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Infiniti-Start in Deutschland: Nippon-Schampus auf der Autobahn

Nissans Luxus-Ableger Infiniti zielt auf die Premiummarken BMW, Audi und Mercedes. Und das nicht nur in Sachen Komfort und Prestige, sondern auch bei Leistung und Fahrdynamik, mit Motoren bis 390 PS. In Deutschland gibt es die ersten Infinitis im April 2009. stern.de sprach mit dem Marketing-Direktor der Edelmarke über Ansprüche und Herausforderungen.

Herr Schupp, wie will sich Infiniti auf dem deutschen Markt positionieren?

Wir sehen uns als High Performance-Marke mit einem "Human Touch", einer menschlichen Note. Unser Konzept steht auf drei wichtigen Säulen. Die erste besteht aus unseren Hochleistungsmodellen, die zweite aus exklusiven Vertriebszentren – sie werden eher her an eine Luxus-Boutique oder eine Hotel-Lounge erinnern. Die dritte Säule ist ein sehr individualisierter Service.

Bei wem wollen Sie die Kunden erobern?

Die Leute, die sich für Infiniti interessieren, sind jünger als der Durchschnitt bei vielen anderen Marken. Es sind Menschen mit hohem Einkommen, darunter viele Selbständige und Unternehmer, eben Individualisten. Solche Leute findet man zum Beispiel bei BMW oder Porsche.

Auch andere Luxusmarken wie Lexus versuchen sich in Deutschland zu etablieren - mit überschaubarem Verkaufserfolg.

Der deutsche Markt ist sicher die größte Herausforderung für uns. Das ist so, als würde man japanischen Champagner nach Frankreich exportieren. Die Kundschaft ist sehr anspruchsvoll und stolz auf deutsche Autos. Uns kommt es aber nicht auf das Volumen an, sondern auf die individuelle Käufer-Erfahrung. Die Autos unserer Mitbewerber stehen an jeder Straßenecke, da kann man schwerlich von einem individuellen Produkt sprechen. Unsere Marktforschung hat ergeben, dass viele Kunden der Konkurrenz entweder die außergewöhnlichen Produkten oder den außergewöhnlichen Service loben - aber nicht beides zusammen.

Was kann man denn vom Infiniti- Service erwarten, das andere nicht bieten?

Wir geben eine individuelle Mobilitätsgarantie, die nicht nur auf das Auto zugeschnitten ist, sondern auf den Käufer selbst. Wenn Sie eine Panne haben - und sei es im BMW Ihrer Frau - kommen wir und holen Sie ab, wenn Sie Infiniti-Kunde sind. Außerdem gibt es das so genannte zweite Handover beim Kauf: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Kunden bei der Fahrzeugübergabe so aufgeregt sind, dass sie kaum zuhören. Deshalb gibt es beim zweiten Handover im Infiniti-Zentrum oder beim Kunden zu Hause eine persönliche Erklärung des Fahrzeugs. Und zur Inspektion wird das Fahrzeug von uns beim Kunden abgeholt und zurückgebracht – das bieten europaweit nur wenige Hersteller.

Zum Service gehört ein Händlernetz. Wie sieht es damit aus?

Wir werden in den großen Metropolen vertreten sein, etwa Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart und im Raum Köln-Düsseldorf. So gut wie alle Verträge sind schon unterschrieben. Das größte Händler-Handicap bei den Volumenherstellern ist die interne Konkurrenz - das nagt am Händlerprofit. Es wird deswegen in einer Stadt nie mehr als zwei Infiniti-Händler geben und keinen Preiskrieg. Europaweit rechnen wir mit einem Absatz von 25.000 Fahrzeugen im Jahr 2013.

Wie steht es mit den Preisen, und was für Innovationen hat Infiniti im Gepäck?

Die Preise werden sich auf dem Niveau der deutschen Konkurrenz bewegen, aber mit einer sehr guten Ausstattung. Zudem bieten wir unter anderem eine Vierradlenkung und einen Abstandstempomaten an, der nicht erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit, sondern auch bei Schritt-Tempo in der City funktioniert. Und es gibt das Rundum-Kamera-System Around View Monitor, mit dem man den Wagen beim Rangieren aus der Vogelperspektive sieht. Was den Charakter unserer Autos angeht, sind wir eindeutig auf der Fahrerseite: Die Fahrdynamik steht im Vordergrund, auch bei hohem Tempo auf der Autobahn.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.