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Suzuki Vitara: City-Schick statt Offroad

Suzuki will jetzt schick werden. Der neue Vitara verärgert alte Allrad-Kunden und präsentiert sich als flotter City-SUV.

Lange Jahre hatte Suzuki einen Lauf. Seit dem knackigen Swift die neuen Modelle schlugen ein, untermalt von einem üppigen Marketingaufwand und stimmungsvollen Außendarstellungen. Doch in den letzten Jahren sind die Japaner blass geworden und haben sich auf ihre Kernkompetenz Allrad zurückgezogen. Das letzte Wagnis war die Mittelklasse Limousine Kizashi, die zumindest in Deutschland selbst unter den Außenseitern ein Exot blieb.

Der neu aufgelegte Suzuki SX4 S-Cross bietet kaum mehr als eine evolutionäre Weiterentwicklung; und Weltbewegendes mehr gibt es auch beim neuen Vitara nicht zu bewundern. Mit einer Länge von 4,18 Meter ist der ab Frühjahr nächsten Jahres erhältliche Suzuki Vitara gut 30 Zentimeter kürzer als sein Vorgänger Grand Vitara und deutlich kleiner als die Konkurrenz von VW Tiguan, BMW X1 und Toyota RAV4 unterwegs. Selbst der Opel Mokka ist noch etwa zehn Zentimeter länger. Für Familien ist das schade, aber der Markt der kleinen SUV boomt und davon versucht sich Suzuki nun auch ein Stück abzuschneiden. Das Design ist eine Evolution des bisherigen Modells, wirkt aber gefälliger. Der wuchtige Geländelook des Grand Vitara wurde deutlich gemildert. Mehr Lifestyle soll durch Farbvariationen erreicht werden: Dach und Grill können farblich abgesetzt werden. Auffällig ist auch der neue Hüftschwung über dem hinteren Radlauf. Neben dem dunkel oder hell kolorierten Dach können auch Kühlergrill, Kotflügelverbreiterungen und Teile der Instrumententafel in Kontrastlackierungen bestellt werden. Das Platzangebot geht vorne und hinten in Ordnung, wobei die Oberflächen zwar durchaus wertig, aber ebenso wie Schalter und Bedienmodule blass und lieblos wirken. Der Laderaum fasst 375 Liter.

Wie beim SX4 S-Cross lässt das Motorenduett den Kunden nicht viel Wahlmöglichkeiten. So wird der rund 1,2 Tonnen schwere Suzuki Vitara wahlweise von einem 1,6 Liter großen Benziner oder Diesel mit ebenfalls jeweils 120 PS angetrieben, wobei der Benziner optional als Automatikversion zu bekommen ist. Beide Modelle sind als Allradler und mit Frontantrieb im Programm. Während der Normverbrauch des Benziners zwischen 5,3 und 5,9 Litern liegt, benötigt der 1,6 Liter große Commonraildiesel 4,6 bis 4,8 Liter. Für Sicherheit sorgen neben sieben Airbags und ESP unter anderem Abstandstempomat und ein Notbremsassistent.

Preislich dürfte der neue Suzuki Vitara deutlich unter dem Einstiegspreis der aktuellen Version mit kurzem Radstand starten, der bei knapp 20.000 Euro beginnt. Alles in allem ist das eine gewagte Operation. Der alte Grand Vitara war bei Bauern und Förstern wegen seiner Offroadfähigkeiten beliebt und hatte in seinem Preissegment kaum Konkurrenz. Schicke City-SUVs gibt es dagegen wie Sand am Meer. Der Wettbewerb wird härter.

Gernot Kramper mit Agenturen

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