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Verrückter Parkstreit: Krankenschwester soll Arbeitgeber 170.000 Euro wegen Falschparkens zahlen

In Wales stritten ein Krankenhaus und die Angestellten über Parkplätze - denn die Mitarbeiter parkten auf Besucherplätzen. Das Hospital ließ über 100.000 Knöllchen ausstellen und will das Geld nun gnadenlos eintreiben. Insgesamt geht es um fast 15 Millionen Euro.

Dauerparken

Parkknöllchen sind in keinem Land der Welt beliebt – in Großbritannien sind sie allerdings besonders verhasst. Der Grund: Das Knöllchen-Geschäft wurde privatisiert und seitdem werden kleinste Übertretungen maximal bestraft. Nur in England konnte es geschehen, dass die ersten, die in der Londoner Terrornacht nach Aufhebung der Absperrung in die Terrorzone eilten, Knöllchen-Sheriffs waren, die alle Fahrzeuge mit abgelaufener Parkuhr aufschrieben.

Prinzipienfrage eskalierte

Ein ähnlicher skurriler Fall am University Hospital of Wales wurde nun vor Gericht verhandelt und entschieden. Das Ergebnis: Eine Gruppe von Krankenhausangestellten muss zusammen umgerechnet 14,5 Millionen Euro Parkstrafen zahlen. Eine einzige Krankenschwester soll 170.000 Euro Parkgebühren zahlen. 

Was ist die Geschichte hinter dem Urteil: Angestellte und Krankenhausverwaltung streiten sich seit Jahren um die Parkplätze. Das University Hospital of Wales ist eine Großklinik, sie gehört zum staatlichen Gesundheitswesen NHS. Für 6000 Angestellte stehen lediglich 1800 Parkplätze zur Verfügung. Viele Angestellte erreichen den Arbeitsort ohne Auto, andere parkten auf den Plätzen, die für Besucher reserviert sind. Und genau dafür gab es die Knöllchen.

Der Parkstreit schwelte über Jahre, für die Betroffenen endet er nun im Ruin.

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Ticket nach Noteinsatz

Offenbar steht hinter dem Streit auch eine Prinzipienfrage: Krankenhaus und der private Parkservice wollten keine zusätzlichen Parkplätze zur Verfügung stellen – die Angestellten wollten sie genau dazu zwingen. Sie sahen nicht ein, dass eine Krankenschwester, die wegen eines Notrufs möglichst schnell in den Operationssaal eilte, bei ihrer Rückkehr hinter ihre Windschutzscheibe ein Parkticket von umgerechnet 140 Euro vorfand. Insgesamt kamen so über 100.000 Knöllchen zusammen, die die Betroffenen nun zahlen sollen - zusätzlich zu den Gerichtskosten. 

Das Hospital liegt mitten in Cardiff – das ist zwar die größte Stadt in Wales, mit etwa 350.000 Einwohnern aber auch kein Ballungsraum, in dem die Angestellten aus dem Umland allesamt öffentliche Verkehrsmittel nutzen können. Was in den Nachtstunden ohnehin schwierig wäre.

Stress für die Angestellten

Robert O'Brien, 35, wurde auch zu einer Zahlung an den Parkdienstleister Indigo verurteilt. Er hatte bereits zuvor gekündigt. "Ich habe meinen Job bei der NHS aufgegeben, weil ich den ganzen  Stress mit diesen Bußen nicht mehr ausgehalten habe", sagte er zur "Daily Mail". "Es ist nicht zu viel verlangt, dass man einen Parkplatz gestellt bekommt, wenn man in Schichten rund um die Uhr arbeitet."

Gewerkschafterin Sue Prior vertritt die Parksünder, sie erklärte nach dem Urteil: "Das sind furchtbare Nachrichten für Ärzte und das Krankenhauspersonal im ganzen Land. Diese Leute erlauben einer privaten Firma so mit uns umzugehen. Da steckt doch kein gesunder Menschenverstand dahinter. Es ist so schrecklich viel Geld, das wir jetzt aufbringen sollen."

+++ Tipp: Hier erfahren Sie, wie oft Sie nach Ihrem geparkten Auto sehen sollten: +++

Dauerparken


Erster Musterprozess

Bezirksrichterin Clare Coates fällte das Urteil nur gegen drei Betroffene nach einem Pilotprozess. Es war das erste Verfahren. Doch es wird erwartet, dass die folgenden Urteile auf der gleichen Linie liegen werden und nun summarisch ergehen werden. Betroffenen Angestellte hoffen auf eine Resolution des Parlaments, um die Zahlung doch noch abzuwenden. Der Parkdienstleister sieht keine Schuld bei sich, man setze nur die Parkordnung des Auftraggebers um. Die Verwaltung des Krankenhauses sieht die Dinge naturgemäß anders. Sie verweist darauf, dass es sich bei den Parkrebellen nur um eine ganz kleine Gruppe handle, die pragmatische Lösungen wie eine sehr viel geringere Buße bei schneller Bezahlung kategorisch abgelehnt habe. Zum Grundproblem, dass das Krankenhaus extrem schnelles Eintreffen erwartet, die Parkplätze aber zum Privatprobleme erklärte, sagte die Verwaltung nichts.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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