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Bildband Kool Fellas Ltd.: Style, Freunde, Autos und Leidenschaft

Der Fotoband "Kool Fellas" führt in das Universum von Hot Rods, Kustom Kulture und Rock´n Roll. Fotograf Dirk Behlau hat seiner Welt darin ein Denkmal errichtet.

Von Gernot Kramper

"Kool Fellas": Eine Welt für groß gewordene Jungs und Mädchen

"Kool Fellas": Eine Welt für groß gewordene Jungs und Mädchen

In der Szene von Hot Rods, Pin-Ups und umgebauten Motorrädern ist Dirk Behlau seit Jahren zu Hause. Er ist ein Unikat und eine Ein-Mann-Maschine. Sein Designstudio "Pixeleye Interaktive" macht eigentlich alles. Design, Fotos, Public Relations, Videos und ein eigenes Bier. Behlau alias "The Pixeleye" bekommt eigentlich alles organisiert. Vorraussetzung: Das Herz ist dabei.

Darin liegt auch der Reiz des Fotobandes. "Kool Fellas" – das sind "The Pixeleye" und seine Freunde. Der Lifestyle- und Rockfotograf muss in seiner Szene niemand auflauern, um in einem unbeobachteten Moment auf den Auslöser zu drücken. "Viele Fotografen werden auf ein Event geschickt, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Sie stehen dann abseits vom eigentlichen Geschehen mit ihrem grossen Teleobjektiven herum. Sie sind Beobachter, gehören aber nicht dazu" sagt "The Pixeleye". "Ich bin lieber mit Leidenschaft mittendrin als nur dabei." Er ist kein Räuberfotograf. "The Pixeleye" gehört dazu, wie die Customizer, Hot Rodder, Pin-Ups, Tätowierer und Pinstriper. Ihm gelingt es ganz beiläufig eine Szene zu portraitieren, die selbst durchaus zu Posen und Attitüden neigt. Dafür muss man einen Sinn haben. Wer blankgeputzte Oldtimer in Sonnenlicht liebt, wird hier nicht glücklich. "Klar, sind auch die Autos wichtig. Aber ich komme nicht aus einem Schrauber-Haushalt. Ich bin total untechnisch. Für mich steht die Szene, der Lifestyle im Vordergrund."

Auch die Freunde des Genres "Girls und Auto" werden enttäuscht. Bei Pixeleye-Behlau wälzen sich keine Silikonwunder über die Motorhauben. Dafür kann man in den Bildern Geschichten lesen. In dem Gesicht des vollbärtigen Bikers vor seiner Maschine und in der Bewegung des "unknown Girl" vor dem Spiegel. "The Pixeleye" sagt, das Buch sei für "Freunde schöner, besonderer Momente." Der Fotograf ist inspiriert vom Rock´n-Roll-Lifestyle und von Filmemachern wie Quentin Tarantino oder Stanley Kubrick. Mit "Kool Fellas" ist The Pixeleye ist ein feines Buch gelungen. Es ist mit Herz gemacht und ehrlich, dabei nicht übertrieben stilisiert. In dem Fotos finden die Leute zu sich selbst. Seine Fotos bilden die Szene so ab, wie sie sich fühlt. Wer dazu gehört, besitzt mit "Kool Fellas" ein standesgemäßes "Garage-Table-Book" für die Schrauberhütte. Wer selbst keinen Hot Rod in der Garage parkt, entdeckt ein freundliches und fremdartiges Biotop mitten in Deutschland.

Trotz des Rostes und des Garagenstaubes produziert The Pixeleye daher keine Sozialreportage – seine Bücher sind eine Hommage. "Kool" ist für Behlau alles "was rockt". Hot Rods, Custom Cars, Pin-Ups, Rock’n'Roll. Die "Kustom-Kulture-Szene" gedeiht unbemerkt im Schatten des Mainstreames. Die normalen Medien ignorieren sie weitgehend, obwohl der Lifestyle gerne für alle möglichen Lifestyle Marken und Produkte, die ein cooles Image haben möchten, adaptiert wird. "Kool Fellas" bleiben mit ihrer Art zu leben und Spaß zu haben, unter sich und sind doch überall präsent.

In jeder Stadt und jedem Landkreis gibt es die Bars, Tätowierer und Autoschrauber der Szene. Die Botschaft ist ganz einfach, es geht darum, auf eine eigene individuelle Art sein Leben zu leben und Spaß zu haben. "Es gibt für große Kinder wie mich nichts Besseres als die Kustom Kulture Szene," sagt der Fotograf. "Da ist alles dabei: Hot Rods, Tattoos, eine internationale Kunstszene, Pinstriper, Custombikes, Pin-Ups und jede Menge Spass."

Das Vorwort hat übrigens Jesse James geschrieben. Den Normalos ist er als undankbarer Exgatte von Sandra Bullock bekannt. Kann sein, dass Jesse James kein guter Ehemann war, aber er ist einer der berühmtesten Custombike-Bauer der Welt und sein Geleit ein Ritterschlag.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.