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Check Kompaktklasseautos: Astra, Golf, Focus - wer ist der Beste?

Ab sofort steht der neue Astra beim Händler. Für wen ist er der Richtige? stern.de erklärt, worauf man jetzt in der Kompaktklasse achten sollte.

Von Gernot Kramper

Mit dem neuen Opel Astra ist der Wettbewerb in der Kompaktklasse neu eröffnet. Die Premiere macht neugierig. Potentielle Kunden zieht es auf die Automeilen und sie stellen sich die Frage: Wer ist der Beste? Dabei sollte die Frage lauten: "Wer passt am besten zu mir?"

Rein nach objektiven Maßstäben gemessen, sind die Unterschiede zwischen den Modellen nicht so groß, wie man vermutet. Natürlich gibt es sie, das Ergebnis: Der Golf ist die Nummer Eins und das ist er zu Recht. In Sachen Verarbeitung, Breite des Angebots an Motorisierungen, in der Motoren- und Antriebstechnik liegt die Golfflotte vorn. In anderen Disziplinen kann den Golf niemand deklassieren. Der normale Kunde kann sich über dieses eindeutige Ergebnis allerdings ohne Bedenken hinwegsetzen, tatsächlich liegen die Mitbewerber technisch so eng beieinander, dass es keinen sachlichen Zwang zu einem Modell gibt.

Wie viel Platz bieten sie?

Beim Raumangebot kann kein Fahrzeug das andere ausstechen. In den klassischen Fließheckmodellen von Focus, Astra und Golf unterscheiden sich die Verhältnisse im Innenraum und das Ladevolumen kaum. Für den Astra ist das eigentlich ein schlechtes Ergebnis, er ist außen der Größte, leider teilt sich das im Inneren nicht ganz mit.

Alle drei bieten ausgezeichnete Plätze in der ersten Reihe. Hinten sitzen häufig Kinder und die haben in allen Modellen keinen Grund zu klagen. Die Kompaktklasse eignet sich generell nicht, wenn regelmäßig Erwachsene im Fond transportiert werden sollen. Ein Astra als Taxi? Das ist dann doch ein bisschen viel verlangt. Aber wie geht der a.) Einkauf und b.) das Reisegepäck in den Kofferraum. Die Antwort ist simpel: Der Einkauf geht locker hinein. Wer die Getränkekiste aus dem Einkaufswagen gewuchtet hat, dem machen ein paar Zentimeter mehr oder weniger Ladekantenhöhe nichts aus.

Für die typische Familie mit zwei Kindern ist der Kofferraum allerdings immer knapp bemessen. Zumindest dann, wenn auch Urlaubsreisen mit dem Wagen absolviert werden. Es bringt leider wenig, einen anderen Typ zu inspizieren. Mehr als 30 Liter mehr Kofferraum gewinnt man beim Modellwechsel nicht. 350 Liter sind es beim Golf, 370 Liter beim Astra oder 385 Liter Focus. Bei Reisegepäck für vier Personen wird es also immer knapp. Wenn Reisetaschen dabei sind, geht keine Kinderkarre mehr in das Ladeabteil. Spürbar mehr Volumen bieten die Kombis.

Mehr Raum nur im Kombi

Wer Platz will, braucht den Kombi. Volkswagen und Ford bieten Lastesel ihres aktuellen Modells an, Opel noch nicht. Aber gerade beim auslaufenden Astra wird man beim Händler massive Rabatte bekommen. Das Gleiche gilt für den Golfvorgänger. Tageszulassungen und Halbjahreswagen des alten VW-Kombis sind derzeit extrem günstig. Für die junge Familie wären die "alten" Kombis eine klare Empfehlung. Volkswagen bietet außerdem noch das "Plus"-Modell an. Auf den ersten Blick unterscheidet es sich kaum vom "normalen" Golf, tatsächlich fällt der Plus allerdings höher aus. Das führt zu deutlich mehr Volumen und einer höheren Sitzposition. Preislich liegt der Plus allerdings fast gleichauf mit dem Kombi.

