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Roboterautos Schweizer Busse fahren erstmals ohne Fahrer

Der Shuttlebus eignet sich auch für winkelige Gassen.
Der Shuttlebus eignet sich auch für winkelige Gassen.
© Postbus
Die Zukunft des Autoverkehrs hat  in der Schweiz bereits begonnen. Die PostAuto AG setzt als erste Firma in Europa Robotorbusse im öffentlichen Verkehr ein.

Die Post-Busse sind eines der Wahrzeichen der Schweiz. Kaum ein Ort, der nicht von den gelben Bussen mit dem Posthorn angelaufen wird. Nun rüstet sich das Unternehmen für die Zukunft und setzt autonome Busse erstmals in Europa im öffentlichen Raum ein, wie "Heise" berichtete. Der fahrerlose Elektrobus des französischen Herstellers Navya heißt Arma und bietet etwa zehn Passagieren Platz.

Die Bezeichnung Smartshuttle deutet schon an, dass sein Einsatzbereich nicht gerade die Langstrecke ist. Arma wurde gebaut für den Verkehr auf Werksgeländen, Flughäfen, Messen und Innenstädten. Vor dem Einsatz in der Schweizer Kleinstadt Sitten wurde der Typ mehrere Monate auf einem Privatgelände getestet, nun kann es in der Stadt losgehen. Ähnliche Modelle waren schon im Einsatz, aber dabei handelte es sich um Fahrzeuge, die nur entlang einer eigenen abgegrenzten Spur fahren durfte, Arma fährt hingegen auf den kleinen und verwinkelten Straßen von Sitten und muss dort auch mit kreuzenden Radfahren zurechtkommen.

Probebetrieb des Roboterautos mit Begleiter

Den Verkehr überwacht der Bus mit einer Stereo-Vision-Kamera und drei Laserscannern. Ganz autonom ist der Bus allerdings nicht, seine ordnungsgemäße Funktion wird von einer Zentrale aus überwacht. Zur Not kann eingegriffen werden. Damit nicht genug: In der ersten Einsatzphase fährt ein Begleiter mit jedem Bus mit. Er hilft den Passagieren und kann den Bus zur Not per Knopfdruck stoppen  Ein halbes Jahr lang werden zwei Armas ihren Probebetrieb absolvieren. Ihre Route fahren sie an sechs Tagen in der Woche mit einer beschaulichen Geschwindigkeit von 20 km/h ab. Technisch möglich sollen jedoch auch 45 km/h sein.

Für einen regulären Betrieb nach dem Versuch unter Praxisbedingungen fehlen noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Neben der technischen Erprobung will man herausbekommen, wie Kunden und andere Verkehrsteilnehmer auf den neuen Fahrzeugtyp reagieren. Entscheidend für die Akzeptanz wird sein, ob die smarten Kleinbusse ihr halbes Testjahr ohne Unfälle absolvieren.

Zukunft ohne Busfahrer

Schon vom Typ her kann Arma keine regulären Linienbusse ersetzen. Sollte sich das System bewähren, könnten die autonomen Kleinbusse verstärkt Innen- und Altstädte erschließen, die von regulären Bussen bisher nicht befahren wurden. Aber auf lange Sicht wird diese Entwicklung den Busfahrer arbeitslos machen. 


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