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Umfrage 31 Prozent der Motorradfahrer würden lieber aufhören, als eine E-Maschine zu fahren

Motorräder sind Kultobjekte, es fragt sich, ob der E-Antrieb die Fans begeistern kann.
Motorräder sind Kultobjekte, es fragt sich, ob der E-Antrieb die Fans begeistern kann.
© RichLegg / Getty Images
Das Ende des Verbrenners naht. E-Motorräder sind möglich, für Zweirad-Liebhaber aber keine Alternative, sagt die Umfrage eines britischen Motorradclubs.

Immer mehr Länder verkünden den Ausstieg aus den Verbrennermotoren – zumindest bei Neufahrzeugen. In Norwegen soll es schon 2025 soweit sein, in Großbritannien 2030. Motorräder werden zwar meist nicht explizit genannt, aber es ist anzunehmen, dass auch Zweiräder betroffen sind.

Für die Hersteller von Motorrädern bedeutet das nichts Gutes. Im Prinzip ist es möglich, elektrische angetriebene Motorräder herzustellen, aber die bisherige Kundschaft reagiert skeptisch. Angesichts des drohenden Verbrenner-Aus in weniger als zehn Jahren hat die britische Motorcycle Action Group (MAG) eine Umfrage unter fast 5000 Fahrern durchgeführt.

Die befragte Gruppe ist gemessen an der Bevölkerung sicher nicht repräsentativ, da es sich um Motorrad-Enthusiasten handelt. Andererseits sind das die Personen, die tatsächlich ein Motorrad besitzen.

Nur 8,1 Prozent wollen, dass der Verband das Verbot akzeptiert, 36,4 Prozent verlangen eine Kampagne, um das Verbot hinauszuzögern, und 55,5 Prozent lehnen die Idee komplett ab.

Die Reaktionen auf einen kommenden Bann sind entsprechend. Nur 13 Prozent würden frühzeitig ein emissionsfreies Motorrad kaufen. 56,2 Prozent würden so lange wie möglich mit einem benzinbetriebenen Modell fahren. 31 Prozent würden aber ganz einfach aufhören, Motorrad zu fahren.

Umfrage nicht repräsentativ

Für die Hersteller von Motorrädern ist die Umfrage ein deutliches Warnzeichen. Nach einem Verbot würden fast 90 Prozent der bisherigen Motorradliebhaber kein Neufahrzeug kaufen. Für die Fahrer selbst ist das Problem überschaubar. Sie können sich vor Inkrafttreten des Verbots noch ein Neufahrzeug sichern oder sie pflegen eine alte Maschine weiter.

Motorradfahrer dieser Art sind eine spezielle Gruppe. Sie kaufen ihre Maschine nicht primär, um von A nach B zu kommen. Die Zeiten, in denen ein Motorrad die billige Alternative zum Auto war, sind lange vorbei. Heute ist es eine emotional hochbesetzte Liebhaberei und entsprechend empfindlich reagieren die Fahrer auf Beschränkungen beim Objekt ihrer Begierde. Eine zentrale Rolle spielt dabei der brachiale Sound der Maschine, er würde beim E-Motorrad durch ein leises Summen ersetzt.

Problem der autonomen Fahrzeuge

In der Umfrage spielt das "autonome Fahrzeug" keine Rolle. In dem Zeitraum nach 2030 werden immer mehr Roboterfahrzeuge die Straßen benutzen. Diese Flotten bewegen sich komplett regelkonform, ihre Präsenz wird auch die menschlichen Fahrer dazu zwingen, stets die StVO zu hundert Prozent einzuhalten. Für enthusiastische Motorradpiloten ist auch das keine verlockende Vision.

Auch wenn die Industrie Gefahr läuft, die Liebhaberkunden zu verlieren, sieht es beim Bestand der motorisierten Zweiräder anders aus. Weltweit werden immer mehr Innenstädte für den privaten Pkw-Verkehr gesperrt. Es ist anzunehmen, dass von diesen Maßnahmen Elektrofahrräder, aber auch kleine E-Motorroller profitieren werden. Die Zahl der E-Roller dürfte also zunehmen.


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