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+++ Ticker +++

News des Tages: Frau verkauft ihr Baby direkt nach der Geburt für 166 Euro

VW-Chef Müller nennt Abgastests an Affen "unethisch und abstoßend" +++ Forscher entdecken unbekannte Dinosaurier-Art in Ägypten +++ Koalitionsverhandlungen: Keine Fortschritte beim Streitpunkt Migration +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Russische Polizei

Russische Polizei Autos (Symbolfoto) vor einem Gericht

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • VW-Chef Müller nennt Abgastests "unethisch und abstoßend" (20.28 Uhr)
  • Mann soll Richterin mit Gedicht beschimpft haben (17.28 Uhr)
  • Defekter Sessellift in Österreich: Bergung von 150 Skifahrern (16.41 Uhr)
  • "Spiegel": Türkei bestätigt Einsatz von Leopard-Panzern in Syrien (15.56 Uhr)
  • EU will Brexit-Übergangsphase zum 31. Dezember 2020 beenden (15.12 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im  -Newsticker:

+++ 21.17 Uhr: Frau in Russland verkauft ihr Kind direkt nach der Geburt für 166 Euro +++

Eine Mutter hat in Russland ihr Kind direkt nach der Geburt für umgerechnet 166 Euro verkauft. Mit dem Geld bezahlte sie ein Flugticket nach Zentralasien, wie der Sprecher eines Gerichts in St. Petersburg am Montag mitteilte. Für die Tat im Jahr 2016 sei die 28-Jährige nun zu vier Jahren Haft verurteilt.

Die Frau stammt aus der früheren Sowjetrepublik Usbekistan in Zentralasien. Im Sommer 2016 hatte sie sich nach Angaben der Ermittler mit einem ebenfalls aus Usbekistan stammenden Paar darauf geeinigt, ihr Kind nach der Geburt zu verkaufen.

Nachdem ihr Sohn zur Welt gekommen war, übergab sie ihn für 11.500 Rubel (rund 166 Euro) an das Paar. Die beiden Usbeken wurden laut dem Gerichtssprecher zu drei Jahren Haft verurteilt. 

+++ 20.28 Uhr: VW-Chef Müller nennt Abgastests "unethisch und abstoßend" +++

VW-Konzernchef Matthias Müller hat umstrittene Versuche beim Test von Dieselabgasen als inakzeptabel bezeichnet. "Die damals von der EUGT in den USA praktizierten Methoden waren falsch, sie waren unethisch und abstoßend. Mit Interessensvertretung oder wissenschaftlicher Aufklärung hatte das nichts, gar nichts zu tun", sagte Müller am Montagabend in Brüssel. "Mir tut es leid, dass Volkswagen als einer der Träger der EUGT an diesen Vorgängen beteiligt war. [...] Es gibt Dinge, die tut man schlicht nicht." Es müssten nun "alle nötigen Konsequenzen" gezogen werden.

Volkswagen hatte sich am Wochenende bereits für die in den USA durchgeführten Versuche entschuldigt, bei denen Affen gezielt Schadstoffen ausgesetzt worden waren. Die Tests waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat.

+++ 20.11 Uhr: Forscher entdecken unbekannte Dinosaurier-Art in Ägypten +++

Forscher haben in Ägypten einen bislang unbekannten pflanzenfressenden Dinosaurier entdeckt, der zu der größten bekannten Art, den Sauropoden, gehört. Das Millionen Jahre alte Fossil des Mansourasaurus shahinae sei im ägyptischen Teil der Sahara entdeckt worden, berichtete das Online-Fachmagazin "Nature Ecology and Evolution" am Montag. Es sei das "am vollständigsten erhaltene Fossil in Afrika aus dem Ende der Kreidezeit", hieß es in einer Erklärung der Universität von Ohio.

+++ 19.44 Uhr: David Beckham übernimmt Anteile an neuem Fußball-Team in Miami +++

Englands Ex-Fußballstar David Beckham wird mit einer Gruppe von weiteren Investoren Anteilseigner eines Profi-Fußballteams im US-Urlaubsparadies Miami. Beckham und seine Mitstreiter planen, ein Stadion mit 25 000 Sitzen zu bauen und rechnen mit einer Aufnahme des Spielbetriebs im Jahr 2020, wie sie in der Küstenstadt im Bundesstaat Florida verkündeten. Beckham spielte während seiner Karriere als Spieler fünf Jahre lang für das US-Team Los Angeles Galaxy. Die Gruppe der weiteren Anteilseigner besteht aus US-Unternehmern, Managern und Vorstandschefs.

+++ 19.25 Uhr: FBI-Vizechef McCabe wirft das Handtuch +++

FBI-Vizechef Andrew McCabe, der seit langem in der Schusslinie von US-Präsident Donald Trump stand, wirft das Handtuch.
Sein Rücktritt werde sofort wirksam, berichteten US-Sender. Über den Schritt war bereits seit längerem spekuliert worden. McCabes abrupter Rückzug kam dennoch überraschend.

+++ 19.24 Uhr: Spitzen von Union und SPD beraten weiter über große Koalition +++

Die Spitzen von Union und SPD kommen am Dienstag (20.00 Uhr) in Berlin zusammen, um die Verhandlungen über die Bildung einer großen Koalition fortzusetzen. Im Willy-Brandt-Haus werden dann insgesamt 15 Vertreter von CDU, CSU und SPD beraten. Strittig war zuletzt der Familiennachzug von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutz.

Der Familiennachzug soll nach zweijähriger Aussetzung ab dem Sommer in begrenztem Umfang wieder eingeführt werden, allerdings waren die Details noch strittig. Differenzen gibt es zudem bei der Arbeitsmarktpolitik und bei der Gesundheit. Die Unterhändler wollen sich bis zum Wochenende oder spätestens Anfang der kommenden Woche auf einen Koalitionsvertrag einigen, über den die SPD-Mitglieder dann abstimmen sollen. 

