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Volkswagen-Abgasskandal: VW-Plan zur Umrüstung der Skandalmotoren ist fertig

Reicht eine Softwarelösung oder müssen neue Teile eingebaut werden? Das war in den letzten Wochen eine der Hauptfragen im VW-Abgasskandal. Die Antwort: Es hängt vom Motor ab.

VW-Dieselmotor

Einer der Skandalmotoren

VW ist offenbar bei der Bewältigung des Abgas-Skandals einen großen Schritt weitergekommen: Die konkreten technischen Maßnahmen zur Umrüstung der 1,6 und 2,0 Liter großen Diesel-Motoren stehen jetzt fest. Sie sind weniger aufwendig als ursprünglich angenommen. Die Lösung für den 1,2-Liter-Dieselmotor soll dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) Ende des Monats präsentiert werden.

VW will wenig Aufwand betreiben

"Bei der Erarbeitung standen möglichst kundenfreundliche Lösungen im Vordergrund", heißt es bei Volkswagen. Nach der Umsetzung der technischen Maßnahmen würden die Fahrzeuge die jeweils gültigen Abgasnormen erfüllen. Das KBA habe die einzelnen Maßnahmen "nach intensiver Begutachtung bestätigt". Damit bestehe jetzt für den Großteil der betroffenen Fahrzeuge "Klarheit zur Behebung der Unregelmäßigkeiten".

Am einfachsten ist es beim 2,0 Liter-Motor

Die 2,0-Liter-Aggregate bekommen laut VW nur ein Software-Update. Die reine Arbeitszeit für diese Maßnahme werde rund eine halbe Stunde betragen. Deutlich mehr Aufwand müssen die Mechaniker beim 1,6-Liter-Motor betreiben. Bei ihm wird direkt vor dem Luftmassenmesser ein sogenannter "Strömungs-Transformator" befestigt. Dieses Gitternetz soll den verwirbelten Luftstrom vor dem Messgerät beruhigen und dessen Messgenauigkeit entscheidend verbessern. Das sei, so VW, "ein für das Motormanagement sehr wichtiger Parameter für einen optimalen Verbrennungsvorgang". Außerdem bekommen die Zweiliter-TDI-Motoren ebenfalls ein Software-Update, insgesamt soll das Ganze weniger als eine Stunde dauern.

Emissionen senken, Leistung erhalten

Ziel der "einfachen und kundenfreundlichen Maßnahmen" sei es gewesen, die vorgeschriebenen Emissionsziele ohne Einbußen bei Motor- und Fahrleistungen und ohne Verbrauchserhöhung zu erreichen. Definitiv festlegen wollen sich die Wolfsburger derzeit aber noch nicht, weil zunächst alle Modell-Varianten gemessen werden müssten. Im Moment werden die für die betroffenen Märkte notwendigen Rückrufaktionen vorbereitet. Die ersten Fahrzeuge sollen ab Januar 2016 umgerüstet werden. Als Ende der Aktion wird der Dezember 2016 angepeilt. Der Zeitaufwand für die Kunden solle so gering wie möglich ausfallen, die individuellen Kundenbedürfnisse würden dabei berücksichtigt.  Damit sind zum Beispiel die Kosten für ein Ersatzfahrzeug gemeint.

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Maßnahmen gelten auch für die Konzerntöchter

Analog dazu werden auch die Rückrufaktionen bei Audi, Seat, Skoda und VW Nutzfahrzeuge vorbereitet. Eventuell bis zur Umrüstung endende Garantieansprüche will der VW-Konzern verlängern. Die Fahrzeuge seien weiterhin technisch sicher und fahrbereit und könnten deshalb uneingeschränkt im Straßenverkehr genutzt werden.



mid

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