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Henrik Fisker: Traumautos aus dem Handgelenk

Autodesigner. Da denken die meisten nur an so wohlklingende, italienische Namen wie Pininfarina oder Giugiaro. Nicht aber an einen Dänen. Henrik Fisker, Vater des BMW Z8 und Aston Martin V8 Vantage. In Kalifornien geht er seit knapp einem Jahr edlen Cabrios ans Blech.

Von Michael Specht

Das Arbeiten am Bildschirm überlässt er lieber seinen jungen Kollegen. Ihm reicht ein großer, schwarzer Bogen Papier und ein weißer Stift. Ein paar gezielte Bewegungen aus dem Handgelenk, nach nicht einmal einer Minute sind bereits Räder und die sportlichen Konturen eines Autos zu erkennen. Der Mann hat Talent, viel Talent. Doch der 43-jährige Familienvater meidet die große Show, das Rampenlicht auf den Automobilmessen. Er bleibt lieber im Hintergrund. Seine Entwürfe sind die Stars. Auf Fiskers Konto gehen keine verrückten Studien und schrägen Concept Cars, sondern straßentaugliche Realität: Zum Beispiel der Z8, BMWs rassigster Roadster seit dem legendären 507 des Albrecht Graf Görtz von 1957. Oder auch die beiden Aston Martin Modelle DB9 und V8 Vantage, nicht nur für Fachleute die stilvollsten Sportwagen überhaupt.

Dennoch hat Henrik Fisker, zuletzt "Head of Ford Global Advanced Design", 2004 den Konzern verlassen und sich Anfang 2005 selbstständig gemacht. Zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen Bernhard Köhler gründete er in Irvine/Kalifornien die "Fisker Coachbuild" (www.fiskercb.com). Während Köhler sich um alles kümmert, was mit Zahlen, Kunden und Aufträgen zu tun hat, leitet Fisker die künstlerische Sparte. Zehn Designer und Ingenieure sowie sieben Modellbauer arbeiten mittlerweile in den piksauberen Hallen südlich von Los Angeles.

Wahre Veredelung

"Unser Ziel ist es, schöne Autos noch schöner und damit gleichzeitig individueller zu machen", sagt Fisker. Dabei schreckt der Designer nicht einmal vor Ikonen wie dem Mercedes SL und dem Sechser-Coupé von BMW zurück. Auf Basis des Stuttgarter Roadsters entstand der "Tramonto". Der "Ex-SL" bekam ein kürzeres Heck, andere Leuchten, nicht mehr sichtbare Stoßfänger und eine längere Front – natürlich ohne Mercedes-Stern. Dafür mit Aston Martin ähnlichem Grill. Gearbeitet wird nicht, wie meist üblich, mit Fiberglas und anderen Kunststoffen, sondern solide mit Blech. Ein aufwändiger und teurer Prozess. Sämtliche Mechanik wie Motor, Getriebe und Fahrwerk bleibt unberührt. Der Kunde kann wählen zwischen SL600, SL55 AMG und SL65 AMG. Preislich startet der Tramonto bei 289.500 Dollar. Als Zwölfzylinder kostet er 369.500 Dollar.

Prinzipiell ähnlich ist der Sechser-BMW gestrickt. Nachdem das bayerische Coupé den Workshop von Fisker verlassen hat, nennt es sich "Latigo CS" und beginnt bei 264.000 Dollar.

Für Leute, die schon alles haben

Seit September 2006 ist der Tramonto im Markt, sieben Exemplare hat Fisker bereits ausgeliefert, zurzeit entstehen vier pro Monat, nach und nach wird die Produktion auf monatlich zehn erhöht. Denn herumgesprochen hat sich der Name Fisker mittlerweile auch in Russland, Arabien und den Emiraten. Der Latigo wird Mitte des Jahres anlaufen. Wer sind die Kunden? "Selbstbewusst und reich," sagt Fisker, "Leute, die schon alles haben und Außergewöhnliches wollen." Gezielt hat der dazu Werbung in verschiedenen US-Lifestyle-Magazinen platziert. Zu sehen ist darauf der Tramonto vor dem Hintergrund des Space-Shuttle, als Anspielung, dass es selbst dafür bereits einen Flug zu kaufen gibt. Darunter: "Don´t demand exclusivity. Own it!" (Fordere keine Exklusivität. Besitze sie).

Für Fisker haben seine Käufer auch eine Art Botschafterfunktion, wenn sie im Tramonto zum Yacht- oder Golfclub fahren. "Sie genießen es, angesprochen zu werden, um dann zu erzählen, was das Besondere an diesem Auto ist und von wem es stammt." Fragen nach Geld tauchen in diesen Kreisen eher selten auf. Warum auch? In den Garagen der Kunden stehen bereits Bentley, Mercedes, Ferrari und andere Luxusgefährte.

Traumwagen aus Paderborn

Auch die Autoindustrie schätzt Fiskers talentierte Hand. An den Wänden in seinem Büro hängen die Entwürfe künftiger Serienfahrzeuge, darunter eine hochelegante, viertürige Sportlimousine. Verräterischer Embleme fehlen. Der Auftraggeber bleibt natürlich geheim. Auf dem Genfer Autosalon Anfang März war Fisker wieder zu sehen. Er konnte hinüber schauen zu seinem Ex-Arbeitgeber Aston Martin. Die zeigten gerade seinen letzten Entwurf, den V8 Vantage Convertible. Nun beantwortet Fisker auf dem Stand des deutschen Zulieferers Paragon, Spezialist für Bedien-, Anzeigen- und Klimasysteme, Fragen zu seinem jüngsten Baby. Geldgeber ist Paragon-Chef und Auto-Enthusiast Klaus Dieter Frers (54). Er traf Fisker vor einem Jahr in Genf. "Entwirf mir ein Auto!" Das Ergebnis heißt Artega GT (www.artega.de) und soll ein neuer deutscher Sportwagen werden. Im Heck des nur 3,95 Meter kurzen, zweisitzigen Coupés steckt ein 3,6 Liter großer V6 von Volkwagen. Leistung: rund 300 PS. Gebaut wird der nur 1,18 Meter flache und 1100 Kilo Leichtathlet ab Ende 2007 in Delbrück bei Paderborn, dem Sitz von Paragon. Geplant sind 500 Einheiten pro Jahr. Sogar der Preis steht schon fest: 73.775 Euro.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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