Kleiner wird billiger

Wer nicht mit Kindern gesegnet ist, sollte sich die Alternativen Fiesta, Polo oder Corsa auf jeden Fall ansehen. Mit dem aktuellen Fiesta und dem Polo kann der Corsa nicht ganz mithalten. Von dem Trio tritt der Polo am seriösesten auf, der Fiesta wirkt dagegen jungendlicher und frischer. Für den Fiesta sprechen die attraktiven Finanzierungs-Angebote von Ford, der Polo kann am ehesten als ebenbürtiger Ersatz für die Kompaktklasse durchgehen.

Preise und Leistung

Die Listenpreise aller Mitbewerber sind fein aufeinander abgestimmt und schenken sich nichts – auf dem Papier kann man nichts sparen. Die Unterschiede sind minimal und meistens findet sich der Grund bei der Ausstattung. Billig sind die Kompakten ohnehin nicht. Wer nicht ganz frugal unterwegs sein will, muss sich von den beworbenen Einstiegspreisen um 16.000 Euro verabschieden. Die unbedingt zu empfehlende zweite Ausstattungslinie und eine Alternative zum Einstiegsmotor führen jedes Modell an die 20.000 Euro-Grenze.

Beim Händler differieren die Preise dagegen sehr. Bei Neuwagen ist die Flatrate-Offensive von Ford interessant. Die größten Rabatte gibt es allerdings bei den Auslaufmodellen, also dem Astra-Kombi, dem Astra-Vorgänger als Tageszulassung oder dem Vorgängermodell des Golf-Kombis.

Motoren, Antrieb, Sicherheit

In der Motorenpalette gibt es gewaltige Unterschiede – für die meisten Kunden sind sie aber ohne Belang. Die Einstiegsbenziner bietet die billigste Lösung. Bei allen Marken taugen sie leider nichts. Wer Spaß am Fahren haben will und längere Strecken zurücklegen muss, sollte von ihnen die Finger lassen. Wird der Wagen im Alltag nur auf kurzen Strecken im städtischen Gebiet bewegt, reichen die Altmotoren hingegen aus. Der Fahrer mit moderaten Fahrleistungen von etwa 12.000 Kilometer wird von Volkswagen gut bedient: Der 1.4 TSI mit 122 PS und der 1.4 TSI in der Leistungsstufe von 160 PS schlagen die Konkurrenten aus dem Feld. Die Vierzylinder-Diesel aller Hersteller bieten immer gute Leistungen bei guten Verbrauchwerten. Sie lohnen sich wegen der steuerlichen Belastungen und des Mehrpreises nur für echte Vielfahrer.

Wer auf das Schalten verzichten möchte, bekommt bei Volkswagen DSG angeboten. Allrad ist bei Volkswagen selbstverständlich, bei Opel neu und bei Ford nicht zu haben. Die Sicherheit in der Kompaktklasse stimmt: Moderne Karosserien, komplette Airbag-Ausstattung und ESP sind Standard. Der Unterschied zu älteren Gebrauchten oder billigen Kleinstwagen ist eklatant.

Persönliches Fazit

Ich würde mir den neuen Astra auf jeden Fall genau ansehen. Das Design ist attraktiv. Persönlich bevorzuge ich einen Dieselmotor, bei ihnen braucht sich Opel nicht verstecken. Die ergonomischen Sitze des Astra wären mir wichtig und den Aufpreis wert. Oft wird bemängelt, dass die Mittelkonsole in einer Schalterorgie versinkt - das geschieht aber nur bei Vollausstattung. Und darauf würde ich in der Kompaktklasse verzichten. Meine Sicht: Ein Wagen aus der Butter-und-Brot-Liga muss auch finanziell im Rahmen bleiben.

Als Fahrer habe ich mit Opel gute Erfahrungen gemacht. Ein Zafira I wurde für 70.000 Kilometer als Familienkutsche genutzt und hat uns niemals im Stich gelassen. Der Qualitätssprung, den Opel mit dem Insignia und dem Astra hinbekommen hat, imponiert und nimmt mich für die Fahrzeuge ein. Im Vergleich zum Klassenprimus Golf würde ich allerdings einen Preisvorteil beim Astra erwarten. Sorry, Opel. Aber der Wert des Golfs erhält sich besser und draufzahlen wollte ich beim Astra dann doch nicht.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.