HOME

SsangYong Korando: Wiederkehr eines Verlorengegangenen

SSangYong ist zurück auf dem deutschen Markt. Vermisst wurde die koreanische Marke zwar nicht, trotzdem lohnt der Korando einen Blick.

Plötzlich und unerwartet ist eine Automarke auf den deutschen Markt zurückgekehrt, die kaum einer so richtig vermisst hat: SSangYong. Ab sofort kann man auch hierzulande wieder einen Korando kaufen. SSangYong tummelt sich in der vollgestopften Klasse der Sports Utility Vehicle (SUV). Kinderkrankheiten dürfte der Wagen nicht mehr haben, denn er ist in vielen anderen Ländern schon seit 2009 zu haben. Und der Erfolg auf anderen Märkten, aber auch die Tatsache, dass dieses Marktsegment hierzulande wieder wächst, macht den Marketingstrategen aus Fernost Mut für einen Neuanfang in Deutschland.

Gefällige Form, gute Ausstattung

Während SsangYong früher für rustikale und zum Teil wagemutige Formen bekannt war, ist der Neue schon fast zierlich zu nennen. Kein Wunder, denn das Design ist in Italien von Giorgetto Giugiaro geschaffen worden, der unter anderem den Golf 1 entwarf. Auch die Innenraumgestaltung ist ansprechend. Das Armaturenbrett wirkt funktional und kommt ohne Schnickschnack wie überbordende Zierleisten oder sonstigen Schnörkel aus. Die Instrumente sind gut ablesbar und so wie auch sämtliche Hebel gut positioniert. Viele Ablagen und Staufächer erleichtern es, den Überblick im Innern zu behalten. Die Fußräume für Fahrer und Passagiere sind auf allen Plätzen großzügig bemessen. Obwohl wir es mit einem asiatischen Auto zu tun haben, müssen eher kleine Fahrer nach einer optimalen Position suchen. Gegen die Sitzmöbel ist nichts einzuwenden. Sie haben vorne sogar einen ausreichenden Seitenhalt. Hinten sind sie so umklappbar, dass ein veritabler und vor allem ebener Gepäckraumraum entsteht. Dann passen 1312 Liter Ladung hinein. In der Normalposition sind es immerhin noch 486 Liter.

Strammer Diesel

SsangYong spricht bei dem neuen Wagen von einem "Crossover", denn er soll eine Mischung aus SUV und PKW-Kombi sein. Dafür hat man dem Korando zunächst einen 175 PS starken Zwei Liter- Dieselmotor spendiert. Ein 150 PS starker Benziner folgt später. Das maximale Drehmoment des Selbstzünders beträgt 360 Newtonmeter und liegt zwischen 2000 und 3000 Kurbelwellenumdrehungen in der Minute. Damit verfügt er über ordentlichen Durchzug und eine ausreichende Spitzengeschwindigkeit von 179 km/h. Von Null auf Tempo 100 braucht das Auto zehn Sekunden. Dabei soll er im Schnitt mit 6,1 Litern Treibstoff auskommen. Damit stößt er 159 Gramm Co2 aus. Ein katalytisch arbeitender Russpartikelfilter ist serienmäßig an Bord.

Der Korando ist mit einem Sechsgangetriebe, das sehr leicht und präzise schaltbar ist, oder mit einer sechsstufigen Automatik zu haben. Ferner kann der Kunde zwischen Frontantrieb oder einem Allradantrieb wählen, der sich automatisch zu schaltet , wenn der Schlupf es erfordert. Bei losem oder glitschigem Untergrund kann der Allradantrieb auch manuell zugeschaltet werden. Dann wird die Kraft bis Tempo 40 fest über alle vier Räder auf den Boden gebracht. Der Korando kann überdies Anhänger bis 2000 Kilogramm ziehen. Bei unseren Testfahrten rund um Köln bewährte sich der Wagen aber auch mit seinen PKW-Eigenschaften.

Der Fahrer des Ford Mustang macht ganz schön auf dicke Hose

Das Fahrwerk ist ausgewogen und bewährte sich mit guter Spurtreue auch in zügig gefahrenen Kurven. Bei schneller Autobahnfahrt lief der Motor noch ruhig, Windgeräusche waren ebenfalls kaum zu vernehmen.

Der Einstiegspreis liegt bei 22.990 Euro. Dafür gibt es fünf Jahre Garantie bis zu einer Laufleistung von 100.000 Kilometern und eine Mobilitätsgarantie noch dazu. Die Grundausstattung namens Chrystal mit Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags sowie mit ESP und ABS ausgerüstet. Dazu kommen ein CD-Radio mit USB-Schnittstelle, Lenkradfernbedienung, Bluetooth-Schnittstelle, Klimaanlage sowie ein Tempomat mit Eco-Funktion. Mit zwei weiteren Ausstattungsstufen, in denen beispielsweise eine Sitzheizung, ein Lederlenkrad, eine Klimaautomatik oder Ledersitze geordert werden können, klettert der Preis dann maximal auf 27.990 Euro. Fazit: Mit dem SsangYong Korando bekommt man in allen Ausstattungsstufen jeweils viel Auto fürs Geld. Auf Image darf man allerdings keinen Wert legen.

Walter Hasselbring

Wissenscommunity