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Medienbericht Auch BMW soll Abgas-Grenzwerte überschritten haben

Wie die Fachzeitschrift "Auto-Bild" berichtet, sollen bei BMW-Fahrzeugen auffällige Stickoxid-Werte gemessen worden sein
Wie die Fachzeitschrift "Auto-Bild" berichtet, sollen bei BMW-Fahrzeugen auffällige Stickoxid-Werte gemessen worden sein
© Armin Weigel/DPA
Die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei VW droht sich auszuweiten. Haben auch andere Autobauer getrickst? Laut einem Medienbericht gibt es Hinweise darauf, dass auch bei BMW erhöhte Abgas-Werte festgestellt wurden.

Die BMW-Aktien sind am Donnerstag massiv unter Druck geraten. Der Grund: Ein Bericht der Zeitschrift "Auto-Bild" über angeblich ebenfalls überhöhte Abgas-Werte bei Diesel-Fahrzeugen. Die Aktien brachen um bis zu 4,08 Prozent auf 76 Euro ein. "Das lag an eindeutig an diesem Bericht", erklärte ein Händler. "Es wäre komisch, bei geschönten Werten nur an VW zu denken. Da werden sicher nicht alle anderen als Heilige in den Himmel kommen", erklärte Robert Halver von der Baader Bank. Der Dax gab seine Gewinne wieder ab und notierte mit 9618 Punkten nahezu unverändert.

"Auch der BMW X3 xDrive 20d hat bei Straßentests des International Council on Clean Transportation (ICCT) die europäische  Abgasnorm (Euro-6-Grenzwert) um mehr als das 11-fache überschritten", schrieb die Zeitschrift. Damit schneide der Wagen noch schlechter ab als der von der US-Umweltbehörde EPA beanstandete VW Passat. "Alle Messdaten deuten darauf hin, dass das kein VW-spezifisches Problem ist", sagte Peter Mock vom ICCT der "Auto-Bild".

BMW und Co. beteuern Unschuld

Ein BMW-Sprecher bestritt gegenüber der Zeitung den Vorwurf, dass bei Prüfstandsmessungen andere Motorkalibrierungen verwendet worden sein könnten als auf der Straße: "Es gibt bei BMW keine Funktion zur Erkennung von Abgaszyklen. Alle Abgassysteme bleiben auch außerhalb des Abgaszyklus aktiv", zitierte "Auto-Bild". Ein BMW-Sprecher erklärte der Nachrichtenagentur Reuters lediglich, er habe der Stellungnahme nichts hinzuzufügen. 

Unterdessen bekräftigte der Stuttgarter Autobauer Daimler angesichts der anhaltenden Diskussion erneut, eine weiße Weste zu haben. "Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen", sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Bereits am Montag hatte der Autobauer dies versichert.

Fiat Chrysler hat gefälschte Abgasmessungen in seinen Fahrzeugen ebenfalls ausgeschlossen. "Ich bin besonders stolz darauf, dass Fiat Chrysler weltweit zu den Firmen zählt, die am meisten die Umwelt respektieren", sagte Aufsichtsratschef John Elkann bei einer Veranstaltung am Donnerstag in Rom, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. 

Auch Opel schließt gefälschte Abgas-Messungen in Fahrzeugen des GM-Konzerns aus. "General Motors und seine Marken halten sich in allen Fahrzeugen strikt an die Emissionsvorgaben", teilte das Unternehmen am Donnerstag in Rüsselsheim mit.

ivi Reuters DPA

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