+++ 18.28 Uhr: Jugendlicher schläft halb nackt in Vorgarten - von Hund gerettet +++

Ein 14 Jahre alter Junge hat sich auf einer privaten Party in Lübeck so betrunken, dass er sich leicht bekleidet in einem Vorgarten schlafen gelegt hat. Anwohner fanden den unterkühlten Jugendlichen und verständigten die Polizei. Der 14-Jährige habe es dem Hund der Anwohner zu verdanken, dass er noch rechtzeitig gefunden worden sei, sagte ein Polizeisprecher. Bei den niedrigen Temperaturen in der Nacht hätte es für ihn sehr ernst ausgehen können. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Der 14-Jährige hatte am Samstag mit weiteren Teenagern eine private Party in der Straße besucht. Die noch minderjährige Gastgeberin hatte die Abwesenheit ihrer Eltern genutzt und Freunde eingeladen. Die Polizei beendete das Fest, alle minderjährigen Partygäste wurden von ihren Eltern abgeholt. 

+++ 18.26 Uhr: Russischer Jet kommt US-Militärflugzeug 1,50 Meter nahe +++

Ein russischer Kampfjet hat sich über dem Schwarzen Meer einem US-Militärflugzeug bis auf eineinhalb Meter genähert. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf das Pentagon. Demnach befand sich die Maschine der US-Marine auf einem Aufklärungsflug und musste seine Mission vorzeitig abbrechen. Im Juni und November vergangenen Jahres war es dem US-Militär zufolge ebenfalls über dem Schwarzen Meer zu ähnlichen unprovozierten Vorfällen gekommen.

+++ 18.17 Uhr: Zehn Tote bei Kämpfen in brasilianischem Gefängnis +++

Bei Kämpfen zwischen Insassen eines Gefängnisses im Nordosten Brasiliens sind zehn Menschen getötet worden. Mitglieder rivalisierender Drogenbanden seien in der Haftanstalt Itapajé aufeinander losgegangen, teilten die Behörden im Bundesstaat Ceará mit. Die Lage sei inzwischen wieder unter Kontrolle.

+++ 18.15 Uhr: Unionsfraktion stellt sich neu auf +++

CDU und CSU haben das Führungsgremium der Bundestagsfraktion neu gewählt. Auf CDU-Seite sind die Abgeordneten Katja Leikert (Fachbereich Europa/84,2 Prozent) und Christian Hirte (Wirtschaft und Energie, Mittelstand, Tourismus/89,4 Prozent) und Johann Wadephul (Außen- und Verteidigungspolitik/95,7 Prozent) neu ins Amt der Vizevorsitzenden der Fraktion gewählt worden, wie die Fraktion mitteilte. Die CSU schickt den Abgeordneten Ulrich Lange mit Zuständigkeit für Verkehr und Bau neu in die Fraktionsspitze. Der CDU-Abgeordnete Patrick Schnieder wurde neu zu einem der Parlamentarischen Geschäftsführer gewählt.

Ralph Brinkhaus (Haushalt, Finanzen, Kommunalpolitik) wurde mit 99,5 Prozent bestätigt. Auf CDU-Seite bleiben zudem die Abgeordneten Gitta Connemann, Stephan Harbarth, Nadine Schön, Arnold Vaatz und Sabine Weiss stellvertretende Fraktionschefs. Für die CSU wurde Georg Nüßlein als Fraktionsvize für Umwelt und Gesundheit bestätigt. Neuer Vorsitzender des Entwicklungshilfe-Ausschusses im Bundestag soll der frühere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) werden. Den Innenausschuss soll die CSU-Fachpolitikerin Andrea Lindholz leiten, wie die CSU-Landesgruppe nach Teilnehmerangaben in einer Sitzung in Berlin beschloss. 

+++ 18.00 Uhr: Özdemir will Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses werden +++

Der ehemalige Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir will Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag werden. "Die Aufgabe reizt mich ungemein und das Thema ist mir vertraut. Wenn meine Fraktion möchte, würde ich das gerne übernehmen", sagte Özdemir dem Berliner "Tagesspiegel". "Ich finde es spannend, Mobilität der Zukunft konsequent zusammen mit Digitalisierung zu denken." Das habe der vorherige Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) "völlig versäumt, er hat nur auf Straßenbau gesetzt". Der Mobilitätsbereich sei "der Lackmustest dafür, ob wir Wirtschaft und Umwelt zusammenbringen können", sagte Özdemir weiter. Der langjährige Grünen-Chef war bei der Wahl der neuen Parteispitze am Samstag nicht mehr angetreten

+++ 17.54 Uhr: Prozess gegen Berlusconi wegen mutmaßlicher Zeugenbestechung verschoben +++

Der Prozess gegen Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi wegen mutmaßlicher Zeugenbestechung ist verschoben worden. Ein Gericht in Mailand setzte den Beginn des Prozesses auf den 7. Mai fest. Dem heute 81-Jährigen wird vorgeworfen, in der Affäre um Sex-Partys in seiner Villa Zeugen bestochen zu haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft zahlte Berlusconi für ihm vorteilhafte Zeugenaussagen über die Jahre zehn Millionen Euro. Davon soll allein die marokkanische Tänzerin Karima al-Mahrough alias Ruby sieben Millionen Euro in Form von Bargeld, Geschenken, Autos, zur Verfügung gestellten Wohnungen und übernommenen Rechnungen erhalten haben. Ruby war erst 17 Jahre alt, als sie an den als Bunga-Bunga-Partys bekannt gewordenen Festen teilnahm. 

+++ 17.28 Uhr: Mann soll Richterin mit Gedicht beschimpft haben +++

Mit zwei selbst geschriebenen Gedichten soll ein 76-jähriger Mann aus Rheinland-Pfalz eine Richterin beschimpft haben. Der Senior muss sich deswegen am Landgericht Bad Kreuznach verantworten, wie ein Gerichtssprecher sagte. Aus Wut über einen verlorenen Prozess an einem Amtsgericht soll er unter anderem folgende Zeile gedichtet haben: "Die Richterin ... mit ihrem Engelsgesicht | in Wahrheit die wüste Tochter des Teufels ist."

Die beiden mehrere Seiten langen Gedichte wurden in digitaler Form auf einer CD gespeichert und im Februar und April 2016 an den Direktor des Amtsgerichts Idar-Oberstein und den Präsidenten des Landgerichts Bad Kreuznach verschickt. Viren hätten sich auf der CD nicht befunden, sagte der Gerichtssprecher. Vielmehr seien Zeilen wie diese gefunden worden: "Eine Richternudel starrt in die Kristallkugel | erwartet sie doch für sich als Gericht Lobgehudel." Der Angeklagte aus Idar-Oberstein habe sich in erster Instanz auf das Grundrecht der Kunstfreiheit berufen, sagte der Sprecher. Damit war er aber nicht durchgekommen.

