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Kaufberatung Gebrauchte: SUVs zum Schnäppchenpreis - darauf muss man achten

SUVs sind verhasst und zugleich hoch begehrt. Sind sie ein Jahr alt, werden manche Modelle erstaunlich preiswert angeboten. Wir zeigen, wie man günstig zu Allrad-Power und Offroad-Look kommt.

Für diese SUV - BMW X3, BMW X1 und VW Tiguan - existiert ein großes Angebot von Gebrauchten.

Für diese SUV - BMW X3, BMW X1 und VW Tiguan - existiert ein großes Angebot von Gebrauchten.

Die einen lieben SUVs, die anderen hassen die hochbeinigen Fahrzeuge, die nach Outdoor aussehen und dann doch nur in der Stadt benutzt werden. Sie gelten als Synonym für alles, was im Verkehr schief läuft: protzig, durstig, überdimensioniert. Genau aus diesen Gründen sind die SUVs aber auch extrem beliebt. Sie verkörpern eine Prise Abenteuer im Alltag - und das lassen sich viele etwas extra kosten.

In Anschaffung und Unterhalt ist ein SUV immer teurer als beispielsweise ein Opel Corsa in Basisausstattung, klar. Aber manche Modelle sind derzeit als junge Gebrauchte erstaunlich günstig zu bekommen. Wie haben ein paar Angebote rausgesucht und die Preise in Relation zu anderen Wagen gesetzt. 

Kompakt-SUV Tiguan

Unser erster Kandidat ist der beliebteste Kompaktvan der Deutschen: der Tiguan von VW. Im Moment ist er günstig zu bekommen, denn der Modellwechsel ist in vollem Gange. Außerdem leidet VW und damit auch die Gebrauchtwagen unter der Dieselaffäre. Wer jetzt also einen ein Jahr alten Tiguan mit Zwei-Liter-Dieseltriebwerk kauft, wird irgendwann zur Nachrüstung müssen.

Dafür ist das Angebot groß und die Preise solide. Unser Beispiel-Tiguan soll 25.370 Euro kosten. Der Listenneupreis lag 15.000 Euro höher, dafür hat der Wagen für seine Klasse eine Vollausstattung, die ihren Namen verdient: 140 PS, Allradantrieb. Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, Klimaanlage, Navigationssystem und Anhängerkupplung. Einzige Einschränkung bei unserem Modell ist das Schaltgetriebe. Man kann einen vergleichbaren Wagen aber auch mit DSG-Getriebe finden. Dafür parkt unser Tiguan ganz von alleine ein. Zu dem Preis von 25.000 Euro würde man neu keinen vergleichbar ausgestatteten Golf bekommen.

Zweites Beispiel: der beliebte BMW X1. Das Preiseniveau des X1 liegt mehr oder weniger auf gleicher Höhe wie das des Tiguan. Unser Wagen ist ein BMW X1 xDrive18d mit 143 PS und einer Laufleistung von 28.000 Kilometern. Auch er bringt – ganz wie der Tiguan – Bi-Xenon-Scheinwerfer, Navigationssystem, keyless Entry und noch ein paar Nettigkeiten mehr mit. Wiederum ist nur ein Schaltgetriebe verbaut und es gibt auch keine Lederausstattung. Dafür stimmt der Preis: 24.850 Euro, statt 42.638 Euro, die er neu laut Liste kostet. In etwas über einem Jahr betrug der Wertverlust also rund 18.000 Euro – das sind 42 Prozent des Neupreises. So billig kommt man selten zu einem BMW. 

Beim Opel Mokka spart man deutlich weniger

Ganz so viel kann man bei einem Mini-SUV wie dem Opel Mokka nicht sparen. Für einen Opel Mokka 1.6 CDTI mit 136 PS und ohne Allrad werden nach einem Jahr und 30.000 Kilometern Fahrleistung 17.000 Euro aufgerufen. Die Ausstattung ist im Vergleich zu den angebotenen BMW X1 und VW Tiguan karo-einfach, und der Bling-Bling-Effekt ist beim Mokka deutlich niedriger. Dafür ist der Mokka aber auch 8000 Euro billiger als die größere SUV-Konkurrenz. Das gleiche Modell, neu und zum Listenpreis, würde etwa 24.000 Euro kosten. Kann man machen - aber unsere Meinung: Besser eine Tageszulassung mit 50 Kilometern auf dem Tacho nehmen.

Aufschlag beim BMW X3

Deutlich teurer wird es eine Klasse höher. Unser Beispiel ist ein BMW X3 und kostet drei Jahre alt fast 30.000 Euro, ein X3-Jahreswagen liegt fast bei 40.000 Euro. Von günstig kann man da kaum noch sprechen. Unser Beispielauto ist überschaubare 55.000 Kilometer gelaufen. In der Ausstattung legt der X3 noch eine Schippe drauf: 184 PS, Automatik statt Schaltgetriebe und Lederausstattung zeigen, dass dieser Wagen doch noch eine ganze Klasse oberhalb von X1 und Tiguan rangiert, was sich auch im Preis niederschlägt. Einschätzung: Der Preisverfall ist nicht so extrem wie bei X1 oder Tiguan, das Angebot ist günstig, aber kein Mega-Schnapper. 

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Modellwechsel führt zu Billig-Preisen

Den deutlichsten Preisverfall fanden wir bei X1 und Tiguan. Das liegt am Modellwechsel der Baureihen. Wem es also nichts ausmacht, das Vorgängermodell zu fahren, bekommt einen schicken SUV mit guter Ausstattung zum Schnäppchen-Preis. Monatliche Unterhaltskosten und einen vermutlich höheren Verbrauch sollte man bei der Kalkulation aber nicht vergessen.

Nissan Qashqai


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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.