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Chevrolet Trax 1.4 Turbo: Ähnlich und doch anders

Mit gebührendem zeitlichen Respektabstand zum Opel Mokka beginnt der technische Bruder Chevrolet, um die Käufer zu buhlen. Die GM-Manager haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und verordneten den beiden Kompakt-SUVs deutlichere Unterscheidungsmerkmale.

Stringentes Markenmanagement ist so etwas wie die Königsdisziplin von Managern in Multi-Marken-Konzernen. Nicht immer gelingt das, wie auch VW bei Seat bitter erfahren musste. Auch GM schaffte es in der Vergangenheit nicht immer, die enge technische Verwandtschaft zwischen den Opel- und den Chevrolet-Modellen überzeugend zu kaschieren. Beim Trax und beim Mokka ist besser gelungen, als bisher.

Obwohl der Euro-Ami die Kaffee-Gene seines Rüsselsheimer Bruders nicht gänzlich verleugnen kann, fallen doch ein paar Unterschiede ins Auge: vor allem an der Fahrzeug-Front mit der typischen Chevrolet-Bowtie und der Motorhaube mit wenigeren Kanten. Dafür sind die hinteren Radhäuser beim Trax akzentuierter. Dass der Chevy-Kompakt-SUV mit 4,25 Metern Länge drei Zentimeter kürzer ist, als der Mokka, fällt dagegen nur Meterstab-Fetischisten auf.

Im Innenraum schaut die Sache dann schon ganz anders aus. Beim Trax dominiert das motorradähnliche Cockpit mit einem Rundinstrument und einer etwas antiquiert anmutenden digitalen Anzeige. Angenehm bemerkbar macht sich auch die entschlackte Bedieneinheit - Chevrolet MyLink sei Dank. Das Infotainment-System inklusive des Sieben-Zoll-Monitors entspricht im Grunde Opel Intelli-Link, wie man es aus Modellen, wie zum Beispiel dem Adam kennt. Auch beim Trax können Apps eingebunden werden und die Bedienung gibt keine großen Rätsel auf.

Beim Chevy-Interieur regiert das Hartplastik. Die Interieure-Designer haben sich alle Mühe gegeben, dieses Manko mit verschiedenen Farben und Oberflächen so gut wie möglich wettzumachen. Größtenteils gelingt das auch, aber gegen den Klopf-Test ist nun mal kein Kraut gewachsen. Die Verarbeitung ist in Ordnung, aber nicht überragend. Zum Beispiel sind nicht alle Übergänge von den Stoffen zu den Kunststoff-Verkleidungen sind perfekt beziehungsweise bündig. Die Sitze sind bequem, haben aber eine zu kurze Oberschenkelauflage und etwas zu wenig Seitenhalt.

Beim Platz lässt sich der Trax nicht lumpen. Auch hinten haben groß gewachsene Mitteleuropäer Platz. Bequem ist der Reisen im Fond allerdings nur für zwei und nicht für drei Personen. Der Kofferraum überzeugt mit einem Fassungsvermögen von 356 bis 1.370 Litern. Dazu gibt es noch einen großen Stauraum unter dem Ladeboden.

Das Fahrverhalten rundet den positiven Eindruck ab. Der Trax ist keine Sänfte und etwas straffer ausgelegt, was sich bei schnellen Kurvenfahrten durchaus positiv bemerkbar macht. Die werden durch die harmonisch und ausreichend direkte Lenkung unterstützt. Dank des optionalen Allradantriebs verliert der Trax auch in engen Kehren nicht die Contenance. Dafür reagiert das Fahrwerk bei groben Schlägen bisweilen etwas Hölzern, aber beileibe nicht unkommod. Der 1,4-Liter-Turbobenziner hat allerdings seine liebe Mühe mit dem 1,4-Tonnen-schweren Kompakt-SUV. Solange man ohne große Gaspedalbewegungen einfach so im Verkehr mitfährt, ist das 140-PS-Triebwerk stark genug. Geht es aber ambitionierter zur Sache, wirkt der Turbo, wie auch im Mokka angestrengt und lässt das alle Anwesenden auch mit einem deutlich vernehmbaren Knurren wissen.

Bleibt zuletzt nur noch ein Blick auf die Preis-Liste. Da punktet der Trax. Für 16.990 Euro, das sind 2.000 Euro weniger, als der Rüsselsheimer Bruder kostet, bekommt der Käufer bereits die frontgetriebene Basisversion LS mit 115 PS. Serienmäßig sind ESP, sechs Airbags, ein Start-Stopp-System und ein CD-Radio mit sechs Lautsprechern. Ab der Version LS+ ist dann auch eine Klimaanlage an Bord und der Allradantrieb mit dem 1,4-l-Turbo oder dem 1,7 l-Diesel auf Wunsch kombinierbar.

Press-Inform / pressinform
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.