco ist dagegen angenehm. Vorausgesetzt man rattert nicht über endloses Kopfsteinpflaster oder wiederkehrende Querfugen, rollt der Malibu ordentlich ab und verwöhnt die Insassen mit einem überaus geringen Geräuschniveau. Sowohl Motor- als auch Windgeräusche halten sich im Hintergrund.

Ähnlich wie Europa macht auch in der amerikanischen Mittelklasse nicht zuletzt der Preis die Musik. Der ordentlich ausgestattete Chevrolet Malibu Eco kostet faire 26.845 Dollar, rund 22.000 Euro. Inklusiv elektrischer Ledersitze mit sieben Zoll großem Touch-Screen-Soundsystem, Alufelgen und Metalliclack sind es 29.380 Dollar, rund 24.000 Euro. US-typisch gibt es fünf Jahre Garantie für den Antrieb und acht Jahre für das Elektromodul. Seit 1964 wurden vom Chevrolet Malibu mehr als 8,5 Millionen Fahrzeuge verkauft. Mit dem neuen Design und der zeitgemäßen Technik dürften es noch ein paar mehr werden. Der Angriff auf Toyota Camry, Hyundai Sonata, Kia Optima und Honda Accord hat begonnen. Sowohl der Chevrolet Malibu als auch das Hybridmodul bleiben dem deutschen Markt bis auf weiteres vorbehalten.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.