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Maserati Quattroporte S Q4: Dynamischer Vorbote

Maserati spendiert dem Quattroporte einen Allradantrieb und haucht dem Flaggschiff so noch mehr Agilität ein.

Schick ist er der Quattroporte. Daran besteht kein Zweifel. Die straffen Linien, die blitzenden Scheinwerfer machen den Italiener zum Beau unter dem Mercedes S-Klassen- und BMW 7er-Einerlei. Doch bei aller Heckantriebs-Herrlichkeit, die der Italiener verströmt, zum echten Traktions- und Driftkünstler fehlte ein Allradantrieb. Bis jetzt.

Der Allradantrieb passt perfekt zum V6-Zylinder, da die Vorderachse leichter ist. Und mit 410 PS ist die Dreizack-Limousine nicht gerade schlecht bestückt. In 4,9 Sekunden feuert das Kraftwerk den immerhin 1,9 Tonnen schweren Italiener an die 100-km/h-Marke. Erst bei 283 km/h gebietet Luftwiderstand dem Vortrieb Einhalt. Diese Werte sind an sich schon recht beeindruckend, vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass der mit Ferrari entwickelte Sechszylinder nur 0,2 Sekunden langsamer beim Sprint auf 100 km/h ist, als der V8, aber mit 10,5 l/100 km 1,4 Liter weniger schluckt als der große Bruder. Das maximale Drehmoment von 550 Newtonmetern steht ab 1.750 U/min zur Verfügung und verleiht dem Italiener im Zusammenspiel mit der weich schaltenden ZF-Achtgang-Automatik einen geschmeidigen Antritt.

Das Geradeausbolzen ist eine Sache, aber der Kurven-Swing eine andere und in dieser Disziplin verleiht der bei Magna-Steyr entwickelte Allradantrieb dem Quattroporte Füße: In der Sport-Einstellung tanzt der große Maserati ziemlich behände um enge Kurven. Ganz Mutige schalten ESP und die Traktionskontrolle ab, dennoch bleibt der Quattroporte immer berechenbar und deutlich weniger nervös, als der kleinere Bruder Ghibli. Allerdings behindert der geringe Seitenhalt der Sitze die Drift-Ambitionen des Fahrers nachhaltig.

Selbst wenn das Heck zum Tanz bittet, kündigt es die Schrittfolge und die Richtung frühzeitig an und lässt dem Steuermann genug Zeit, das Schiff mit wohlkalkulierten Volantbewegungen wieder zurück in die richtige Bahn zu dirigieren. Allerdings erschwert die etwas leichtgängige Lenkung diese Aufgabe. Rückmeldung gibt es dagegen genug. Der Pilot ist jederzeit über die Grip-Verhältnisse informiert. Die Antipode zum entfesselten Rock \'n\' Roll ist der ICE-Modus. Da ist der der Quattroporte mit gebremstem Temperament unterwegs und bietet ein Übermaß an Sicherheit und Traktion. Selbst eisige Kurven und glatte Steigungen sind kein Problem.

Der Allradantrieb wiegt nur 60 Kilogramm und gehört so den Leichtgewichten seiner Zunft. Das System besteht im Wesentlichen aus einer Lamellenkupplung an der Vorderachse und einem mechanischen Sperrdifferential hinten. Damit sind auch einzelne Fahrzustände und Torque Vectoring darstellbar, was sich im Straßeneinsatz zeigt. Doch der Quattro verfälscht die DNA des Maserati nicht. Grundsätzlich bleibt der Quattroporte ein Hecktriebler, im Bedarfsfall können bis zu 50 Prozent der Kraft nach vorne geleitet werden. Das Gehirn hinter dieser Technik ist Paolo Dellacha, der von Ferrari kommt.

Die Entwicklung dieses Allradantriebes ist wegweisend für die Dreizackmarke. Schließlich kommt das System noch im Quattroporte-Brudermodell Ghibli zum Einsatz und wird auch dem 2015 erscheinenden SUV Levante Traktion verleihen. Also ist die Luxus-Limousine aus Modena technisch ein Vorbote und eine Alternative zu den deutschen Premium-Modellen. Doch der Preis von 107.700 Euro im Zusammenspiel mit den recht dürftigen Assistenzsystemen erschweren den Griff zum Dreizack.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.