+++ 17.24 Uhr: US-Konzerne Dr Pepper und Keurig fusionieren zu Getränkeriesen +++

Die US-Firmen Dr Pepper Snapple und Keurig Green Mountain schließen sich zu einem Getränkeriesen zusammen. Das fusionierte Keurig Dr Pepper werde eine "beispiellose Vertriebskapazität" haben und "praktisch jeden Konsumenten überall" erreichen, erklärte Keurig-Chef Bob Gamgort. Der Jahresumsatz des fusionierten Unternehmens wird auf elf Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro) geschätzt. Gemeinsam erwarten die Firmen bis 2021 außerdem 600 Millionen Dollar an jährlichen Kosteneinsparungen. Durch die Fusion schließen sich die Hersteller der Getränke Dr Pepper und 7Up mit dem Heißgetränke-Spezialisten Keurig zusammen. 

+++ 17.17 Uhr: Deutsche Zuschauer stimmen beim zweiten ESC-Halbfinale mit ab +++

Die Zuschauer in Deutschland dürfen in diesem Jahr beim zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests (ESC) mit abstimmen. Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilte, wurde das in Lissabon per Los entschieden. Die portugiesische Hauptstadt ist sowohl Gastgeber für das ESC-Finale am 12. Mai als auch für die beiden Halbfinale am 8. und 10. Mai.

Deutschland ist als einer der fünf wichtigsten Geldgeber in jedem Fall im Finale antreten. Das Fernsehpublikum aus diesen Ländern ist wie in den vergangenen Jahren jeweils beim Finale und bei einem der Halbfinal-Abende stimmberechtigt. In Deutschland sind die beiden Halbfinale live ab 21 Uhr im Digitalprogramm One und auf www.eurovision.de zu sehen. 

+++ 16.56 Uhr: Ungewissheit vor Parlamentssitzung zur Wahl von Puigdemont in Katalonien +++

In Katalonien haben bis zuletzt Fragezeichen hinter der für Dienstag geplanten Parlamentssitzung zur Wahl des Unabhängigkeitsanführers Carles Puigdemont zum Regionalpräsidenten gestanden. "Wir haben noch nicht vollständig entschieden, was wir tun werden", sagte Puigdemonts Anwalt Jaume Alonso-Cuevillas im Radio. Aus Parlamentskreisen hieß es, es lägen alle Optionen auf dem Tisch - auch eine Verschiebung der Sitzung.

Das Regionalparlament in Barcelona soll Puigdemont auf Wunsch der separatistischen Parteien am Dienstagnachmittag erneut zum Regionalpräsidenten wählen. Der 55-Jährige lebt derzeit allerdings im Exil in Brüssel, weil ihm in Spanien eine Verhaftung wegen Aufruhr und Rebellion droht. Das spanische Verfassungsgericht stellte am Samstag klar, Puigdemont müsse für eine Wahl zum Regionalpräsidenten "persönlich" im Parlament erscheinen. Er benötige außerdem die Erlaubnis des gegen ihn ermittelnden Richters, an der Parlamentsdebatte teilzunehmen. Der im Oktober abgesetzte Regionalpräsident hatte erwogen, per Videokonferenz an der Parlamentssitzung teilzunehmen oder sich vertreten zu lassen.

+++ 16.41 Uhr: Defekter Sessellift in Österreich: Bergung von 150 Skifahrern +++

In Österreich sind rund 150 Skifahrer in einem defekten Sessellift stecken geblieben. Wegen eines Lagerschadens stoppte der voll besetzte Rosenkranz-Sessellift am Kreischberg in der Steiermark. Elf Bergrettung-Teams und drei Hubschrauber waren nach Angaben eines Sprechers der Seilbahnen im Einsatz, um die Sportler aus ihrer misslichen Lage zu befreien. "Die Bergretter steigen zu den Sesseln auf und seilen die Menschen ab, die Hubschrauber lassen jemanden am Seil herunter und bergen so die Gäste", sagte Seilbahnsprecher Karl Fussi weiter. Die Bergung lief den Angaben zufolge problemlos. Rund die Hälfte aller Betroffenen konnte nach kurzer Zeit geborgen werden. "Wir sind zuversichtlich, dass bis zu Einbruch der Dunkelheit alles erledigt ist."

+++ 16.26 Uhr: Bulgariens Justiz überprüft Kauf aller 435 Luxusautos in dem Land +++

Die bulgarische Justiz überprüft den Kauf aller 435 Luxusautos in dem Land. Dabei solle herausgefunden werden, ob das Geld zum Erwerb der Nobelkarossen aus Steuerbetrug oder Geldwäsche stamme, sagte die Sprecherin der bulgarischen Generalstaatsanwaltschaft, Rumyana Arnaudowa, in der Hauptstadt Sofia. "Es ist für die Besitzer absolut möglich zu beweisen, dass die Herkunft des Geldes legal ist."

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es im ärmsten Land der Europäischen Union 435 Luxusautos von Marken wie Maybach, Bentley, Lamborghini, Rolls-Royce und Ferrari. Die Autos kosten in der Regel mehr als 200.000 Euro und können sogar mehr als eine Million Euro kosten. In Bulgarien liegt der Mindestlohn bei 230 Euro im Monat, der Durchschnittslohn bei etwas über 500 Euro.

+++ 16.17 Uhr: Zwei Männer wegen Weitergabe von Geheimplänen festgenommen +++

Wegen der Weitergabe von geheimen Haushaltsplänen des Bundesverteidigungsministeriums vor gut zwei Jahren an einen Mitarbeiter einer Rüstungsfirma sind zwei Männer verhaftet worden. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, besteht gegen einen 54-jährigen Beschäftigten einer Explosivstofffirma und einen 59-jährigen früheren Niederlassungsleiter eines in Süddeutschland ansässigen Rüstungsunternehmens der "dringende Verdacht des Offenbarens von Staatsgeheimnissen".

