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Auto-Hacker: Laptop statt Schraubenzieher - So knacken Diebe neue Autos

In den USA nutzen Diebe eine neue Masche, um an Autos zu kommen. Mit einem Laptop überlisten sie die Wegfahrsperre. Müssen die Hersteller nun bei der Sicherheit aufrüsten?

Die Kamera zeigt, wie sich Dieb mit seinem Laptop in den Jeep setzt.

Die Kamera zeigt, wie sich Dieb mit seinem Laptop in den Jeep setzt.

Viele Jahre sorgte moderne Elektronik dafür, dass neue Wagen nur sehr schwer gestohlen werden konnten. Einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge haben die Diebe aber weiter aufgerüstet.  Offenbar gelingt es ihnen mit einem Laptop, die Sicherheitselektronik von Autos zu überlisten. Das geht allem Anschein nach einfacher und eleganter als ältere Methoden. Mit speziell angefertigten elektronischen Modulen war es bisher schon möglich, die Wegfahrsperre auszuschalten. Nur musste man dafür zunächst den Wagen aufbrechen und das Bauteil im Auto anschließen. Umständlich wurde es auch, weil die Diebes-Elektronik jeweils nur bei wenigen Fahrzeugtypen funktionierte.

Diebstahl mit Laptop

In den USA wurde nun eine Bande entdeckt, die moderne Jeeps mit einem Laptop stiehlt. Mehrmals wurden sie von Überwachungskameras aufgezeichnet. "Wenn du einen Wagen kurzschließen willst, bringst du eigentlich nicht deinen Laptop mit", sagt der Polizist James Woods, von der Abteilung für Autodiebstahl der Polizei in Houston. "Wir wissen nicht, was er genau mit seinem Computer macht, aber ich tippe mal, dass er sich in den Rechner des Autos hackt. So verheiratet er die Sicherheitstechnik des Autos mit einem Schlüssel, den er mitgebracht hat."

Dem Auto einen neuen Schüssel unterschieben

Die Schlüssel-ID des echten Besitzers wird quasi überschrieben und durch die des fremden Schlüssels ersetzt. So lässt sich der Wagen problemlos starten. Auch die Versicherungswirtschaft kennt das Problem der "mysteriösen" Diebstähle. "Wir fürchten, dass ist die moderne Art ein Auto zu klauen", zitiert das "Wall Street Journal" Roger Morris den Vizepräsidenten des Büros für Versicherungsverbrechen. "Wir wissen nicht, wie viele Wagen mit dieser Methode gestohlen werden. Derzeit ist das wohl nur ein kleiner Anteil, aber es zeigt, dass die Hacker uns ein Stück voraus sind." Er vermutet, dass der Laptop benutzt wurde, um drahtlose Signale des echten Schlüssels aufzunehmen und damit den falschen Schlüssel zu codieren. 

Gleiche Technik gibt es in Werkstätten

Unmöglich ist das Vorgehen nicht. Es ist zu befürchten, dass die Diebe sich eine Version einer Software für Werkstätten besorgt, und die für ihre Zwecke optimiert haben. Denn bei einem Verlust des echten Schlüssels ist es jeder Werkstatt möglich, den Wagen auf einen neuen Schlüssel zu eichen.

Offenbar ist es Zeit für ein neues Wettrüsten in der Elektronik. "In einer Zeit, in der sich die Autos in rollende Computer verwandeln, wird es immer schwieriger zu verhindern, dass sie gehackt werden", sagt Yoni Heilbronn Vizepräsident von Argus Cyber Security. "Wir brauchen jetzt mehrere Schichten der Abwehr. Das macht Attacken aufwendig und teuer. Und es würde Hacker abschrecken, diese Mühe auf sich zu nehmen."

Kra
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.