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Tipps zum Autokauf: Was kostet ein Auto von einer Premium-Marke wirklich mehr?

Noble Wagen locken mit Image, Qualität und Ausstattung. Nur ihr Preis schreckt ab. Wir zeigen, wie der Premiumaufschlag kalkuliert wird und welche Edel-Fahrzeuge man sich dennoch leisten kann.

Ein Premiumauto muss gar nicht so teuer sein.

Ein Premiumauto muss gar nicht so teuer sein.

Premium lockt. Und nicht nur Automaniacs. Im Umfragen geben zwar von Jahr zu Jahr immer mehr Befragte an, dass sie keinen Wert auf Neid erregende Statusobjekte legen. Tatsächlich ist es aber nicht so, dass No-Name boomt. Im Gegenteil: Angesagte Marken sind begehrt.

Beim Thema Auto locken die edlen Marken nach wie vor. Abgesehen von Kleinanbietern werden unter Premium diese Marken verstanden: Audi, BMW/Mini, Mercedes, Jaguar und Lexus. In Deutschland liegen die Marktanteile von Audi, BMW/Mini und Mercedes weit oberhalb der Importmarken. Wer mag, kann den Kreis der Premiummarken um Range Rover, Infinty und andere ergänzen – von den verkauften Stückzahlen her gesehen, spielen sie keine Rolle. Ein Hersteller wie Porsche ist trotz des Cayenne und Panamera im Wesentlichen auf Sportwagen und auf echte Luxuswagen spezialisiert.

Kaufberatung: Von cool bis gigantisch - Familienautos unter 20.000 Euro
Wer primär aufs Geld schaut, kommt an der Marke Dacia nicht vorbei. Die rumänische Renault-Tochter hat beispielsweise mit dem Lodgy ein Gefährt parat, das die Ansprüche von ausgewachsenen Familien sogar schon zur Hälfte von 20.000 Euro erfüllen kann. Ab 9990 ist der praktische Untersatz zu haben, mit einer überschaubaren Ausstattung und einem Benziner, der es auf 75 kW/102 PS bringt. Wer den Lodgy mit allen Extras  bevorzugt, bleibt auch noch deutlich unter den 20.000 Euro, denn der Lodgy Prestige dCi 110 mit sieben Sitzen und umfangreicher Ausstattung steht ab 16.680 Euro in der Preisliste.

Wer primär aufs Geld schaut, kommt an der Marke Dacia nicht vorbei. Die rumänische Renault-Tochter hat beispielsweise mit dem Lodgy ein Gefährt parat, das die Ansprüche von ausgewachsenen Familien sogar schon zur Hälfte von 20.000 Euro erfüllen kann. Ab 9990 ist der praktische Untersatz zu haben, mit einer überschaubaren Ausstattung und einem Benziner, der es auf 75 kW/102 PS bringt. Wer den Lodgy mit allen Extras  bevorzugt, bleibt auch noch deutlich unter den 20.000 Euro, denn der Lodgy Prestige dCi 110 mit sieben Sitzen und umfangreicher Ausstattung steht ab 16.680 Euro in der Preisliste.

Überschaubarer Zuschlag

Premium kostet extra. Aber wie viel? Es gibt eine einfache Methode den Premium-Aufschlag zu berechnen. Audi gehört zum VW-Konzern, viele Audi-Modelle haben Entsprechungen bei Volkswagen, Seat oder Skoda. Wer nun bei Audi ein Fahrzeug wählt, kann den direkten Vergleich zu einem Volkswagen anstellen. Der Audi-Aufschlag liegt so gesehen unter zehn Prozent. Vergleicht man einen 1er BMW grob mit einem ähnlich motorisierten und ausgestatteten Golf, ergibt sich ein etwas höherer aber doch ähnlicher Abstand.

Deutlicher Abstand zu günstigen Anbietern

10 oder vielleicht 15 Prozent für Mercedesstern, BMW-Niere und Audi-Grill? Das hört sich nach einem Schnäppchen an. Der objektive Vergleich führt in die Irre. Zunächst einmal schließt sich der Premium-Vergleich an einen Wagen der Marke Volkswagen an. VW ist eine Massenmarke mit sehr selbstbewusster Preisgestaltung. Das untere Ende der Skala für die Massenhersteller liegt deutlich unter dem Level von VW. Selbst im eigenen Konzern liegen die Modelle Seat und Skoda zehn Prozent unter der Volkswagenliste. Der Abstand zu den Premiummarken vergrößert sich entsprechend. Anstelle von zehn Prozent sollte man jetzt 20 bis 30 Prozent ansetzen.

Teureres Einstiegsniveau

Die Einstiegsklassen der Premiummarken sind höher motorisiert, die Basisausstattung ist hochwertiger und die kleinsten erhältlichen Motoren sind stärker. Für Kunden, die ihren Wagen ohnehin hochwertig konfigurieren wollen, ist der Unterschied belanglos. Wer aber auch mit weniger auskommen kann, muss zwangsläufig mehr investieren. Dieser Aufschlag fällt allerdings für mehr Fahrzeugsubstanz an und nicht nur für die Marken-Aura. Zu Fahrzeugen günstiger Marken kann der Zuschlag bereits 60 Prozent betragen.