Die Männer wurden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen von Beamten des Bundeskriminalamtes festgenommen. Ihre Wohnungen wurden durchsucht. Der 54-Jährige soll seinem Bekannten 2016 eine Kopie des Dokuments gegeben haben, das wegen seiner sicherheitspolitischen Bedeutung als Staatsgeheimnis eingestuft wird. Der gab diese einem Mitarbeiter und eine weitere Kopie an seinen Vorgesetzten.

+++ 15.56 Uhr: "Spiegel": Türkei bestätigt Einsatz von Leopard-Panzern in Syrien +++

Die Türkei hat einem "Spiegel"-Bericht zufolge gegenüber der Bundesregierung den Einsatz von deutschen Leopard-Panzern bei der Militär-Offensive in Nord-Syrien bestätigt. Das Magazin zitierte dazu aus einem Bericht des Wirtschaftsministeriums an Bundestagsabgeordnete.

"Nach Angaben der türkischen Regierung finden aus Deutschland gelieferte Leopard 2A4 Panzer im Rahmen der am 20. Januar 2018 begonnenen Operation Olivenzweig der türkischen Streitkräfte Verwendung", heißt es demnach in einem dreiseitigen Bericht. "Erkenntnisse zu konkreten Einsätzen" lägen der Bundesregierung aber nicht vor.

Bilder aus dem Konfliktgebiet in Nord-Syrien zeigen, dass die türkische Armee bei dem Einsatz gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) im nordsyrischen Gebiet Afrin auch Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 vom deutscher Hersteller Krauss-Maffei einsetzt. Das sorgte in Deutschland für heftige Kritik. Die neuen Informationen stammen dem "Spiegel" zufolge offenbar aus einem Gespräch des deutschen Botschafters in Ankara mit dem türkischen Verteidigungsminister Nurettin Canikli vom vergangenen Mittwoch.

+++ 15.47 Uhr: Kreml erklärt Putin zum "unumschränkten Führer des politischen Olymps" +++

Der Kreml betrachtet den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny nicht als ernsthafte Konkurrenz für Präsident Wladimir Putin. Der Staatschef sei "der unumschränkte Führer des politischen Olymps", sagte sein Sprecher Dmitri Peskow. "Wladimir Putins Popularität reicht weit über Russlands Grenzen hinaus." Niemand könne ihm derzeit das Wasser reichen. Auch Nawalny stelle keine Bedrohung für Putins Führungsanspruch dar, sagte Peskow.

Der Blogger und Jurist, der bei der Präsidentschaftswahl im März nicht antreten darf, war am Sonntag bei einer von ihm organisierten Demonstration in Moskau festgenommen worden. Nach seiner Freilassung am Abend dankte Nawalny den tausenden Russen, die landesweit seinem Aufruf zu Protesten gegen Putins erwartete Wiederwahl gefolgt waren.

+++ 15.33 Uhr: Halbbruder von Nordkoreas Machthaber traf vor seinem Tod einen US-Bürger +++

Der bei einem Giftanschlag getötete Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich laut einem Zeugen kurz vor seiner Ermordung mit einem US-Bürger getroffen. Ein früherer Polizeiermittler sagte beim Mordprozess gegen die beiden mutmaßlichen Täterinnen in Malaysia, Kim Jong Nam habe den Mann auf der malaysischen Touristeninsel Langkawi getroffen. An den Namen konnte er sich aber nicht erinnern.

Der Ermittler bestätigte damit die Vorhaltung der Verteidigung, dass Kim einen "koreanisch-amerikanischen Mann" aus der thailändischen Hauptstadt Bangkok in einem Hotel auf Langkawi getroffen habe. Zuvor hatte die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" über das Treffen berichtet. Dieses habe am 9. Februar 2017 stattgefunden, sagte der Polizist vor Gericht. Vier Tage nach dem Treffen wurde Kim am Flughafen von Kuala Lumpur in Malaysia ermordet. Wie das Hotel auf Langkawi hieß, wusste der Zeuge nach eigenen Angaben nicht mehr.

Wegen des Mordes angeklagt sind die Indonesierin Aisyah und die Vietnamesin Doan Thi Huong. Sie werden verdächtigt, den in seiner Heimat in Ungnade gefallenen Nordkoreaner am Flughafen von Kuala Lumpur mit dem Nervengift VX getötet zu haben.

+++ 15.12 Uhr: EU will Brexit-Übergangsphase zum 31. Dezember 2020 beenden +++

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich auf die Voraussetzungen für eine von Großbritannien gewünschte Übergangsphase nach dem Brexit verständigt. Die EU-Europaminister beschlossen in Brüssel Leitlinien für die dazu anstehenden Verhandlungen, wie die bulgarische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Laut der stellvertretende EU-Verhandlungsführerin Sabine Weyand soll die Übergangsphase am 31. Dezember 2020 enden und damit weniger als zwei Jahre nach dem Brexit im März 2019 dauern.
Während der Übergangsphase will Großbritannien noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion bleiben. Die britische Premierministerin Theresa May hatte ursprünglich eine zweijährige Übergangsphase nach dem Brexit vorgeschlagen.

+++ 15.10 Uhr: 185 Kilo Kokain auf deutschem Frachter gefunden +++

An Bord des deutschen Frachters "Rotterdam Express" haben Sicherheitskräfte rund 185 Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Das Containerschiff der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd befand sich vor der kolumbianischen Küste, als der Kapitän die Behörden alarmierte. Bei einer Sicherheitsüberprüfung sollen fremde Personen an Bord entdeckt worden sein, teilte die Marine des südamerikanischen Landes am Wochenende mit. Als das Schiff anschließend von Polizisten und Soldaten untersucht wurde, entdeckten die Einsatzkräfte zehn Personen, die sich nach Angaben des Kapitäns auf den Frachter geschlichen haben müssen.

+++ 14.47 Uhr: Pariser Haushaltsminister nach Vergewaltigungs-Anzeige unter Druck +++

Der französische Haushaltsminister Gérald Darmanin steht nach einer Anzeige wegen Vergewaltigung unter Druck. Eine Sprecherin der konservativen Oppositionspartei Les Républicains forderte nun den Rücktritt des Ministers. "Wir respektieren die Unschuldsvermutung", sagte Laurence Sailliet. Aber in Anbetracht der schweren Anschuldigungen habe Darmanin keine andere Wahl, als zurückzutreten. Auch eine Petition von Feministinnen forderte das Ausscheiden Darmanins aus dem Kabinett, "damit die Justiz und die Regierung in Ruhe ihre Arbeit machen können". Die Regierung hatte sich zuvor hinter Darmanin gestellt, der den Vorwurf zurückweist.

