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Fahrbericht: SsangYong XLV: Tivoli XXXL

Mit dem XLV Bieter SsangYong künftig eine verlängerte Version des Tivoli an. Platz ist reichlich. Allerdings ist der XLV kein Billigheimer.

SsangYong XLV

SsangYong XLV

So richtig einig über die Nomenklatur ist man sich nicht beim europäischen Importeur des koreanischen Autoherstellers SsangYong: Rexton, Actyon Sports, Tivoli, Korando, Rodius - und jetzt XLV? XLV stehe für "E(x)iting (L)ifestyle (V)ehicle", erklärt man bei SsangYong. Dabei sind die Koreaner auf ihrem Heimatmarkt deutlich konsequenter: Da der XLV die verlängerte Variante des Tivoli ist, heißt er in Korea "Tivoli Air". Air für mehr Platz und Nutzraum. Geht als doch.

Tivoli XXXL
SsangYong XLV

SsangYong XLV

So oder so - der XLV bietet als um 23,8 Zentimeter in die Länge gezogene Version der Kompakt-SUV Tivoli in der Tat vor allem deutlich mehr Platz. Das nun 4,44 Meter lange Modell kommt bei gleich gebliebenem Radstand von 2,60 Metern auf rund 70 Prozent mehr Kofferraumvolumen. Das liegt nun bei 720 Liter. Klappt man die im Verhältnis 60:40 teilbaren Rücksitze um, bekommt man eine ebene Ladefläche. Die Ladekante ist nicht allzu hoch und der Ladeboden beginnt nur ein paar Zentimeter unterhalb der Kante. Der Grund: ein komplettes Reserverad unterhalb des Bodens.

Auch die Passagiere finden in dem leer rund 1,4 Tonnen schweren XLV gut Platz. Einzig die Sitzauflage der vorderen Sitze könnte etwas länger sein. Seitenhalt? Passt. Rückbank? Passt. Die Rücklehnen dort sind im Winkel von 32,5 Grad geneigt, was sie vor allem auf längeren Strecken etwas bequemer macht. Das Lenkrad macht auf sportlich, ist unten abgeflacht und mit Leder bezogen. Es funktioniert präzise, vermittelt aber beim Einschlag ein etwas synthetisches Gefühl. Gut ablesbar sind die zylinderförmigen Instrumente, deren Beleuchtung individuell einstellbar ist. Als Option gibt es einen hochauflösenden 7-Zoll-Bildschirm, über den sich das Audiosystem und - nochmal gegen Aufpreis - das von TomTom zugelieferte Navi bedienen lassen. Was der vor allem am Fernseher übliche HDMI-Stecker vorne für eine Funktion hat, wusste allerdings nicht einmal SsagYongs Entwicklungschef Soo Won Lee zu sagen. Immerhin: Es gibt ihn.

Optional liefert SsangYong für den XLV optional eine ganze Reihe von Assistenzsystemen. Dazu gehört ein Überschlagschutz, der ein Umkippen des Fahrzeugs bei abrupten Richtungswechseln verhindern soll, genauso, wie ein Bremsassistent oder ein Tempomat.

An Motoren bietet SsangYong für den XLV wahlweise einen Benziner oder einen Diesel an, beide mit 1,6 Litern Hubraum. Der neu entwickelte Benziner liefert 94 kW/128 PS und ein maximales Drehmoment von 160 Nm (bei 4.600 U/min.) ab. Laut SsangYong ist er für eine Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h gut. Der DIN-Verbrauch soll bei durchschnittlichen 7,1 Litern auf 100 Kilometern liegen.

Die bessere Wahl ist der Diesel - obwohl er mit 85 kW/115 PS nominal weniger Leistung hat und mit 174 km/h auch etwas weniger Topspeed bietet. Aber das maximale Drehmoment von 300 Nm, das schon ab 1.500 U/min. anliegt, sorgt real dann doch für ein agileres Fahren. In Kombination mit der sechsstufigen Automatik sorgt der Diesel für ein durchaus entspanntes Fortkommen. Wie bei so manchem Konkurrenten auch braucht es allerdings beim XLV einen kurzen Moment, bis er sich entschließt, den Druck aufs Gaspedal dann in Vorwärtsdrang umzusetzen. Nach offizieller Rechnung verbraucht der Diesel mit Allradantrieb und Automatik im Schnitt 6,3 Liter auf 100 Kilometer - real lassen sich da getrost zwei Liter drauf schlagen. Nackt und bloß - nur mit Frontantrieb und handgeschaltet - reichen laut DIN-Messung auch 4,7 Liter Diesel auf 100 Kilometern.

Die meisten SsangYong werden mit optionalem Allradantrieb verkauft - beim XLV dürfte es nicht anders werden, wenn er ab Mitte Juni beim Händler steht. Das System verteilt die Kraft des Motors je nach Straßenbeschaffenheit und Fahrsituationen automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse. Im Normalfall geht das gesamte Drehmoment an die Vorderreifen. Das sorgt durchweg für eine optimale Traktion - durchdrehende Reifen sind das Ding des XLV nun nicht. Der Allradantrieb macht aus ihm allerdings auch keinen ausgesprochenen Geländewagen. Dank einer Bodenfreiheit von 167 mm und eines Böschungswinkels von 20 Grad vorne und 20,8 Grad hinten sind Fahrten über holprige Feldwege und durch flache Gewässer kein Problem - aber schweres Gelände ist natürlich nicht drin.

In der Basisversion kostet der in Korea produzierte SsangYong XLV mit Benzinmotor, Frontantrieb und 6-Gang-Handschaltung ab 16.990 Euro. Der Diesel ist in gleicher Konfiguration ab 19.490 Euro erhältlich. Wer es auf die Spitze treiben will, mit Diesel, Allrad, Automatik und weitgehender Vollausstattung, der ist dann allerdings mit üppigen 30.490 Euro dabei. Aber auch dann ist immer noch etwas Luft nach oben.

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