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Nissan Note: Das kleine Raumwunder

Im Platzangebot liegt der Nissan Note vorn. Schließlich wurde der Mini-Van von einem Familienvater designt. Bei der technischen Grundausstattung gibt es aber Mängel.

Von Hans-Robert Richarz

Schön, dass Ergebnisse der Marktforschung doch nicht jede Entscheidung beeinflussen. Jedenfalls soll das bei der Gestaltung des neuen Nissan Note so gewesen sein. Chris Lee, der Produktmanager des Mini-Van, erzählt die Geschichte, dass der Designer des Autos bei der Formgebung ganz nach seinen persönlichen Bedürfnissen vorgegangen ist. Er war gerade Vater geworden und wollte nicht einsehen, dass die Familientauglichkeit eines Autos zwangsläufig den Fahrspaß beeinträchtigen muss.

So puzzelte Taiji Toyota, nicht verwandt mit der gleichnamigen Automobildynastie, aus vorhandenen Nissan-Designelementen und neuen Ideen einen gefälligen Kleinwagen zusammen, der dem Raumbedürfnis von Familien mit Nachwuchs im unteren Teeniealter entgegenkommt - den neuen Note. Die Frontpartie gleicht der Nase des bulligen Geländewagens Murano aus dem eigenen Haus, die hinteren Seitenfenster und Teile des Hecks entlehnte Toyota der Nissan-Studie namens Qashqai, bei der Dachpartie nahm er sich einen Bumerang zum Vorbild.

Das Ergebnis: eine dynamische kleine Familienkutsche, die von außen nicht verrät, wie viel Platz sie im Innenraum bietet. Obwohl der Note aus Kostengründen auf der gleichen Plattform steht wie seine Konzernbrüder Nissan Micra und Renault Modus, übertrifft er sie mit gut vier Meter Länge um 30 (Modus) beziehungsweise 37 Zentimeter. Deswegen trommelt Produktmanager Chris Lee auch kräftig: "Der Note bietet den größten Raum seiner Klasse."

Kann aber dennoch sein, dass es für große Menschen hinten beengt zugeht. Abhilfe schafft das Ziehen an einem Griff unter der Sitzfläche - und schon schiebt sich die Rückbank um bis zu 16 Zentimeter nach hinten. Das hat längst nicht jeder Konkurrent. Zwei Erwachsene können sich dann sogar mit übereinander geschlagenen Beinen bequem hinfläzen. Allerdings: Die üppige Beinfreiheit geht auf Kosten des Kofferraums. Ist die Rückbank am hinteren Anschlag, fasst das Gepäckabteil nur noch 280 Liter.

Der Fahrer freut sich

- wie bei Autos dieser Gattung üblich - über eine höhere Sitzposition als in einer traditionellen Limousine, was eine bessere Übersicht ermöglicht. Überhaupt ist es so, dass man sich im Note fast wie in einem geräumigen Wohnzimmer fühlt. Das Einsteigen ist dank der sich weit öffnenden Türen bequem und auf keinem der Sitze ist zu wenig Kopffreiheit zu beklagen. Jedenfalls nicht, wenn man normal gewachsen ist. Ablagemöglichkeiten gibt es reichlich für Flaschen, Getränkedosen und anderen Krimskrams. Wer die Cola oder das Wasser gern kalt trinkt, einfach ins Handschuhfach damit und ein wenig warten. Das wird nämlich gekühlt.

In der Stadt ist der Flitzer recht wendig. Und auf Spritztouren über Land sorgt das sportlich abgestimmte Fahrwerk für den versprochenen Fahrspaß. Lediglich mit dem Fahrgeräusch ist es so eine Sache. Da hätte mehr gedämmt werden können. Auf der Autobahn bekommt man etwas auf die Ohren. Insbesondere der Turbodiesel mit 86 PS brummt bei höheren Drehzahlen deutlich. Ein sechster Gang fehlt leider in allen Modellen.

Neben vier Airbags, der Stotterbremse ABS gehören auch die Isofix-Befestigungspunkte an der Rückbank für die Kindersitze zur Serienausstattung. Ärgerlich, dass es den elektronischen Schleuderverhinderer ESP wie auch die Kopfairbags nur in der teuersten Ausstattungslinie "tekna" ab Werk gibt, die ansonsten im Paket mit 550 Euro extra bezahlt werden müssen. Ganz schlecht: Einen Partikelfilter für den Diesel gibt es weder für Geld noch für gute Worte.

Bleibt die Frage, warum Nissan mit dem Note vor allem auf junge Familien zielt. Über den vielen Platz, den bequemen Einstieg und über die niedrige Ladekante am Heck freuen sich auch ältere Semester.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.