Einstiegsmodelle mit Basis-Ausstattung

Wem es nur auf die Marke ankommt, kann sich auch bei einem BMW bescheiden geben. Er kauft einen 1er BMW mit Einstiegsmotor und einem der typischen Ausstattungspakete wie sie BMW und Händlerorganisationen zusammenschnüren. Im Vergleich zum ähnlich ausgestatteten Golf kostet der Spaß dann etwa 2500 Euro mehr. Letzen Endes sitzt man dann zwar hinter der BMW-Niere, muss sich aber mit den bescheidenen Fahrleistungen des Einstiegsmotors begnügen und auf die Rundum-Innenraumkosmetik des Nobelherstellers verzichten. Umgangsprachlich ausgedrückt: Man reitet eine "lahme Krücke" und sitzt in einer "nackten Hütte". Tatsächlich werden diese Modelle mit Händlerausstattungspaket bei den Einstiegsautos dem 1er BMW und dem Audi A3 häufig gekauft. Beim Audi A4 und BMW 3er werden diese Basiswagen dagegen nur selten geordert.

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Suchtgefahr durch die Extraliste

Schon das Wort Premium macht Lust auf mehr, verführt zum Ankreuzen in der Ausstattungsliste. Wer an den standesgemäßen Ausbau seines Premiumwagens geht, wird richtig zur Kasse gebeten. "Rund" wird ein A1 dann für geschätzte 26.000 Euro, ein 1er, der nicht nur BMW heißt sondern auch so fährt, liegt schnell bei 30.000 Euro. Das Ende der Preisliste ist damit übrigens immer noch nicht erreicht. Übertragen für die Mittelklasse: Einen fahrbaren Opel Astra Kombi kann man für 22.000 Euro kaufen, ein "runder" Audi A4 Avant kostet 40.000 Euro. Vorsicht aber vor "innovativen" Ausstattungen. Fachmagazine bejubeln immer die Extras, die eben gerade ihren Weg aus der Oberklasse in die Butter-und-Brot-Wagen geschafft haben. Zur Zeit sind das aufwändige Multimediasysteme und aktive Fahrassistenten. Diese Einbauten sind allerdings so teuer, dass sie selbst einen Achtzylinder der gehobenen Mittelklasse merklich verteuern, bei einem Kompaktwagen sprengen sie jedes vernünftige Budget.

Kaum echte Schnäppchen

Zu allem Übel halten die Premiummarken einigermaßen ihre Preise ein. Die eingeräumten Rabatte sind generell niedriger, auch werden weniger Tageszulassungen zu Knallerpreisen angeboten. In B-Segment kann man zur Zeit sehr günstig einen Skoda Fabia oder einen Kia Ceed als Tageszulassung bekommen. Solche Nachlässe wird es bei einem Audi nicht geben. Auf lange Sicht punkten die Premiummodelle in den kleineren Klassen mit einem guten Werterhalt. Um den Werterhalt richtig einordnen zu können, muss man aber die Berechnungsgrundlage kennen. Der Wertverlust wird immer anhand der Listenpreise berechnet. Ein Wagen, der meist weit unter Listenpreis verkauft wird, kann dann formal einen hohen Wertverlust aufweisen. Wird der Verlust auf Basis des tatsächlichen Kaufpreises ermittelt, sieht das Bild anders aus.

Jenseits des Normalen

Fahrzeugtypen, für die es einen direkten Vergleich bei Volumenmarken noch gibt, gehören bei den Premiumherstellern zu den Standardvarianten. Sie bieten aber auch vieles, was es bei vielen Massenherstellern so nicht gibt. Das gilt für Motoren mit sechs, acht und mehr Zylindern, für aufwändige Innenausstattungen, Antriebskonzepte und vieles mehr. Wer von diesen Dingen träumt, liegt bei den Premiumpreisen nicht mehr im Bereich von "Zuschlägen" zu den Angeboten von Volumenmarken, hier verfielfachen sich die Preise. Ein Beispiel aus der Mittelklasse. Für 30.000 Euro kann man einen schicken Opel Insignia oder Ford Mondeo bekommen. Wer vom Großcoupé Mercedes CLS träumt, wird sicher deutlich mehr als 60.000 Euro ausgeben.

Wie bleiben die Kosten im Rahmen?

Die Preisdifferenz eines Premiumfahrzeugs zum günstigsten Angebot in der Fahrzeugklasse ist enorm. Hier kann man bei Mittelklassewagen oder Kompakten auch für die Hälfte billiger fahren. Wenn die Alternative aber nicht das günstigste Schnäppchen, sondern ein Fahrzeug eines Herstellers wie Volkswagen ist, und wenn man ohnehin nicht die billigste Ausstattungsvariante anstrebt, kann man den Premiumaufschlag bei den kleineren Fahrzeugen von Kompakt- und Mittelklasse auf etwa 20 Prozent begrenzen. Zumindest dann, wenn man die Finger von den Premium-Zutaten lässt.

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