Eine Frau hatte Darmanin bereits im vergangenen Sommer angezeigt und beschuldigt ihn einer Vergewaltigung im Jahr 2009, die Justiz nahm daraufhin wie üblich Vorermittlungen auf. Weil die Frau den Vorladungen der Ermittler aber nicht nachkam, wurde die Untersuchung nach Angaben aus Justizkreisen eingestellt. Als die Frau sich im Januar erneut bei der Staatsanwaltschaft meldete, nahm die Behörde die Vorermittlungen wieder auf und hörte sie an.

+++ 14.19 Uhr: Korallensterben: Traumstrand aus "The Beach" wird geschlossen +++

Der Traumstrand aus "The Beach" muss sich erholen. Der Schaden an seinen Korallen, ein beliebtes Ziel bei Schnorchlern, hat ein kritisches Ausmaß erreicht. Deshalb wird der Strand von Maya Bay, an dem der Film mit Leonardo DiCaprio gedreht wurde, zwischen Juni und September - während der Nebensaison - geschlossen. 77 Prozent von Thailands Korallenriffen seien schwer beschädigt, sagte Thon Thamrongnawasawat, Meeresökologe an der Kasetsart-Universität in Bangkok. Vor zehn Jahren seien nur 30 Prozent von Thailands 238,4 Quadratkilometer großer Korallenwelt betroffen gewesen.

+++ 13.52 Uhr: Buschbrand in Westaustralien außer Kontrolle +++

Im Westen Australiens ist ein Buschfeuer außer Kontrolle geraten und bewegt sich rasch auf bewohnte Gebiete zu. Die Behörden riefen Bewohner im Umland der Stadt Augusta auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Wenn der Weg frei ist, bringen Sie sich jetzt in Sicherheit. Warten Sie nicht ab - sich im letzten Moment auf den Weg zu machen ist tödlich", warnte die für Brände zuständige Katastrophenschutzbehörde des Bundesstaats Western Australia. "Sie sind in Gefahr und müssen sofort handeln um zu überleben."

Der Brand brach in einem Waldgebiet in der Nähe des etwa 300 Kilometer südlich von Perth liegenden Städtchens Augusta aus und breitete sich schnell aus. Bislang habe die Feuerwehr die Flammen von Häusern und einem Campingplatz fernhalten können, meldete der Sender ABC. Starker Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometer pro Stunde erschwere den Feuerwehrleuten die Arbeit. 

+++ 13.44 Uhr: ICE verpasst diesmal Uelzen und fährt zurück +++

Diesmal nicht Wolfsburg: Ein ICE ist versehentlich durch Uelzen gefahren und deshalb wieder umgekehrt. Auf seinem Weg von Hamburg nach Wiesbaden war der ICE 1087 zunächst an den wartenden Fahrgästen vorbeigefahren. "Wir entschuldigen uns bei unseren Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten, die sie durch den verspäteten Halt in Uelzen hatten", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn dazu. Jedes Jahr führe das Unternehmen allein im Fernverkehr knapp 500.000 Zugfahrten mit fast drei Millionen Stopps durch. "Das versehentliche Vorbeifahren am Bahnsteig ist eine Ausnahme", betonte er.

Nach etwa einem Kilometer hatte der Zug am Samstag auf freier Strecke gehalten, wie die "Allgemeine Zeitung" in Uelzen berichtete. Der Lokführer hätte "einen kleinen Fehler" gemacht, habe es anschließend in einer Durchsage des Zugchefs geheißen. Dann ging es zurück in den Bahnhof. Mit rund 25 Minuten Verspätung setzte der ICE später die Fahrt fort. In der Vergangenheit hatten ICE-Züge mehrfach den Halt in Wolfsburg verpasst. 

+++ 13.32 Uhr: Basis-Abstimmung über Koalitionsvertrag: SPD legt Stichtag fest +++

Bei der Abstimmung über eine Regierungsbeteiligung setzt die SPD Neumitgliedern eine Frist bis zum 6. Februar. Wer bis zu diesem Tag um 18 Uhr in die Mitgliederdatenbank eingetragen ist, darf über den bis dahin ausgehandelten Koalitionsvertrag von CDU und CSU mit abstimmen. Das teilte die Partei mit. "Das ist aus technischen Gründen sinnvoll, um allen eine Teilnahme zu ermöglichen", erklärte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil.

+++ 13.12 Uhr: Iglo ruft Rahmspinat zurück +++

Der Tiefkühlkost-Hersteller iglo ruft Rahm-Spinat einer bestimmten Charge zurück und warnt vor dem Verzehr der betroffenen Produkte. Einige kleine Plastikteile aus dem Freilandanbau seien in die Spinat-Verpackungen geraten, teilte die Firma in Hamburg mit. Die acht Millimeter langen und vier Millimeter breiten Teile könnten scharfe Kanten aufweisen und beim Kauen und Schlucken ein Verletzungsrisiko bedeuten.

Betroffen sei die 800-Gramm-Packung iglo Rahm-Spinat ("der mit dem Blubb") mit dem Haltbarkeitsdatum 09.2019 sowie dem Code L7257AJ005. Da der Produktionsfehler laut iglo nur in einem kurzen Zeitraum auftrat, ist auch die aufgedruckte Uhrzeit wichtig: 23.00 - 3.00.

Die Packungen wurden in die Bundesländer Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg geliefert. iglo erstattet deren Kaufpreis. 

+++ 13.04 Uhr: Türkei bestreitet Einsatz deutscher "Leopard 2"-Panzer nicht +++

Die Hinweise auf einen Einsatz deutscher "Leopard 2"-Kampfpanzer bei der türkischen Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Syrien verdichten sich. Der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli hat in einem Gespräch mit dem deutschen Botschafter Martin Erdmann nach Angaben des Auswärtigen Amts den Einsatz von Rüstungsgütern aus deutscher Produktion nicht bestritten.

