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Gebrauchtwagenreport: Deutsche Autos top - zumindest auf den ersten Blick

Deutsche Autos belegen alle Spitzenpositionen im diesjährigen Gebrauchtwagenreport. Generell ist die Qualität besser geworden, aber bei älteren Fahrzeugen ergibt sich ein differenzierteres Bild.

Der Porsche 911 ist der Mängelzwerg des Rankings

Der Porsche 911 ist der Mängelzwerg des Rankings

Beim Autokauf ist die Zuverlässigkeit eines der wichtigsten Kriterien. Wer will schon viel Geld in teure Reparaturen stecken, wenn der Wagen in die Jahre kommt. Oder noch schlimmer: Einen Problemfall kaufen, der schon drei oder fünf Jahre nur mit Müh und Not durch die Hauptuntersuchung kommt.

Hilfe bieten die Untersuchungen der Prüforganisationen. Jetzt ist der GTÜ-Gebrauchtwagenreport (Gesellschaft für technische Überwachung) erschienen. In einem Sonderheft werden 240 Pkw-Modelle aufgelistet. Nicht ohne Stolz vermeldet die GTÜ, dass Autos "Made in Germany" das Rennen um die ersten Plätze unter sich ausmachen. Die ersten Plätze in den Kategorien Kleinwagen, Kompaktklasse, Mittelklasse, Oberklasse, Luxusklasse, Sportwagen, Van und SUV sind in fest "deutscher Hand" - das erste Mal in der Geschichte des GTÜ Gebrauchtwagenreports. Über fünf Millionen Hauptuntersuchungen hat die GTÜ für den Report ausgewertet.

Gebrauchtwagenreport: Das sind die besten Gebrauchten
Kleinwagen - Audi A1   Der Audi A1: schick und zuverlässig. Der Audi liegt im Ranking vorn und belegt den ersten Platz, dann kommen Mazda 2 und Toyota Yaris auf den Plätzen zwei und drei. Interessant auch, dass die Schwestermodelle von VW, Skoda und Seat nicht mit dem Audi mithalten können.   

Kleinwagen - Audi A1 

Der Audi A1: schick und zuverlässig. Der Audi liegt im Ranking vorn und belegt den ersten Platz, dann kommen Mazda 2 und Toyota Yaris auf den Plätzen zwei und drei. Interessant auch, dass die Schwestermodelle von VW, Skoda und Seat nicht mit dem Audi mithalten können.

 

Unsere Fotostrecke stellt die Sieger vor. Eine detaillierte Auswertung findet man in dem Sonderheft. Im Internet kann man unter Gebrauchtwagenreport auf die Ergebnisse der DEKRA zurückgreifen. Darüber hinaus kann man dort verschiedene Fahrzeuge miteinander vergleichen.

Die Konkurrenz von Dekra bietet einen Onlinezugang zu den Prüfungsdaten an.

Die Konkurrenz von Dekra bietet einen Onlinezugang zu den Prüfungsdaten an.

Unser Screenshot zeigt den GTÜ-Kleinwagensieger Audi A1 im Dekra-Vergleich mit seinen Konkurrenten. Bei einer Laufleistung von 50.000 bis 100.000 Kilometern kamen 92,6 Prozent ohne Mängel durch die Prüfung. Beim Peugeot 207 sind es nur 67,6 Prozent, beim Fiat 500 71,3 Prozent. Das sind gewaltige Unterschiede.

GTÜ, Dekra und TÜV-Report gegen den Strich lesen

Wer sich länger mit den Ergebnissen beschäftigt, wird feststellen, dass die Triumphgeschichte der deutschen Hersteller bei den sehr jungen Fahrzeugen nur die halbe Wahrheit ist. Die Dekra-Daten verraten, dass der Golf V mit hoher Laufleistung (100.000 Kilometer bis 150.000 Kilometer) nur einen knappen Vorsprung vor einem Fiat Bravo einfährt. Ohne Mängel schneiden beim Golf V 66,7 Prozent ab, beim Fiat sind es immerhin auch noch 62,1 Prozent. Da ist das Image des Fiats offenbar schlechter als die Wirklichkeit.

Bei den Kleintransportern mit hoher Laufleistung kommt der VW Caddy (64,5 Prozent ohne Mängel) weder mit dem Citroën Berlingo (66,2 Prozent) noch mit dem Peugeot Partner (67 Prozent) mit. Die Formel "deutsche Autos sind top" lässt sich also pauschal nicht bestätigen. Auch das Sonderheft der GTÜ sollte man daher intensiv durcharbeiten und am besten mit den Ergebnissen von TÜV und Dekra vergleichen.

Grenzen der Untersuchung

Grundsätzlich ist die sogenannte Hauptuntersuchung nicht der Weisheit letzter Schluss. Anders als die Prüforganisationen in ihren Reports suggerieren, wird eben nicht die volle Funktionsfähigkeit des Autos überprüft, sondern nur die Verkehrssicherheit. Platt gesagt: Geprüft wird, ob das Auto bremst, und nicht, ob das Auto fährt. Ein defektes Lämpchen beim Bremslicht für 1,50 Euro ist für die Sicherheit ein Riesenproblem, ein Schaden im Automatikgetriebe für 4000 Euro interessiert nicht. 

Ohnehin fallen bei der HU nur Probleme auf, mit denen die Fahrer "leben" konnten. Typisch wäre eine ausgeschlagene, schwammige Lenkung. Fällt dagegen die Servolenkung aus, muss der Schaden sofort repariert werden. So ein Fall wird einem Prüfer nie unterkommen. Wer fährt sein Auto schon auf dem Hänger vor, wenn es nicht fährt?

Das Gleiche gilt für Totalausfälle von Motor, Getriebe, Kupplung, Lichtmaschine, Bremsanlage etc.. Selbst zu defekten Zahnriemen und Keilreimen wird man in diesen Reports nie etwas finden. Gerade bei älteren Autos nervt der Ausfall von Komfortausstattung wie Sitzheizung, Panoramadach, elektrischen Fensterhebern, Tempomaten und Multimedia - alles kein Fall für die Prüforganisationen.

Fazit:  Für den Gebrauchtwagenkauf sind die Reports der Prüforganisationen eine wichtige Hilfe. Grundsätzlich sollte man eher auf die Ergebnisse mit höheren Laufleistungen achten, weil sie die Zukunft des Wunschautos beschreiben. Und wer feststellen muss, dass sein Liebling bei GTÜ, Dekra und TÜV als Problemfall gehandelt wird, sollte seine Entscheidung noch einmal überdenken.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.