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Autonomes Fahren Tesla muss zugeben, dass Elon Musk bei den technischen Fähigkeiten der Autos übertreibt

Vom autonomen Fahren unter allen Bedingungen ist Tesla weit entfernt.
Vom autonomen Fahren unter allen Bedingungen ist Tesla weit entfernt.
© Rafael Ben-Ari / Picture Alliance
Der nächste große Schritt in der Automobilentwicklung ist das autonome Fahren. Ausgerechnet hier soll der Tesla-Chef gern flunkern.

Elon Musk ist ein Meister der Inszenierung. Den Aufstieg seiner Automarke begleitet er mit einem Feuerwerk an coolen Tweets. Dabei schießt der Influencer in eigener Sache gern über das Ziel hinaus und das kann ein peinliches Nachspiel haben. Denn die Auskünfte des CEOs dürfen nicht einfach so daher gesagt sein.

Memo veröffentlicht

Die Transparenzgruppe PlainSite hat nun ein Memo veröffentlicht, indem der Leiter der Autopilot-Software gegenüber dem California Department of Motor Vehicles zugeben musste, das sein Chef die Fähigkeiten des Fahrerassistenzsystems übertrieben darstellt. Das Ganze ist ein juristisches Minenfeld, nachdem ein Tesla-Fahrzeug ohne Fahrer in Texas verunglückte und zwei Männer dabei getötet worden sind.

Level 2 statt 5

"Elons Tweet entspricht nicht mit der technischen Realität überein. Tesla befindet sich derzeit auf Level 2", heißt es in der Mitteilung des kalifornischen Verkehrsministeriums über eine Telefonkonferenz Vertretern von Tesla, darunter war auch der Leiter der Autopilot-Software Moore. "Level 2" bedeutet aber nur ein halb automatisches Fahrsystem, das permanent vom Menschen überwacht worden ist. Etwas böse gesagt, beinhaltet Level 2 lediglich einen Spur- und Abbremsassistenten plus der Möglichkeit eines automatischen Spurwechsels.

Tesla wird seit Jahren vorgeworfen, zumindest sprachlich die Fähigkeiten des "Autopiloten" besser darzustellen, als sie tatsächlich sind.

Musk machte die Ankündigung nicht nur in einem Tweet, sondern auch in einer Telefonkonferenz. Investoren sicherte Musk in dieser Konferenz zu, dass er sehr zuversichtlich sei, "dass das Auto in diesem Jahr in der Lage sein wird, sich selbst mit einer Zuverlässigkeit zu fahren, die über der eines Menschen liegt." Das entspräche dem Level 5.

Verbaler Überverkauf

Im letzten Herbst führte Tesla bei einer begrenzten Testgruppe ein Update namens "Full Self-Driving" (FSD) ein, damit kann man das Fahrassistenz-Programm auch im urbanen Umfeld nutzen. Die Fahrer müssen allerdings stets weiter eine Hand am Steuer lassen. Diese Versuche bergen immer die Gefahr, dass die Fahrer leichtsinnig werden, wenn sie erleben, dass das System scheinbar alle Situationen im Griff hat und sie ihre Kontrolle als überflüssig empfinden, weil sie nie eingreifen müssen.

Die Ankündigungen, dass das System bereits Ende des Jahres volle Autonomie – das entspricht Level 5 - erreiche, werden von den Aussagen der Tesla-Experten vor dem California Department of Motor Vehicles nicht gedeckt, berichtet das Portal "The Verge". Hier konnte Tesla nicht zusagen, dass man das System bis zum Ende des Kalenderjahres auf Level 5 heben kann.

Tesla Model 3 im Test

Der Streit um Lidar

Das Thema "Autopilot" ist der entscheidende nächste Schritt im Automobilbau. Beim Thema Akku und Reichweite konnte sich Tesla einst deutlich von allen Mitbewerbern absetzen. Dieser Vorsprung wurde inzwischen aufgeholt. Inzwischen haben chinesische Hersteller die Poleposition eingenommen. Umso wichtiger ist es für Tesla sich bei der Autonomie absetzen zu können. Und auch das wird zusehends schwieriger, da andere Mitbewerber bereit seien, mehr und genauere Sensoren einzusetzen. Bekannt sind die Ausfälle des Tesla-Chefs gegen die Lidar-Technik.


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