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#radwegparker-Aktion in Hamburg: Internet-Pranger für Falschparker erzeugt Streit zwischen Rad- und Autofahrern

Der Konflikt zwischen Rad- und Autofahrern geht in die nächste Runde: Der ADFC Hamburg hat dazu aufgefordert, online Bilder von Autos zu posten, die auf Fahrradwegen abgestellt wurden. 

Ein Auto parkt auf dem Radweg

Autofahrer, die auf Radwegen parken, sind für Radfahrer nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein Sicherheitsrisiko

Picture Alliance

Mit regelmäßigen Aktionen setzt sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) für mehr Radfahrersicherheit im Straßenverkehr ein. Dabei greift der Radfahrerverband manchmal auch zu Mitteln, die – sicherlich nicht unbeabsichtigt – provozieren. Nun sorgt die Aktion #radwegparker in Hamburg für Diskussionen.

Sie wendet sich gegen Autofahrer, die ihr Fahrzeug auf Radwegen abstellen und so Radfahrer nicht nur behindern, sondern auch potenziell in Gefahr bringen. Auf seiner Website bietet der ADFC Hamburg einen sogenannten "Denkzettel" zum Download an – dabei handelt es sich um symbolische Strafzettel. Außerdem fordert der Club Radfahrer auf, Fotos von blockierten Radstreifen und verteilten Denkzetteln in den sozialen Medien mit dem Hashtag #radwegparker zu teilen.

Aktion gegen Radwegparker in Hamburg: "Hilfspolizisten und Denunzianten"

Vor allem dieser Teil der Aktion sorgt wieder einmal für böses Blut zwischen Rad- und Autofahrern. Kritiker wittern einen "Internet-Pranger", an dem Autofahrer öffentlich bloßgestellt werden. "Hamburg braucht keine Hilfspolizisten und Denunzianten", sagte ADAC-Sprecher Christian Hieff dem "Hamburger Abendblatt". Auch im Internet tobt ein Streit um die Kampagne. "Sehe ich mein Kennzeichen auf irgendeiner Webseite, klage ich euch in Grund in Boden", kündigt ein Twitter-User an.

Der ADFC weist auf seiner Homepage darauf hin, dass bei Posts in den sozialen Netzwerken "unbedingt" das Nummerschild verborgen werden sollte. Eine Suche nach dem Hashtag #radwegparker auf Twitter ergibt aber, dass sich viele Nutzer bisher nicht daran halten. 

383 tödliche Radunfälle im Jahr

So verhärten sich die Fronten zwischen Auto- und Radfahrern immer weiter. Auf seiner Webseite bietet der ADFC auch eine Anleitung zum Anzeigen von Falschparkern an. "Zugeparkte Radfahrstreifen sind ein echtes Ärgernis", sagt Johanna Drescher vom Fahrradclub. Sie weist darauf in, dass Falschparker ein großes Sicherheitsrisiko darstellten, da Radfahrer dadurch gezwungen seien, in den fließenden Autoverkehr einzufädeln.

In Hamburg wurde im Mai eine 33-jährige Mutter auf ihrem Rad von einem Lastwagen erfasst und getötet. Im Jahr 2017 kamen in Deutschland 383 Radfahrer bei Unfällen ums Leben, darunter 15 Kinder.

Radfahrer nicht mehr übersehen



epp

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