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Rallye Dakar: Ex-Skirennfahrer vor Wüsten-Triumph

Für das japanische Werksteam wäre es der sechste Triumph beim Wüsten-Klassiker in Folge. Eine Etappe vor Schluss liegt Mitsubishi-Pilot Luc Alphand aussichtsreich in Führung.

Von Christian Gebhardt

Bereits mit seinem Tageserfolg auf der 13. Etappe von Labé in den Senegal nach Tambacounda machte der 40-Jährige ehemalige Ski-Rennläufer einen großen Schritt in Richtung Dakar-Sieg. "Wir waren gut unterwegs, waren aber unter Druck von Giniel de Villiers und wollten deshalb keine Fehler begehen. Wir haben jetzt eine gute Ausgangsposition", freute sich der Franzose.

Sein ärgster Widersacher um den Gesamtsieg, Volkswagen-Pilot Giniel de Villiers, hatte weniger Grund zur Freude. Mit Platz drei in der Tageswertung verlor der Südafrikaner nochmals fast zwei Minuten auf den Spitzenreiter. "Die Prüfung war schwierig, der Untergrund zum Teil sehr rutschig. Es war aber auch schön, denn die Bergstrecke führte uns bis auf 1.000 Meter Höhe. Ein Wegpunkt, den wir erreichen mussten, lag mitten im Busch. Hochachtung vor Luc Alphand – er fuhr perfekt", beeindruckte den Gesamt-Zweiten die Leistung von Kontrahent Alphand.

Erster BMW-Doppelsieg

Auf der vorletzten Etappe von Tambacounda zum Zielort Dakar verlor Mitsubishi-Pilot Alphand zwar noch einmal 4:20 Minuten in der Gesamtwertung auf de Villiers (Tages-Fünfter), nachdem er mit sicherer, nicht riskanter Fahrweise nur als Achter des Tages ins Ziel kam. Vor der abschließenden traditionellen Prüfung in der senegalesischen Hauptstadt Dakar hat der Franzose aber immer noch knapp 18 Minuten Vorsprung in der Gesamtwertung.

Erstmals siegte in der Tageswertung ein BMW-Pilot vom Team X-Raid. Der Franzose Guerlain Chicherit gewann die insgesamt 634 Kilometer lange Etappe vor seinem Teamkollegen Alfie Cox. "Ich habe gestern im Staub einen Stein getroffen und habe dabei einen Reifen beschädigt. Durch den Reifenwechsel habe ich 20 Minuten verloren und bin dadurch um einen Platz in der Gesamtwertung zurück gefallen. Darüber habe ich mich sehr geärgert. Der Tag heute war für mich und das Team aber fantastisch", zeigte sich der Chicherit glücklich. Auch X-Raid-Teamchef Sven Quandt freute sich, war dennoch etwas überrascht: "Ein tolles Ergebnis für unser Team heute. Ich muss ehrlich sagen, ich habe unseren Autos gar keinen Tagessieg zugetraut. Der BMW X3 ist immer besser geworden und Guerlain Chicherit muss auf der letzten Prüfung noch einmal alles geben um den neunten Platz in der Gesamtwertung zu festigen."

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"Die Chance war da!"

Hinter dem BMW-Duo fuhr Mark Miller als bester Volkswagen-Pilot des Tages auf Rang drei. In der Gesamtwertung ist der US-Amerikaner vor dem Schlusstag Fünfter. Teamkollege Bruno Saby liegt auf Rang acht und der ehemalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz, in Diensten von Volkswagen, rangiert derzeit auf Platz elf. "Das war eine extrem schwierige, schnelle und spannende Dakar. In der ersten Woche ging es meist um Sekunden und auch der Schlussspurt ist ein Herzschlagfinale mit offenem Ausgang. Wenn es nicht zum Sieg reicht, sind wir aber auch enttäuscht. Die Chance zum Sieg war da, aber wir konnten sie – so sieht es im Moment aus – nicht nutzen, auch wenn wir den Seriensieger Mitsubishi über weite Strecken spürbar unter Druck gesetzt haben", zog Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen schon einmal Bilanz.

Kleiner Junge überfahren

Überschattet wurden die beiden Etappen von zwei tragischen Unfällen. Auf der 13. Etappe zwischen Guinea und dem Senegal nahe der Ortschaft Kourahoye wurde ein kleiner Junge von einem Rallye-Fahrzeug erfasst und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Auf der Verbindungsetappe der heutigen 14. Etappe ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall. Ein 12-jähriger Junge wurde bei Kilometer 200 von einem Service-LKW angefahren und tödlich verletzt.

Die abschließende Etappe der Rallye Dakar 2006 findet in der senegalesischen Hauptstadt statt. Nach zwei Wochen Wüsten-Marathon müssen die Teilnehmer der Abenteuer-Rallye nur noch insgesamt 110 Kilometer bis zum Ziel am Lac Rose zurücklegen.

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