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Personalpolitik bei Tesla Schlechte Noten vom Chef – Tesla wirft Hunderte Angestellte raus

Tesla hat ein strahlendes Image, doch den Angestellten weht ein harscher Wind ins Gesicht.
Tesla hat ein strahlendes Image, doch den Angestellten weht ein harscher Wind ins Gesicht.
Tesla-Motor hat zu wenig Personal, feuert diese Woche aber Hunderte von Angestellten. Der Grund: Sie sind von ihren Vorgesetzten schlecht beurteilt worden. Gleichzeitig sucht die Firma intensiv nach neuen Mitarbeitern.

Ein kleiner Schock in Palo-Alto: Tesla Motors hat mit seinen E-Autos zwar noch nie einen Dollar verdient, gilt aber als eine der angesagtesten Technologiefirmen der Welt. Außerdem produziert Tesla selbst in den USA und wählt nicht den Weg von Apple. Die Hochpreisgeräte mit dem Apfel werden von Subunternehmen in Billiglohnländern zusammengeschraubt.

Aber ein Job bei Tesla Motors ist alles andere als sicher. Obwohl die Firma händeringend neue Mitarbeiter sucht, sollen bis zu 700 Mitarbeiter von den etwa 33.000 Angestellten gefeuert werden. Das sind immerhin über zwei Prozent.

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Kein Platz bei Tesla Motors

Die Firma erklärte, es würde sich nicht um Stellenstreichungen oder um Kosteneinsparungen handeln. Die meisten Jobs sollen neu besetzt  werden. Die betroffenen Ingenieure, Manager und Fabrikarbeiter haben in der jährlichen Beurteilung einfach schlecht abgeschnitten. "Wie bei jedem Unternehmen, insbesondere bei einem von über 33.000 Mitarbeitern, führen Leistungsbeurteilungen gelegentlich zu Entlassungen", so ein Sprecher. "Tesla wächst weiter und stellt weltweit neue Mitarbeiter ein." 

Genaue Zahlen wollte der Sprecher nicht nennen, er sagte nur, die meisten Entlassungen seien Verwaltungs- und Verkaufsstellen außerhalb der Produktion. Die ansässige Zeitung "The Mercury News" konnte unter Zusicherung der Anonymität mit Tesla-Angestellten sprechen. Aus Angst vor Repressalien wollte niemand mit seinem Namen in dem Blatt erscheinen

Rauswurf am Band

Eine Vorwarnung soll es nicht gegeben haben, auch wurde sich nicht auf Neulinge beschränkt. Fabrikarbeiter Juan M. arbeitet seit vier Jahren für Tesla. Allein aus seinem Abschnitt in der Fabrik in Fremont sollen 60 Arbeiter entlassen worden sein. In den letzten Monaten sei er zwei Mal verspätet zur Schicht erschienen. Er habe geglaubt, die Vorfälle mit seinem Vorarbeiter geklärt zu haben, sagte Juan dem Blatt. Aber dann sei ihm mitten in der Schicht auf die Schulter geklopft worden und der Boss sagte ihm: "Du musst dir einen neuen Job suchen."

Tesla kämpft in dem Werk in Fremont mit einer wachsenden Unzufriedenheit der Arbeiter, die schlechter als in der Autobranche üblich bezahlt werden. Der Firma wird vorgeworfen, dass Vorgesetzte und Sicherheitsleute Arbeiter regelmäßig bedrängen, die sich für Gewerkschaften im Werk einsetzten. Unter den Entlassenen sollen sich Pro-Gewerkschafts-Arbeiter befinden, angeblich wurden sie gezielt herausgesucht.

Unklar ist, ob die Entlassungswelle sich nun jährlich wiederholen wird, oder ob sie ein einmaliger Vorgang war. Dann könnte sie in Zusammenhang mit den Problemen der Produktion des Tesla 3 stehen. Nach Berichten des "Wall Street Journal" soll die Produktionsstraße des Mittelklassemodels Tesla 3 so anfällig sein, dass die Fahrzeuge per Handarbeit montiert werden mussten. Der große Kehraus würde auch bedeuten, dass ein Versuch unternommen wird, die Probleme in der Produktion in den Griff zu bekommen. Den Entlassungen der 700 stehen nämlich auch Beförderungen und Lohnerhöhung bei den Arbeitern entgegen, die bei der Beurteilung sehr gut abgeschnitten hatten.


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