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Cabrio-Pflege Auf die sanfte Tour


Cabrios mit Stoffdach sehen schick aus. Doch das klassische Verdeck verlangt mehr Pflege als ein Stahldach. Hier die wichtigsten Tipps für Oben-Ohne-Fahrer mit Hang zum Stoff.

Das Stoffverdeck für Cabrios ist seit einigen Jahren wieder hoch im Kurs, nachdem es eine zeitlang so aussah, als würde Klappdachautos das klassische Stoffverdeck verdrängen. Inzwischen setzen aktuelle Neulinge wie der offene VW Golf und das BMW 6er Cabrio auf die Textilhaube. Der Grund: Die leichten Mützen sehen in den meisten Fällen im Vergleich zu den Stahl-Klappdächern einfach schicker aus und bieten heutzutage fast den gleichen Komfort. Ein Klappdach erfordert ärgerliche Kompromisse im Design und bietet häufig nur wenig Kopffreiheit für die Passagiere auf der Rückbank. Dafür verlangt das klassische Verdeck etwas mehr Pflege.

Denn während man mit dem Stahldach-Cabrio einfach durch die Waschstraße fahren kann, muss man bei einem Stoffverdeck selbst Hand anlegen. Bei der Autowäsche sollte man das Verdeck allerdings von Zeit zu Zeit aussparen, um den Stoff zu schonen. Das Dach selbst wird mit Bürste und Staubsauger gereinigt. Ist es stark verschmutzt, gehen eine weiche Bürste, ein Schwamm und Shampoo den Flecken wirkungsvoll an den Kragen. Dabei sollte ein spezielles Verdeckshampoo benutzt werden. Zuerst wird der Stoff vorsichtig ausgebürstet, danach reibt man die verschmutzten Stellen von vorn nach hinten mit dem Shampoo vorsichtig ab. Wenn einmalige Handarbeit nicht hilft, können mehrere Versuche helfen. Sonst muss der Hochdruckreiniger herhalten. Doch Vorsicht: Da der harte Strahl den Stoff im Extremfall zerschneiden kann, sollten mindestens 40 Zentimeter Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Wachsstraßen mit Cabrio-Wäsche

Wer keine Lust auf die Handwäsche hat, sucht sich eine Wachsstraße, die eine spezielle Cabrio-Wäsche anbietet. Hierbei wird der Druck der rotierenden Rollen reduziert, wodurch die mechanische Belastung für das Stoffdach sinkt. Zudem sparen die Hochdruckreinigungsdüsen das Verdeck aus. Verzichten muss man bei der Waschstraßen-Tour jedoch auf Programme mit Heißwachs. Denn der Wachsfilm würde die Poren des Stoffverdecks verstopfen.

Nach der Dusche für das Dach muss das Cabrio so lange mit geschlossener Haube stehen bleiben, bis das Verdeck restlos trocken ist. Andernfalls riskiert der Halter hässliche Stockflecken und Druckstellen. Damit das Dach nicht ausbleicht, stellt man das Auto zum Trocknen am besten in den Schatten. Hat das Dach kleine Risse, ist der Sattler der richtige Ansprechpartner. Wer sich selbst eine Reparatur zutraut, findet im Fachhandel spezielle Kits mit zuschneidbaren Stoffstücken und einem Hochleistungskleber.

Einmal im Jahr lässt man sein Stoffverdeck imprägnieren. Das schützt vor dem Ausbleichen und wirkt wasserabweisend. Ist das Verdeck bereits fleckig und verblichen, kann es mit einem speziellen Shampoo nachgefärbt werden. Wer sein Cabrio im Freien parkt, sollte zwei- bis dreimal pro Jahr ein Imprägnierspray anwenden. Wer ein Auto mit Kunststoffverdeck besitzt, muss bei der Fahrt in die Waschstraße darauf achten, dass keine alkalihaltigen Reinigungsmittel verwendet werden. Wer sich in diesem Punkt nicht sicher ist, sollte den Betreiber fragen. Auch zu meiden sind Heißwachsbehandlungen, da sie dunkle Dächer stark ausbleichen können. Generell sind Anlagen mit rotierenden Textilstreifen den Bürsten-Anlagen vorzuziehen. So bleibt der Stoff des Verdecks geschmeidig und die Strahlkraft des "Oben-Ohne"-Autos garantiert lange erhalten.

Sabine Stahl/ MID MID

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