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Hindernisse auf Fahrradwegen Die Spaßguerilla auf dem Fahrrad


Ein Blog stellt alles ins Netz, was Fahrradfahrern als Hindernis auf dem Radweg begegnet. Aber die Initiatoren schieben keine Hasskappe, sie ertragen die tägliche Unbill mit Humor.

Verglichen mit dem Reitsport ist Radfahren in Hamburg kein Galopprennen auf freier Bahn, sondern klassisches Military - an Ziel kommt nur, wer fiesen Hindernissen gekonnt ausweichen kann und nicht aus dem Sattel fällt. Auf einem Foto-Blog auf Tumblr und auf dem Twitter-Account thingsonbikelanes (Dinge auf Fahrradwegen) zeigen drei Radfahrer aus Hamburg, was ihnen alles begegnet. Der stern hat mit einem der Initiatoren gesprochen.

Wie bist du auf die Idee mit den Fotos gekommen?

Vor einem Jahr gab es ein Initialerlebnis. Da lag alles Mögliche auf dem Radweg herum, ein Bauzaun, eine Matratze. Das war so schön malerisch drapiert, da habe ich es aufgenommen.

Um es zu veröffentlichen?

Nein, das war zunächst ohne eine bestimmte Intention. Bilder haben ich danach häufiger gemacht, als ich das Handy irgendwann wechseln wollte, fragte ich mich: "Was machst du jetzt mit den Bildern." Da hatte ich so etwa 30 Fotos. Ein Foto-Tumblr mit einem fest umrissenen Thema schien mir ganz gut zu passen. Ein paar Kollegen haben sich angeschlossen. Es kam ein Twitteraccount dazu und eine Mailadresse für Fremdeinsender. So haben wir Fahrt aufgenommen.

Euer Blog wirkt so gar nicht verbiestert.

Ich bin kein fanatischer Radfahrer. Wir fahren auch mit den Öffis und mit dem Auto. Wir anonymisieren alles: Wir wollen keine Lieferwagenfahren an den Pranger stellen. Das ist nicht unsere Intention bei dem Projekt.

Was sind deine Lieblingsmotive?

Am meisten bekommen wir natürlich das Motiv "Auto auf Radweg". Wenn etwas auf dem Gehweg steht, ist es meist ein Auto. Die Würze im Tumblr machen aber eher andere Hindernisse aus. Wenn so viele Sachen abgestellt werden, dass man einen Parcours fahren muss. Oder wenn mitten aus dem Radweg eine Laterne rauswächst.

Bist du ein Aktivist für Radlerrechte?

Wir führen keinen Kreuzzug gegen das Auto. Wir haben einen humoristischen Ansatz. Natürlich nervt es, wenn immer etwas auf dem Radweg steht. Aber richtig wütend macht mich das nicht.

Was hältst du von Apps, die blockierende Autofahrer fast automatisiert anzeigen?

Ich habe natürlich schon von diesen Apps gehört, möchte sie aber persönlich nicht benutzen. Das bekommt schnell so einen Beigeschmack von Blockwart-Mentalität.

Ändert ihr die Verkehrsplanung in Hamburg?

Schön wäre es ja. Es gibt ja einen Bewusstseinswandel in Sachen Fahrrad. Das sieht man ja an den Stadträdern. Und zu dieser Strömung gehören wir irgendwie auch dazu, auf unsere etwas lustige Art. Aber dass unser Foto-Tumblr jetzt zum großen Umdenken in Hamburg führt, das anzunehmen, wäre doch etwas übertrieben.

 

Vor allem aus Hamburg kommen viele der Foto-Einsendungen auf Twitter:

Huch, da gab es wohl einen kleinen Umfall...

Falls der Radfahrer mal dringend muss, hat er es hier nicht weit. Ob das am Ende sogar ein recht willkommener Service ist?

Manchmal machen sich Fahrradfahrer auch gegenseitig das Leben schwer: Wer hätte gedacht, dass Fahrräder einen Radweg blockieren?

Sogar die Polizei parkt ab und an auf den für Radfahrer reservierten roten Streifen.

Kra

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