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Biosprit: Eine Idee kommt unter die Räder

Er gilt lange schon als Wunderwaffe gegen den Klimawandel, doch nun kommen immer mehr Zweifel an diesem besonderen Kraftstoff auf: Biosprit wird immer stärker in Frage gestellt. Nun ist der Biokraftstoff endgültig in die Mühlen der Politik geraten.

Die Idee war so schön: Wir brauen uns unser Benzin nicht mehr aus Erdöl, sondern aus Pflanzenöl. Das ist klimafreundlicher. Und es macht Deutschland unabhängiger von Ölimporten. Und es gibt den Menschen in Deutschland Arbeit. Soweit die Theorie. Sie hat dazu beitragen, dass Deutschland nun eine Biokraftstoffstrategie und ein Biokraftstoffquotengesetz hat. Bis 2020, so die Vision der Bundesregierung, sollen die deutschen Autos bis zu 20 Prozent Biosprit im Tank haben. Auch auf EU-Ebene sind hehre Ziele formuliert, wie viel Biokraftstoffe schon binnen weniger Jahre zur Senkung der Treibhausgase beitragen soll.

In der Praxis allerdings wird die Hoffnung auf eine Wunderwaffe im Kampf gegen Klimawandel und Versorgungsabhängigkeit derzeit mächtig getrübt. Umweltschützer warnen vor Raubbau an der Natur, an der Klimabilanz des Biosprits gibt es massive Zweifel, die Mineralölwirtschaft erwartet Nachschubmangel für die Ölpressen. Und nun geht es auch noch ins Grundsätzliche: Vertragen die deutschen Autos überhaupt so viel Bio und wie viel kostet das eigentlich?

Sechs bis acht Cent mehr

Sechs bis acht Cent pro Liter würden Benzin und Diesel teurer werden, warnt CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer. Da werde die Union nicht mitmachen. "Ich habe zusammen mit Volker Kauder klar gemacht, dass wir die Erhöhung des Beimischungszwangs, wie derzeit geplant, nicht hinnehmen werden", sagte Ramsauer der "Financial Times Deutschland". Da sei Umweltminister Sigmar Gabriel "vorgeprescht, ohne zu wissen, was er damit anrichtet". Der "Beimischungszwang" ist allerdings bereits beschlossen und zwar in eben jenem Biokraftstoffquotengesetz, das seit Anfang 2007 gilt.

Ab kommendem Jahr, so ist es festgelegt, sollen insgesamt 6,25 Prozent der Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden - und zwar gerechnet nach dem Energiegehalt. Bis 2015 soll der Anteil auf acht Prozent wachsen. In der Debatte ist hingegen noch eine Verordnung - die zehnte Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz -, die festlegt, wie viel Bio eigentlich höchstens im Sprit sein darf. Dabei geht es um die umstrittene Quote von zehn Volumenprozent, an der nun nicht nur Ramsauer, sondern auch Gabriel selbst Zweifel hat. Bis zu 1,5 Millionen Autos vertrügen einen so hohen Anteil von Biosprit nicht, argumentiert der ADAC. Die Fahrer müssten dann auf den sehr teuren Super-Plus-Kraftstoff umsteigen. Das würde sie bis zu 150 Millionen Euro zusätzlich kosten, beklagt die Union. Das gehe so nicht.

Gabriel hat sich auf die Autohersteller verlassen

Gabriel sagt, er habe sich auf Angaben der Autobauer verlassen, dass höchstens 375.000 ältere Autos betroffen wären. Wenn nun der ADAC etwas anderes sage, dann werde das eben noch einmal überprüft. So lange trete auch nichts in Kraft. An dem Ziel, mehr Biosprit beizumischen, ändert dieser Streit aber ebenso wenig wie an der Aussicht auf steigende Preise. "Die Mineralölindustrie hat von Beginn der Diskussion über höhere Biospritanteile darauf hingewiesen, dass dies zu Kostenbelastungen für die Verbraucher führt", erklärt der Branchenverband MWV. Denn Biosprit sei von vorneherein teurer. Und, da weniger Energie drin stecke, steige auch der Verbrauch. Eine Kostenbelastung von insgesamt sechs Cent je Liter hält auch der Verband für realistisch.

Derweil brauen sich über dem schönen Traum vom sauberen Biosprit noch ganz andere Wolken zusammen. Gab es schon lange Zweifel an der Ökobilanz heimischen Biodiesels, bescheinigen nun mehrere Studien auch Biokraftstoffen aus Palmöl eine dramatisch schlechte Klimabilanz, sofern dafür Regenwald abgefackelt wurde. Nach einer Studie für den MWV würde es 322 Jahre dauern, bis der Anbau auf einer durch Brandrodung entstandenen Fläche wieder eine ausgeglichene Kohlendioxidbilanz vorwiese. Außerdem reicht dieser Studie zufolge die Biomasse weltweit für den Biospritbedarf bei weitem nicht aus, wenn gleichzeitig der wachsende Nahrungsmittelbedarf gedeckt werden soll. Gabriel versucht deshalb nun, strenge Standards für den Import von Bioölen und für die Anrechnung auf die Kraftstoffquoten durchzusetzen, nach dem Grundsatz: Von der Nachfrage aus Deutschland darf kein Raubbau in Entwicklungsländern ausgelöst werden. Und auch keine Hungerkatastrophen, fügt der CSU-Politiker Christian Ruck an.

Essig mit dem Salatöl

Ob die nach solch strengen Grundsätzen gewonnenen Kraftstoffe in den nächsten Jahren ausreichen, deutsche Quoten zu füllen, ist zumindest fraglich. Die deutschen Bauern alleine werden es in keinem Fall schaffen. Würde sämtliche heimischen Pflanzenöle für Biosprit genutzt, würde dies gerade einmal fünf Volumenprozent des Kraftstoffbedarfs decken. Und mit der heimischen Margarine und dem Salatöl wäre es dann Essig.

Verena Schmitt-Roschmann/AP / AP

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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