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Historischer Motorsport Moderne Gladiatoren lieferten sich Wagenrennen – mit Motorrädern statt Pferden

Diese australischen Polizisten lieferten sich 1936 ein erbittertes Rennen.
Diese australischen Polizisten lieferten sich 1936 ein erbittertes Rennen.
© Commons
In den 20ern und 30ern waren diese Rennen populär: Die Wagenlenker verkleideten sich als Römer und spannten Motorräder vor den Wagen. Die Gefahr, unter die Räder zu kommen, nahmen sie in Kauf.

Vom historischen Sandalenroman Ben Hur gibt es zahlreiche Verfilmungen. Während es im Buch lang und breit um die Ausbreitung des christlichen Glaubens geht, setzten alle Regisseure lieber auf handfeste Action anstatt auf die Gnade Gottes. Zentrale Szene der Filme ist immer das spektakuläre Wagenrennen im Hippodrom. In Rom und in Konstantinopel lösten diese Rennen in der Spätantike die blutigen Gladiatorenkämpfe als populärste Sportart ab. Wirklich humaner waren sie nicht, die Wagenrennen verliefen meist blutig.

Höhepunkt in den 1930ern

In den 1920ern und 1930ern Jahren haben diese Rennen zahlreiche Nachahmer inspiriert, die die lebensgefährlichen Wettrennen wiederbelebten. Allerdings spannten sie keine Pferde ein. Je zwei Motorräder zogen die römischen Rennkarren durch den Sand. In Australien, Neuseeland, den USA und einigen Teilen Europas war dieser Sport sehr populär.

Seinen Höhepunkt erreichte er in den 1930er Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg versank der Sport in Vergessenheit. Die Customizer unter den Motorradfahrern folgten anderen Idealen. Nur gelegentlich stellen Enthusiasten noch mal ein Gespann zusammen.

In den Anfängen saß noch ein Fahrer auf dem Motorrad.
In den Anfängen saß noch ein Fahrer auf dem Motorrad.
© Commons

Die Rennwagen wurden aus alten Weinfässern angefertigt, die mit einer Achse und Autoreifen versehen wurden. Die Wagenlenker mussten stehen, so wie in der Römerzeit. Zu Beginn wurden die Motorräder noch von eigenen Piloten gesteuert. Die Zeitschrift "Popular Mechanics" von 1922 zeigt so ein Gespann, der Artikel ist auch der erste Nachweis des Sports. Wahre Meisterschaft bedeutete aber bald, dass der Wagenlenker die Maschine kontrollierte. Dafür wurden die Motorräder mit einer Dechsel mit dem Karren verbunden. Die Steuerung erfolgte mit einem modifizierten Gashebel, an dem der Zügel befestigt war. So konnte der Wagenlenker die Geschwindigkeit der Maschinen verändern. Das war die Voraussetzung, um Kurven zu fahren.

Zwei Motorräder waren die Regel, doch es gab auch Gespanne mit vier Maschinen. Wie die Gänge gewechselt wurden, ist unklar, vermutlich konnte man nur hochschalten. Aktiv konnten die Motorräder wahrscheinlich nicht abgebremst werden. Man konnte sie höchstwahrscheinlich nur durch Wegnahme des Gases und einer Bremse am Karren verlangsamen.

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