Anfang vergangener Woche waren Bilder von "Leopard 2"-Panzern bei der Syrien-Offensive aufgetaucht. Die Bundeswehr hatte dem Nato-Partner in den 90er Jahren 354 Exemplare davon geliefert - ohne Beschränkungen für ihren Einsatz.

Das Gespräch zwischen Canikli und Erdmann fand am vergangenen Mittwoch - zwei Tage nach dem Auftauchen der Bilder - in Ankara statt. Außenamts-Sprecherin Maria Adebahr sagte dazu, "dass in diesem Gespräch von türkischer Seite nicht bestritten wurde, dass bei dem Einsatz in Syrien auch Gerät, das ursprünglich aus Deutschland stammte, möglicherweise zum Einsatz kommen könnte". 

+++ 12.55 Uhr: Flugzeug stürzt in Südwestchina ab - Opferzahl unklar +++

Ein Flugzeug ist in Südwestchina abgestürzt. Erkenntnisse über mögliche Tote und Verletzte gab es zunächst noch nicht, wie die chinesische Zeitung "Xinjingbao" unter Berufung auf die Behörden im Kreis Suiyang in der Provinz Guizhou berichtete. Nach unbestätigten Berichten soll es sich möglicherweise um ein Militärflugzeug handeln. Auch wie viele Menschen an Bord waren, war noch unklar.

+++ 12.39 Uhr: Chopin soll U-Bahn-Fahrgäste in Tokio entspannen +++

Klassische Musik soll im hektischen Treiben der Tokioter U-Bahn etwas Entspannung bringen. Ein U-Bahn-Betreiber spielt die Solostücke "Nocturnes" des Komponisten Frédéric Chopin, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die Idee dazu soll aufgekommen sein, nachdem im vergangenen Sommer ein U-Bahn-Fahrer versehentlich Musik statt einer Ansage eingespielt hatte. Die Fahrgäste hätten derart positiv reagiert, dass das Musikprogramm nun in mehreren Zügen auf einer Metrolinie getestet werde. Die Lautstärke der Musik sei etwas leiser als die ständigen Ansagen zu Haltestellen, Anschlusszügen und Sicherheitshinweisen.

+++ 12.02 Uhr: Der Käufer will das Dorf nun doch nicht - Alwine sucht nun wieder einen Besitzer +++

Möglicherweise neue Chance für das Dorf Alwine in Südbrandenburg: Nach dem angekündigten Rücktritt des Käufers wird ein neuer Investor gesucht. Es habe nach der Auktion im Dezember weitere Anfragen von Interessenten gegeben, sagte Auktionator Matthias Knake, Geschäftsführer des Auktionshauses Karhausen in Berlin. "Wir werden jetzt mit diesen Personen in Kontakt treten und mögliche Lösungen besprechen."

Ende des vergangenen Jahres hatte ein nicht genannter Käufer das Areal mit einigen maroden Häuern, in denen 15 Menschen leben, für 140.000 Euro ersteigert. Das Mindestgebot lag bei 120.000 Euro. Das Objekt besichtigte er jedoch erst anschließend. "Anfang des Jahres schrieb er dann, dass er aus "gesundheitlichen Gründen" vom Kauf zurücktritt", sagte Knake. Das werde jetzt juristisch geprüft.

Gleichzeitig wird seinen Angaben zufolge nach einer schnellen Lösung gesucht, auch im Interesse der Bewohner. Alwine solle aber nicht noch einmal in einer Auktion angeboten werden, sagte er. Zwei Brüder hatten die Anlage von der Treuhand im Jahr 2001 für 95.000 Mark erworben.

+++ 11.39 Uhr: Alterndes Japan sieht steigenden Bedarf an Krematorien +++

Japans Bevölkerung schrumpft rapide. Zugleich steigt die Zahl der Bestattungen. Im Großraum Tokio stoßen Krematorien inzwischen an ihre Auslastungsgrenze, wie der japanische Rundfunksender NHK berichtete. Einer Erhebung des Senders zufolge erhöhte sich die Bestattungen in 12 staatlich verwalteten Krematorien innerhalb von zehn Jahren um rund 20.000 auf fast 80.000, hieß es. Um sich darauf einzustellen, müssten manche Gemeinden die Zahl der Bestattungsöfen aufstocken.

Doch Platz für den Bau neuer Krematorien zu finden, sei schwierig. Daher müsse man sich etwas einfallen lassen, zum Beispiel eine Vereinfachung der Bestattungsbräuche.

+++ 11.13 Uhr: Swing-Legende und KZ-Überlebender Coco Schumann ist tot +++

Coco Schumann, Jazz-Gitarrist, Swing-Legende und KZ-Überlebender, ist tot. Schumann starb gestern im Alter von 93 Jahren in Berlin, wie seine Plattenfirma Trikont unter Berufung auf seine Familie in München bestätigte. 

+++ 10.54 Uhr: Zahl sexueller Übergriffe in Berlins öffentlichen Verkehrsmitteln steigt +++

Die Zahl sexueller Übergriffe in den Berliner öffentlichen Verkehrsmitteln ist einem Medienbericht zufolge deutlich gestiegen. Wie die Berliner Zeitung "B.Z." am Montag unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtete, nahm die Polizei im vergangenen Jahr 295 Anzeigen wegen sexueller Delikte in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen auf. Dies ist demnach beinahe eine Verdoppelung im Vergleich zu 2016 mit damals 156 angezeigten Übergriffen.

Die Ziffer für das vergangenen Jahr liegt dabei möglicherweise noch höher: Nicht alle Anzeigen zu Übergriffen gehen dem Bericht zufolge über den Tisch der Landespolizei, sondern zuweilen von der Bundespolizei direkt an die Staatsanwaltschaft. Der deutliche Anstieg erklärt sich laut "B.Z." möglicherweise auch durch eine Reform des Sexualstrafrechts vom November 2016, wonach auch verbale Attacken als Sexualdelikte erfasst werden können.

+++ 10.38 Uhr: Russlands Team von Paralympics ausgeschlossen - Einzelstarter möglich +++

Die russische Mannschaft ist von den kommenden Winter-Paralympics in Pyeongchang ausgeschlossen worden, einzelne Behindertensportler des Landes dürfen aber unter neutraler Flagge starten. Das gab das Internationale Paralympische Komitee (IPC) vor dem Hintergrund des Dopingskandals bei den Winterspielen 2014 in Bonn bekannt.

