HOME

Porsche Panamera Sport Turismo Turbo: Schwaben-Avantissimo

Audi zeigte auf der IAA im Herbst 2001 einst die sehenswerte Studie eines sportlichen Tourers namens Avantissimo. Bei den Ingolstädtern bliebt der Wagen bis heute ein Traum - Porsche machte das Gedankenspiel dagegen nunmehr zu einem realen Traumwagen.

Porsche Panamera Sport Turismo Turbo - 304 km/h schnell

Porsche Panamera Sport Turismo Turbo - 304 km/h schnell

Kombis sind derzeit alles andere als trendig. Viele, die sich über zwei Jahrzehnte für einen praktischen Kombi begeistern konnten, schielen längst zu einem SUV herüber oder fahren diesen bereits. Was tun, wenn der schnöde Kombi zu langweilig ist und der nötige Platz für ein Coupé oder eine Limousine fehlt? Immer wieder versuchten es in den vergangenen Jahrzehnten Hersteller mit einem Shooting Brake; einer betont lifestyle-orientierten Symbiose aus Kombi, Schrägheckmodell und Coupé. Schlicht gesagt sieht ein Shooting Brake dynamischer aus als ein Kombi; hat aber nicht dessen variablen Platzvorteile. Mercedes versuchte so seinem eleganten Vier-Tür-Coupé CLS einen Bruder zur Seite zu stellen - der floppte und bekommt in der neuen CLS-Generation keinen Nachfolger. Stattdessen versucht es erstmals Porsche mit einem ähnlichen Modell.

Schwaben-Avantissimo
Porsche Panamera Sport Turismo Turbo - 304 km/h schnell

Porsche Panamera Sport Turismo Turbo - 304 km/h schnell

Die Bezeichnung Panamera Sport Turismo soll dabei vorneweg keinerlei Gedanken zu einem blassen Kombi aufkommen lassen. Der Sport Turismo bietet kaum mehr Platz als der normale Panamera, lässt sich aber etwas leichter beladen und sieht ganz nebenbei besonders schick aus. Das Konzept ist nicht neu und wurde zum Beispiel mit der Konzeptstudie des Audi Avantissimo auf der Internationalen Automobilausstellung im Jahre 2001 leistungsstark und sehenswert auf breite Pneus gestellt. Bei Audi blieb dem Avantissimo die Serienumsetzung versperrt. Porsche setzt dieses 5,05 Meter lange Konzept nunmehr um und hofft im anhaltenden SUV-Wahn mehr Erfolg zu haben, als andere Shooting Brakes in den vergangenen Jahren. "Der Panamera Sport Turismo ist für Porsche der Vorstoß in ein neues Segment unter Beibehaltung aller Porsche-typischen Werte und Attribute", unterstreicht Michael Mauer, Designchef bei Porsche.

Bis zu B-Säule ist der Sport Turismo dabei mit dem normalen Panamera identisch. Doch während sich bei diesem die Dachlinie dann seicht nach unten verabschiedet, hat der Shooting Brake mehr Platz im Fond und ein Heck, das nicht nur wegen Rückleuchten und Scheibe stark an den Porsche Macan erinnert. Die verlängerte Dachlinie geht in einen verstellbaren Spoiler über, der sich variabel dem Tempo anpasst. Bis zu einer Geschwindigkeit von 170 km/h reduziert das aerodynamische Luftleitelement im eingefahrenen Zustand mit einem Winkel von minus sieben Grad den Luftwiderstand und trägt so zur Verbrauchsoptimierung bei. Ist man schneller unterwegs, fährt der Dachspoiler automatisch in die Performance-Stellung und erhöht mit einem Anstellwinkel von plus ein Grad Fahrstabilität und Querdynamik.

Was beim Porsche Panamera Sport Turismo ebenso überrascht wie bei der Schrägheckvariante ist es die Handlichkeit, mit der sich der über zwei Tonnen schwere Trum im Eiltempo durch enge Kurven pressen lässt. Je größer der Radius, umso prächtiger durchpflügt der 4+1-Sitzer Scheitelpunkt und Kurvenausgang. Die Lenkung präzise, wie man es von einem Porsche kennt und die Wankbewegungen sind so minimal wie sonst bei keinem anderen in dieser Liga. Bleibt die Frage nach der rechten Motorisierung. Wer sich das grüne Feigenblatt vorhalten will, dem sei der 462 PS starke Plug-In-Hybrid empfohlen, dessen 330 PS starker V6-Turbo mit Unterstützung des 136 PS starken Elektromotors in Sachen Tatendrang keine Wünsche offenlässt. Doch wenn schon Panamera und dann gleich den Sport Turismo, darf man sich gut und gerne auch gleich die Turboversion gönnen. 404 kW / 550 PS und 770 Nm ab 1.950 U/min sorgen für brachialen Vortrieb aus jedem Drehzahlbereich. Natürlich ließe sich auch mit der 330 PS starken V6-Basisvariante oder dem bulligen V8-Diesel leben; Allrad bieten schließlich alle und die sportlich-straff abgestimmte Luftfederung haben alle S-Versionen. Doch das perfekte Powerpaket bietet acht Brennkammern, vier Liter Hubraum, 550 PS trampelnde Pferde und über 300 km/h Spitze. Vollgas auf der Autobahn oder lässig über die Landstraße kreuzen? Wer es sportlich mag, findet hier eine Alternative zu den sportlichsten Varianten von BMW 7er oder Mercedes S-Klasse. Dazu passt auch das griffig und direkt arbeitende Doppelkupplungsgetriebe mit seinen acht Schaltstufen, das gerade unter Last prächtig arbeitet; ohne Wandler jedoch im Komfortbereich Wünsch offen lässt.

Mit dem Sport Turismo ist erstmals ein Panamera mit einer dreisitzigen Rückbank ausgestattet. Da die zwei äußeren Plätze als Einzelsitze ausgelegt sind, ergibt sich hinten allenfalls eine kaum nutzbare 2+1-Konfiguration. Real ist der Zuffenhausener ein Viersitzer. Optional kann der Panamera Sport Turismo auch offiziell viersitzig mit zwei elektrisch einstellbaren Einzelsitzen hinten bestellt werden. Bein- und Kopffreiheit sind vorbildlich - die Sitze könnten jedoch etwas nachgiebiger sein. Die Nutzbarkeit des Gepäckraums profitiert von der weit öffnenden, serienmäßig elektrisch betätigten Heckklappe und der knapp 63 Zentimeter hohen Ladekante. Bis zur Oberkante der Rücksitze bietet der Sport Turismo mit bis zu 520 Litern gerade einmal 20 Liter mehr Stauvolumen als die Sportlimousine. Dachhoch beladen und mit umgeklappten Fondsitzen erhöht sich der Zugewinn auf immerhin 50 Liter. Die drei Rücksitzlehnen lassen sich separat oder komplett umklappen (Verhältnis 40:20:40); die Entriegelung vom Gepäckraum aus erfolgt elektrisch. Sind alle Lehnen umgeklappt, entsteht eine nahezu ebene Ladefläche. Das Ladevolumen vergrößert sich in diesem Fall auf bis zu 1.390 Liter. Kein Kombi-Gardemaß, aber mehr als genug für Goldtasche und Kinderwagen.

Auf den Markt rollt der Porsche Panamera Sport Turismo Anfang Oktober. Die Preise beginnen in Deutschland für den 330 PS starken Panamera 4 Sport Turismo bei 97.557 Euro. Die Topversion Porsche Panamera Turbo Sport Turismo kostet mindestens 158.604 Euro.

pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.