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"Fast Forward": Stromlinien-Zigarren, rasende Keile und Raketenautos - diese Autos waren ihrer Zeit voraus

Concept Cars gießen die Visionen der Mobilität in konkrete Form. Der Band "Fast Forward" zeigt die berühmtesten Autodesigns der Geschichte und stellt die legendärsten Designer vor.

Tasco 48 von Gordon Buehring

Tasco 48 von Gordon Buehring

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Wann ist ein Design wirklich innovativ? Wann ist es wirklich spannend? Im Band "Fast Forward" werden die interessantesten Modelle der Automobilgeschichte vorgestellt. Die Auswahl folgt dabei ein wenig dem "Wow"-Effekt. Die gezeigten Wagen sind unzweifelhafte Designstücke – mit den Entwicklungslinien der Massenproduktion haben sie wenig zu tun. In ihnen kristallisiert sich der jeweilige Zeitgeist, man sieht Entwürfe, die radikal mit der herrschenden Formensprache brachen. Sie werden noch spannender, wenn parallel Straßenszenen der jeweiligen Zeit betrachtet werden. Manche Entwürfe schafften es durchaus, die Form der "echten" Autos auf den Straßen zu verändern. Andere blieben reine Kunstobjekte.

Träume der Mobilität

Hier blickt man direkt in die elegante Hexenküche der Automobilindustrie, die sich den Luxus geleistet hat, über den Tellerrand des für die Produktion Notwendigen hinwegzublicken. Kein Wunder, dass die sogenannten "Concept Cars" am meisten über den Geist der Zeit aussagen, denn sie loteten aus, was möglich wäre – wenn man all die Zwänge des Marktes und der Produktion außer Acht lässt. Begonnen hat diese Entwicklung in den 30er Jahren, als "rollende Skulpturen von umwerfender Schönheit und Eleganz" entwickelt wurden – so formuliert es Autokenner Jan Baedeker im Vorwort. Sie überschritten die Grenze zwischen Technik und Kunst. 

Und folgten doch dem Geist ihrer Zeit. Der Art-déco-Opulenz der Vorkriegszeit, folgten die Straßenkreuzer der 50er – die die Visionen des Jet- und Raketenzeitalters auf die Straße brachten. Bis die Straßenkreuzer dann von den keilförmigen, rasiermesserscharfen Konzeptautos der 1960er und 1970er Jahre abgelöst wurden. Wagen, die so flach waren, dass sie vom Rocksaum der Miniröcke überragt wurden.

Die Diktatur der Marke

Spannend blieb die Entwicklung auch danach. Aber durch neue Bauformen und Produktionsprozesse ist es heute weit schwieriger, einen gewagten Entwurf in fahrbreites Fahrzeug zu übersetzen – von einer zugelassenen Kleinserie gar nicht zu reden. Die Straßenfahrzeuge wurden zu Designobjekten von Messen. Baedeker bedauert zu Recht, dass das Einzelobjekt inzwischen immer unwichtiger wurde. Statt eines bahnbrechenden Entwurfs soll die Markenidentität durch die Concept Cars von heute gestärkt werden. Dabei kommen Visionen mit angezogener Handbremse heraus. Eine ästhetische Gleichschaltung ist in vollem Gange. "Mit austauschbarer Plattformtechnik und immer kohärenteren Designsprachen dienen die einzelnen Automodelle in erster Linie als Instrumente der Markenkommunikation."

In den Designabteilungen fehlen die innovativen Querköpfe. Flavio Manzoni, Designdirektor bei Ferrari, klagt: "Heutzutage nutzen Designer leider oft nur noch bewährte Bausteine, um zu überspielen, dass sie keine innovativen Ideen mehr haben. Es ist nun mal einfacher, eine Ikone neu aufzulegen als neu zu erfinden."

Auch ein Leseband

Der opulente und schwere Bildband ist mehr als ein reiner Augenschmaus. Er bietet zu allen Modellen und Designern neue Zugänge und Details, bleibt dabei aber auch für den Laien lesbar und verständlich. Die Auswahl von Abbildungen und Modelle folgt keinen strengen Kriterien, das liegt an der Natur der Sache, aber dennoch sind die Kriterien dann doch so fest, dass die Auswahl sich weitgehend mit der anderer Publikationen deckt. Wer derartige Bücher sammelt, muss mit Überschneidungen leben können.


Fast Forward. Autos für die Zukunft, die Zukunft des Autos

Jan Baedeker

49,90 Euro


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.