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"Custom Bike Life": Große Liebe Motorrad – über das wahre, raue Leben auf zwei Rädern

Motorräder aus dem Katalog sind nichts Besonderes. Überall auf der Welt stellen kleine Werkstätten handgemachte Motorräder her. Dieser Band feiert ihre Welt und ihre einzigartigen Zweiräder.

Die Werkstatt von Animal Boats.

Die Werkstatt von Animal Boats.

Warum von der Stange kaufen, wenn man ein ganz eigenes Motorrad haben kann? Jeder Fahrer liebt seine Maschine, bei einem indivualisierten Custom-Bike findet diese einzigartige Beziehung einen anderen Ausdruck, als  bei einem Motorrad aus dem Katalog.

Der opulente Band von teNeues "Custom Bike Life" feiert diese Bikes und diese Szene nicht nur in ausgesuchten Bildern. Der Wälzer ist ein Bild- und Reportageband, der nicht nur die Bilder, sondern auch die Geschichte hinter den Bikes beschreibt. Da die Texte in drei Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch – abgedruckt werden, erschlägt der Textumfang nicht. Vor allem macht es aber auch dem Laien Spaß, sich von Michael Köckritz in eine Welt entführen zu lassen, in der die Motorräder noch brutal, stylish und ohne besondere Zutaten sind. Köckritz zur Seite stehen vier ausgewiesene Mitarbeiter – die kleine Crew sorgt dafür, dass dieser Band "Seele" besitzt.

Wohlfühltourer, gebaut für den vermögenden Best-Ager, findet man hier nicht, jedes Motorrad ist ein eigenes Statement in Lack und Chrome.

Ursprünglich entstand die Custom-Bike-Bewegung aus einer Welle des Protest gegen die Gesellschaft. Sie waren ein "Katalysator" der Rebellion, zentrales Element einer Sub-Kultur der 1960er. Die Zeiten von Filmen wie "Scorpio Rising" sind allerdings lange vorbei. Heute müssen sich die stolzen Rebellen-Maschinen wohl oder übel in die lange Folge der analogen Retrotrends einreihen. Wie Köckritz es für seine geliebten Bikes formuliert: "In den letzten Jahren sind sie mehr und mehr  zum analogen Luxus in einer zunehmend digitalisierten Welt avanciert."

Analoges Lebensgefühl

Sei es drum, von dem Wunsch nach einer einzigartigen, mit der Hand gemachten Maschine leben heute kleine Werkstätten verstreut über die ganze Welt. Sie sind dann auch das Herz der Szene und des Bandes. Die Schrauber und nicht die Kunden sind die Helden des Bandes. Doch auch als Accessoire des Hipster-Lifestyle garantiert so ein Motorrad ein authentisches Fahrerlebnis. Es steht nach wie vor für Selbstverwirklichung und Lebensgefühl. 

Der Band verliert sich nicht in der Beschreibung technischer Details, er transportiert ein Lebensgefühl. Im Zentrum stehen die Maschinen – meist porträtiert wie Kunstobjekte. Doch erst inmitten von Werkstätten und neben ihren Erbauern werden diese kühlen Objekte wieder lebendig. Durch den ganzen Band zieht sich diese Spannung zwischen den polierten Ausstellungsstücken und dem rauen Leben auf der Straße. Mit Reportagen von Events wie dem "Wheels & Waves". Dort findet sich die Magie von Ruß und Dreck und von Öl verschmierten, schwieligen Händen. 

Custom Bike Life; Verlag: teNeues Media; Seitenzahl: 224; 49,90 Euro

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.