+++ 10.16 Uhr: 311 Festnahmen wegen "Terrorpropaganda" gegen türkische Offensive +++

Nach Äußerungen in den sozialen Medien über den türkischen Feldzug in Nordwestsyrien sind 311 Menschen in der Türkei festgenommen worden. Ihnen werde Terrorpropaganda vorgeworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Innenminister Süleyman Soylu am Montag. Details wurden zunächst nicht genannt.

Vergangene Woche war die türkische Polizei bereits gegen zahlreiche Kritiker des Militäreinsatzes vorgegangen. Unter anderem wurden Ermittlungen gegen zwei Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP eingeleitet. 

+++ 9.56 Uhr: Drohne behindert Rettungshubschrauber +++

Eine umherfliegende Drohne hat einen Rettungshubschrauber bei einem Einsatz im Schwarzwald behindert. Der Helikopter sollte nach einem Wohnungsbrand eine schwer verletzte 77-Jährige ins Krankenhaus bringen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. "Als der Hubschrauber abfliegen wollte, kam es zur Behinderung durch die Drohne", sagte die Sprecherin. Der Drohnenpilot sei kurz darauf ermittelt worden. Zu seiner Person machte die Polizei zunächst keine Angaben. An dem Wohnhaus in Sankt Georgen entstand ein Schaden von rund 300 000 Euro.

+++ 9.09 Uhr: Geflügelwirtschaft will Töten männlicher Küken beenden +++

Die Geflügelwirtschaft will noch in diesem Jahr damit beginnen, dem Töten männlicher Küken ein Ende zu setzen. Bis Ende des Jahres würden die ersten Maschinen im Einsatz sein, die das Geschlecht eines Kükens bereits im Ei bestimmen können, wie Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte. Demnach erprobt die Branche derzeit zwei unterschiedliche Verfahren zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Ei.

Pro Jahr werden in Deutschland rund 45 Millionen männliche Küken der Legehennenrassen getötet, weil sie keine Eier legen. Es ist nach Angaben der Geflügelwirtschaft unwirtschaftlich, die Tiere zu mästen.

+++ 8.52 Uhr: Cottbusser Oberbürgermeister verteidigt Aufnahmestopp für Flüchtlinge +++

Der Cottbusser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) hat den Aufnahmestopp für Flüchtlinge in seiner Stadt verteidigt. Cottbus fehle es an Geld und Sozialarbeitern, um weitere Flüchtlinge zu versorgen, sagte der CDU-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". Kelch forderte mehr Unterstützung: "Bund und Länder haben eine staatliche Schutzfunktion für die Kommunen. Davon merke ich bisher zu wenig hier in Cottbus." In der Stadt war es wiederholt zu Gewalt zwischen meist jugendlichen Deutschen und Syrern gekommen. Daraufhin wurde verfügt, dass zunächst keine weiteren Flüchtlinge aus der Erstaufnahme des Landes nach Cottbus gebracht werden.

+++ 8.35 Uhr: Präsident: Vermisste Fähre hatte viel mehr Menschen an Bord +++

Ein Fährunglück in einem abgelegenen Teil des Pazifiks hat möglicherweise bis zu 100 Menschen das Leben gekostet. Der Präsident des Inselstaates Kiribati, Taneti Mamau, berichtete, dass sich an Bord der vermissten Fähre vermutlich doppelt so viele Menschen befanden wie bislang angenommen. Das Schiff namens MS Butiraoi hätte schon am vorvergangenen Wochenende in South Tarawa, der Hauptstadt des Inselstaats, ankommen sollen. Vermutet wird, dass die Fähre unterging. Bislang wurden nur sieben Passagiere gerettet, die auf einem hölzernen Rettungsboot im Ozean trieben.

Trotz der immer geringeren Chancen, weitere Überlebende zu finden, wurde die Suche am Montag fortgesetzt. Die Einsatzkräfte flogen bislang ein Gebiet von 350 000 Quadratkilometern ab. Das entspricht in etwa der Fläche Deutschlands. Kiribati besteht aus insgesamt 33 Atollen. Dort leben etwa 110 000 Menschen.

+++ 7.57 Uhr: Simon Verhoeven zum Fall Wedel: "Schäme mich für meine Branche" +++

Der Regisseur Simon Verhoeven (45) hat nach den Vorwürfen gegen seinen Kollegen Dieter Wedel (75) die gesamte Szene kritisiert. "Jeder, der in der Filmbranche eine Zeitlang gearbeitet hat, wusste von den ätzenden Geschichten über Wedel", schrieb Verhoeven am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. "Ich schäme mich für die Mechanismen meiner Branche." Sender, Produktionen und Filmschaffende hätten jahrzehntelang geschwiegen. "Es wurde verharmlost, verdrängt, verschwiegen. Aus Angst. Aus Scham."

Mehrere Frauen werfen Wedel vor, sie während der gemeinsamen Arbeit sexuell belästigt und sogar vergewaltigt zu haben. Der Regisseur ("Der Schattenmann") wies alle Anschuldigungen zurück. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt in einem Fall, mehrere Sender leiteten interne Untersuchungen ein.

+++ 6.57 Uhr: Hochwasser der Seine erreicht Höchststand in Paris +++

Das der Seine hat in Paris seinen höchsten Stand erreicht. Der Pegel des Flusses stieg auf 5,84 Meter und blieb in der Nacht über Stunden unverändert, wie der Hochwasser-Informationsdienst Vigicrues mitteilte. Es handele sich um ein sehr langsames Hochwasser, daher könne nicht von einem Hochwasserscheitel gesprochen werden, sagte Vigicrues-Sprecherin Rachel Puechberty. Erst morgen werde das Hochwasser langsam zurückgehen.

Im Großraum der französischen Hauptstadt mussten Polizeiangaben zufolge etwa 1500 Menschen ihre Wohnungen verlassen, fast 1500 Haushalte waren ohne Strom. Sieben Pariser Bahnhöfe der stark genutzten Vorortbahn RER C in Flussnähe sind mindestens bis zum 5. Februar gesperrt.

