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Hot August Nights Reno: Oldtimerwelle in der Spielerstadt

Reno, Spielerstadt im Schatten von Las Vegas, hat schon bessere Zeiten gesehen. Bei den Hot August Nights ist vom Niedergang nichts spüren, wenn Oldtimer durch die heißen Straßen cruisen.

Der legendäre Woodward Dream Cruise, der jedes Jahr Mitte August in Detroit die automobilen Gefühle einer ehemals lebendigen Metropole wieder aufleben lässt, hat Weltruf. Kenner der Klassikszene zieht es im August mittlerweile jedoch nach Reno, Nevada. Die Hot August Nights tragen ihren Namen nicht nur dadurch zurecht, weil Temperaturen von über 35 Grad im Schatten Reno insbesondere tagsüber glühen lassen. Das sieht bei den Höhepunkten der Barrett-Jackson-Auktion tagsüber nicht anders aus als beim Dream Cruise, der in nicht enden wollenden Schleifen durch Reno und das benachbarte Sparks führt. Knapp eine Woche lang dreht sich zwischen dem über 2.000 Meter hoch gelegenen South Lake Tahoe am Fuße des größten nordamerikanischen Bergsees und der leicht verblichenen Spielermetropole Reno alles um das Thema Oldtimer.

Tage der Oldtimer

Wird der beeindruckend in die Landschaft eingebettete Lake Tahoe im Sommer ohnehin von tausenden Campern und Wassersportler belagert, so leben die Kasinostädte Reno und Sparks während der Hot August Nights auf und schütteln zumindest für ein paar Tage den übergroßen Schatten ab, den das rund 500 Kilometer weiter südöstlich liegende Spielermekka Las Vegas in die Bergketten der Sierra Nevada wirft. Die beiden Entertainment-Meilen Virginia Street und Sierra Street sind tagsüber und nach Sonnenuntergang nicht wiederzuerkennen. Aus Nevada, Kalifornien und benachbarten Staaten kommen zehntausende von Autofans mit ihren zumeist betagten PS-Monstern nach Downtown Reno und lassen die hubraumstarken Achtzylinder durch die kleinen Straßenschluchten der Handvoll Kasinohotels donnern, die zumeist schon bessere Zeiten gesehen haben. Das PS-Spektakel geht an den drei Hauptjuroren Bobby Alloway, Pete Chapouris und Bob Millard nahezu unbemerkt vorbei, hat das erfahrene Oldtimer-Trio alle Hände voll zu tun haben, aus den zahllosen Klassikern der "Show-n-Shine-Ausstellung" die 25 spektakulärsten Modelle herauszusuchen, um letztlich einen strahlenden Sieger zu küren.

Berühmte Oldtimer Auktion

Viele der Besucher haben tagsüber die verschiedenen Autoshows besucht, andere haben bei den spektakulären Barrett-Jackson-Auktionen zugeschlagen und den eigenen Fuhrpark um die ein oder andere Preziose, bevorzugt aus amerikanischer Produktion, ergänzt. Bei den Versteigerungen in Sparks stehen die klassischen US-Cars aus den 50er, 60er und 70er Jahren im Vordergrund. Nur abseits gibt es auch europäische Klassiker zu erstehen. Highlights der Auktion mit insgesamt mehr als 700 Fahrzeugen: die 1969er Dodge Super Bee 2 Door Hardtop, ein perfektes 1961er Corvette Cabrio in strahlendem hellblau oder das schwarze Pontiac GTO Cabrio mit der Turbo-400-Automatik.

Wer den rechten Traumwagen nicht gefunden hat oder dessen Preisgrenze nach oben durchbrochen wurde, taucht nebenan in die grenzenlose Welt der Automobilia ein und gönnt sich Plakate, Broschüren, Werbemittel oder andere Autodevotionalien aus einer vergangenen Zeit. Abends in Reno beim Dream Cruise bollern sich hunderte der insgesamt über 5.000 Klassiker vom 67er Ford Mustang über den 62er Corvair bis zum Chevrolet Caprice, Plymouth Barracuda oder zahllosen Chevrolet Corvette durch die ebenso foto- wie PS-freudigen Massen. Hot Rods, Rat Cars oder umgebaute Klassiker aus den 30er Jahren sorgen nicht nur unter dem illuminierten Torbogen von Reno mit dem Slogan "The Biggest Little City in The World" für Aufsehen. Nebenbei gibt es in Spielkasinos, auf Freiflächen und in dem Wüstendreieck Ausstellungen, Ausfahrten oder Drag Races. Wer sich für Burn Outs nicht begeistern kann, ist entweder zur falschen Zeit am rechten Ort oder amüsiert sich abseits der sengenden Hitze beim Hula-Hula-Wettbewerb im Atlantis Casino oder kühlt sich in den Hotelpools ab. Am Montag kehrt in Reno wieder Ruhe ein. Die Wüstenhitze bleibt, doch die automobilen Stars vergangener Zeiten sind bis zum nächsten August verschwunden. Immerhin gibt es im Siena Kasino einen neuen Fiat 500 zu gewinnen. Vielleicht wird der hier aus einmal zu einem Klassiker für die Hot August Nights in ein paar Jahrzehnten.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.