+++ 6 Uhr: Indonesische Polizei steckt Transvestiten in Männerkleider +++

Bei einer Razzia in der indonesischen Provinz Aceh hat die zwölf Transvestiten festgenommen und in Männerkleider gesteckt. Die Transvestiten wurden nach Angaben eines Polizeisprechers in verschiedenen Kosmetiksalons aufgegriffen. Der örtliche Polizeichef Untung Surianata kündigte eine "Umerziehung" an, damit sie wieder "richtige Männer" sein könnten.

Nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Antara richtete sich die gestrige Razzia der Behörden gegen "sozial Kranke". Der Polizeichef berichtete, dass die rennen und dann laut schreien mussten. Auf diese Weise sollte angeblich ihre "männliche Stimme" wieder zur Geltung kommen.

+++ 4.08 Uhr: Kremlkritiker Nawalny wieder freigelassen +++

Alexej Nawalny ist nach seiner vorübergehenden Festnahme bei Protesten gegen Russlands Präsident Wladimir Putin wieder auf freiem Fuß. "Man hat mich freigelassen", teilte der 41-Jährige gestern Abend über Twitter mit. Er bedankte sich bei allen Teilnehmern der Kundgebungen für ihren "mutigen Einsatz" für ihre Rechte.

Nawalny hatte für Sonntag zu landesweiten Protesten gegen die Präsidentschaftswahl am 18. März aufgerufen, die nach seiner Auffassung auf den Sieg Putins zugeschnitten ist. Tausende vorwiegend junge Menschen in rund 120 Städten, darunter auch in Moskau und St. Petersburg folgten seinem Aufruf. Landesweit wurden nach Zählung der unabhängigen Bürgerrechtsorganisation OVD-Info 250 Menschen festgenommen.

+++ 3.37 Uhr: Angriff auf große Militärakademie in Kabul +++

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist eine große Militärakademie angegriffen worden. Das meldete am frühen Morgen der Sender Tolo TV. Explosionen und Schüsse seien vom Gelände der Marschall-Fahim-Akademie im Westen der Stadt zu hören. Der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid, sagte, er sei auf dem Weg in die Gegend. Er wisse von Schüssen, habe aber noch keine weiteren Details. Sprecher des Verteidigungsministeriums waren zunächst nicht zu erreichen. Wer hinter dem Angriff steckt, blieb ebenfalls zunächst unklar. Erst am Samstag hatte sich im Stadtzentrum ein Selbstmordattentäter der radikalislamischen Taliban in die Luft gesprengt und mehr als 100 Menschen getötet.

+++ 1.59 Uhr: 60. Grammy-Verleihung mit Auftritt von Kendrick Lamar eröffnet +++

Mit einem politisch gefärbten Auftritt von US-Rapper Kendrick Lamar hat in New York die 60. Verleihung der Grammys begonnen. Lamar eröffnete die Show im Madison Square Garden am Sonntagabend (Ortszeit) in Manhattan mit seinem Titel "XXX" an Seite von U2-Sänger Bono und dem irischen Musiker The Edge. Der Rapper erschien vor amerikanischen Flaggen und an der Seite von zahlreichen Tänzern in Camouflage-Uniform auf der Bühne.

+++ 1.52 Uhr: Spitzenrunde erreicht keine Fortschritte bei Streitpunkt Migration +++

Bei den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD hat die Spitzenrunde trotz intensiver Beratungen noch keine Fortschritte beim zentralen Konfliktthema Zuwanderung erreichen können. Man sei vor allem beim Thema Familiennachzug für Flüchtlinge mit geringem Schutzstatus nicht weitergekommen, hieß es aus Parteikreisen. Die Arbeitsgruppe Migration sei beauftragt worden, im Laufe des Tages Lösungsmodelle zu erarbeiten. Die 15er-Runde mit Spitzenpolitikern von CDU, CSU und SPD beendete in der Nacht ihre Sitzung, wie es in Parteikreisen hieß.

Die SPD will bei den Verhandlungen eine weitergehende Härtefallregelung für den Familiennachzug von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus erreichen. Daneben hat die SPD nach ihrem Parteitag in Bonn bei zwei weiteren Punkten Nachbesserungswünsche: im Kampf gegen die "Zwei-Klassen-Medizin" und bei der Befristung von Jobs ohne sachlichen Grund.

+++ 1.26 Uhr: Medienberichte: Autolobby finanzierte auch Abgas-Versuch mit Menschen+++

Im Abgasskandal soll es nicht nur Tests mit Affen, sondern auch mit Menschen gegeben haben. Das geht aus einem Report der Vereinigung EUGT hervor, über den "Stuttgarter Zeitung" und "Süddeutsche Zeitung" berichten. Mehr als drei Jahre nach Beginn des Skandals kommen damit immer neue Details ans Licht.

Den Berichten zufolge soll die von den Konzernen VW, Daimler und BMW 2007 gegründete Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) eine "Kurzzeit-Inhalationsstudie mit Stickstoffdioxid bei gesunden Menschen gefördert" haben. Zuvor hatten Tierversuche beim Test von Dieselabgasen breite Empörung ausgelöst. Dabei waren im Jahr 2014 Affen gezielt Schadstoffen ausgesetzt worden.

+++ 1.03 Uhr: Mann in USA erschießt offenbar aus Eifersucht vier Menschen +++

Ein 28-jähriger Mann hat an einer Autowaschanlage im US-Staat Pennsylvania offenbar aus Eifersucht vier Menschen getötet und sich dann vermutlich selbst in den Kopf geschossen. Er wurde am Sonntagabend (Ortszeit) noch künstlich am Leben gehalten, aber sein Zustand sei aussichtslos, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Polizei. Diese hatte zuvor bereits von fünf Toten gesprochen, sich aber dann korrigiert.

Die Schüsse waren gegen drei Uhr morgens gefallen. Dem Sender WPXI zufolge wurden jeweils zwei Tote mit Schusswunden in zwei Autos an der Waschanlage in Melcroft entdeckt. Es handele sich um zwei Männer und zwei Frauen. Eine fünfte Person sei mit leichten Verletzungen davongekommen.

Warum sich die Gruppe zu dieser nächtlichen Zeit an der Autowaschanlage aufhielt, blieb zunächst unklar. Den Berichten zufolge trug der Schütze eine kugelsichere Weste und feuerte mit zwei Waffen.

tyr/fs / DPA / AFP